Rae verfällt in alte Gewohnheiten, als ihr Freund Ronnie zum Militär eingezogen wird: Sie fickt mit praktisch jedem im Dorf herum. Als sie ausgerechnet Ronnies besten Freund nicht ranlässt, verprügelt der sie und lässt sie ohnmächtig und zerschunden auf der Landstraße liegen – direkt vor der Haustür des Farmers und Bluesmusikers Lazarus, der kurz zuvor von seiner Frau für einen anderen verlassen wurde. Er nimmt Rae auf, und um ihr ihre Sünden auszutreiben, fesselt er sie mit einer schweren Eisenkette an die Heizung. Doch dann wird Ronnie vorzeitig aus dem Dienst entlassen…
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| FILMKRITIK
Ja, die Musik ist wunderbar. Ein kraftvoller, atmosphärischer Blues-Soundtrack, der nicht wenig zur anfangs so wunderbar schwülen, aufgeladenen Südstaatenstimmung des Films beiträgt. Lazarus singt Lieder davon, wie er verlassen wird, wie er seine Frau und ihren Liebhaber umbringt, Gewaltphantasien, die in Musik gegossen, gebündelt, gezähmt werden. Musik, die auch von Gottesfurcht und von Gotteszorn spricht, von Flüchen und Beschwörungen – eine heiße Verbindung von Religion und Aberglaube, in die Lazarus ganz stark eingebunden ist.
Immerhin fesselt er eine Frau, die er nicht kennt, an eine Kette, hält sie gefangen, bis sie sich von ihren Sünden lossagt, spielt selbst den strafenden Gott, von dem er sich gepeinigt fühlt; ein vom Schicksal geschlagener, der sich an einer anderen vom Schicksal Geschlagenen wiederaufrichtet…
Ein bizarres Arrangement, das der Film etabliert, getragen auch von Samuel L. Jackson und Christina Ricci in bester Spiellaune, die schwere Eisenkette verbindet das Schicksal zweier Verlorener, über allem schwebt der Blues, und das hätte dem Film wie dem Regisseur durchaus die Kraft geben können, sich wirklich einzulassen auf die Geschichte von Anmaßung und Gottesstrafe und Demütigung und Sünde und Einsamkeit und Abhängigkeit.
Doch leider, sehr bald schon, beschreitet Craig Brewer den Pfad der Tugend und Moral. Er, der zuvor mit „Hustle & Flow“ einen Hiphop-Film gemacht hat, weiß nicht wirklich den Blues zu integrieren – wo in der Musik Schmerz und Klage walten, da lässt er in seinem Film sehr bald schon einen Prediger alles richten. Die Inhalt widerspricht mehr und mehr der von Kamera, Setting und Musik behaupteten Atmosphäre, bis die sich als reine Seifenblase entpuppt und einem straight ausgespieltem Ende Platz macht, bei dem jedes Töpfchen sein Deckelchen findet. Inklusive Heirat und Läuterung aller. Und in dem der Blues nur noch halbgare Attitüde ist.
| FAZIT
Das bizarre Arrangement, eine Sünderin anzuketten, um ihr Gottgefälligkeit beizubringen, ist nur der Aufhänger für eine moralische Geschichte, die sich in Friede, Freude, Eierkuchen auflöst.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung