Es gibt bessere Wege den Independence Day zu starten. John McClane (Bruce Willis) hat mal wieder eine handfeste Auseinandersetzung mit seiner Tochter. Lucy, die mittlerweile ins College geht, ist zu einer selbstständigen Powerfrau herangereift, die ganz wie der Vater einen eigenen Kopf hat. Danach wünscht sich McClane nichts sehnlicher als nach Hause zu fahren und ins Bett zu gehen, doch er bekommt in letzter Minute einen Einsatzbefehl. Er soll den jungen Hacker Matt Farrell (Justin Long) von seiner Wohnung zum FBI nach Washington eskortieren.
McClane wäre nicht McClane würde dieser Auftrag nicht im chaotischen Blutbad enden. Eine Bande von bewaffneten Männern hat es auf Farrell abgesehen, doch ahnen weder dieser noch McClane aus welchem Grund. Die Fahrt zum FBI gerät zunehmend zum Überlebenstraining.
Dort angekommen müssen die beiden feststellen, dass ihre Reise hier noch lange nicht zu Ende ist. Eine Bande von Hackern hat sich in die wichtigsten Sicherheitssysteme der USA gehackt und verbreiten nun Chaos. Farrell erkennt schnell, dass es sich um die Vorstufe eines Firesales handeln muss.
Ein Firesale bedeutet, dass die komplette Kompetenz des amerikanischen Staates außer Kraft gesetzt wird. Angefangen mit der Verkehrsregulierung geht dieses ominöse Kraftspiel bis hin zur Lahmlegung der nuklearen Stromversorgung.
FBI Chef Bowman (Cliff Curtis) wiegelt Farrell allerdings ab. Zwar agiert seine Einheit aus einem mobilen Wohnwagen, da im Gebäude der Alarm ausgelöst wurde, und obwohl mittlerweile in jeder Großstadt Chaos herrscht, will Bowman eine solch drastische Wahrheit noch nicht akzeptieren.
Also machen sich McClane und Farrell alleine auf die Suche nach dem Übeltäter, nur dass dieser ihnen scheinbar immer einen Schritt voraus ist.
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| FILMKRITIK
Während andere Männer im Laufe ihres Leben Bierbäuche ansetzen und sich auf den Sofas der Nation lümmeln, setzt Bruce Willis vor allem Muskeln an. Im Vergleich mit dem McClane des vierten Teiles wirkt der aus dem ersten fast schon wie ein Hänfling. Bullig, mit kahl geschorenem Haupt und der Kampflust im Blick wirkt er wie das Klischee eines Actionhelden.
Mehr noch, John McClane alias Bruce Willis ist das Klischee, niemand sonst hat das Actionkino der späten Achtziger und der Neunziger Jahre so dominiert, außer natürlich Arnold Schwarzenegger. Doch diesen kann man wohlgetrost in einer anderen schauspielerischen Kategorie einsortieren, denn Bruce Willis kann nicht nur den Helden mimen, sondern wie in The Sixth Sense oder auch Unbreakable gezeigt, tatsächlich schauspielern.
Umso schöner ist es, dass die Macher von Stirb Langsam 4.0 mit eben diesem Klischee spielen. Justin Long als Computerhacker Farrell kommt schon allein physisch nicht an den Helden Status heran. Und so ist es kein Wunder, dass er McClane ab und zu irritiert fragt, ob er denn gar keine Angst hat.
Doch hat er, nur zeigen tut er es nicht. Und weil es eben keinen anderen gibt, macht McClane seinen Job. Und lässt auch mal einen Polizeiwagen in einen Hubschrauber fliegen, ohne mit der Wimper zu zucken.
So ist es vor allem das ironisch unterbrochene Spiel zwischen den beiden Charakteren, das den Film sehenswert macht. Immer einen flotten Spruch auf den Lippen, geben sich die beiden oft genug Saures. Da kann es schon mal sein, dass sich Farrell über McClanes altmodischen Musikgeschmack lustig macht und McClane sich kurz darauf Sorgen über die physische Verfassung des Computer Hackers macht.
Während es im heutigen Actionkino einen zunehmenden Hang zu CGI Effekten gibt, nehmen die Filmemacher hier glücklicherweise davon Abstand. Die fast schon antiquiert wirkende Pyrotechnik wird hier geradezu mit Genuss eingesetzt. Wie auch schon in den drei Vorläufern vergeht kaum eine Viertelstunde ohne dass irgendein Gegenstand mit viel Krach und Kawumm in die Luft gegangen ist.
Regisseur Len Wiseman, der sich verantwortlich für die beiden Underworld Filme zeichnet, beweist hier sehr viel Gefühl für Timing und vernachlässigt trotz der überbordenden Handlung nie seine Charaktere. Zwar spreche ich hier nur für das spezielle Genre des Actionkinos, doch wer auf witzige und anspruchslose Unterhaltung steht, ist hier sicher aufgehoben.
| FAZIT
Gelungene Fortsetzung der Serie, kommt charmant und witzig daher und spart auch nicht mit Selbstironie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung