Sonntag | 27. Mai 2012 | 05:40 Uhr
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  • Irreversibel

    Thriller, Drama | Frankreich 2002
  • Originaltitel:
    Irréversible
    Genre:
    Thriller, Drama
    Deutschlandstart:
    11.09.2003
    USA Kinostart:
    07.03.2003
    Produktionsland:
    Frankreich 2002
    Verleih:
    Alamode Film
    Bilformat:
    2.35:1
    Tonformat:
    Dolby Digital
    Länge:
    97 Minuten
    FSK:
    ab 18 Jahren

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    • | KURZINHALT

    • Alex und Marcus feiern auf einer Party, auf der Marcus über die Stränge schlägt. Alex ist genervt und beschließt vorzeitig, allein die Feier zu verlassen. Minuten später wird sie zum Opfer eines bestialischen Verbrechens. Marcus verlässt kurz nach ihr die Party und begegnet seiner fast toten, völlig entstellten und brutal zugerichteten Freundin, die gerade von einem Krankenwagen abtransportiert wird. Rasend vor Wut und Rachegelüsten wird er selbst zum Jäger und barbarischen Abschlachter des vermeintlichen Täters.
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    • | KURZKRITIK

    • Rückwärts erzählt, nicht durch Schnitte sondern durch eine Art rauschenden Zeittunnel voneinander getrennt, bemerkt der Zuschauer nach den ersten Filmminuten die Laufrichtung von Irreversibel. Die unruhige Kameraführung, rastlosen Fahrten, die rasanten Schwenks, die hämmernden, undefinierbaren Klänge visualisieren und begleiten den Gewaltrausch der Figuren. Verstörend und unerträglich verharrt die Kamera auf den Bildern der bestialischen Verbrechen. Der Zuschauer wird Zeuge einer "Hinrichtung" und einer zehnminütigen, in den Medien heftig umstrittenen, Vergewaltigungsszene. Noe arbeitet mit großartigen filmischen Stilmitteln, überschreitet mit diesen Bildern die Schmerzgrenze des Erträglichen.
    •  
    • | SZENENBILDER

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    • | CAST & CREW

    Regie:   Gaspar Noe
    Buch:   Gaspar Noe  
      Benoite Debie  
    Musik:   Thomas Bangalter
    Kamera:   Gaspar Noe
      Benoite Debie
    Produzent:   Brahom Chioua als Producer  
      Vincent Cassel als Producer  
      Gaspar Noe als Producer  
    Darsteller:   Monica Bellucci als Alex  
      Vincent Cassel als Marcus  
      Albert Dupontel als Pierre  
      Jo Prestia als Tenia  
      Philippe Nahon als der Mann  
      Stephane Drouot als Stephane  
      Jean-Louis Costes als Fistman  
      Michel Gondoin als Mick  
      Mourad Khima als Mourad  
    • | USERKOMMENTARE

    • -Commander-| Kino Kontrovers
    • Der Film ist ein Alptraum für die Augen, eine Fahrt in den Wahnsinn!
      Der Film beginnt mit mit Credits. Doch die laufen rückwärts über die Leinwand. Auch die Buchstaben sind teilweise umgedreht.
      Nachdem der Abspann durchgelaufen ist, werden wir Zeuge einer Kamerafahrt die scheinbar keine Schwerkraft oder oder Himmelsrichtungen geschweige denn oben oder unten kennt.
      Man sieht zwischendurch Sirenen aufblitzen, bis die Kamerafahrt schliesslich in einem runtergekommenen Zimmer endet.
      Hier wird man Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei Männern...der eine nackt und nassgeschwitzt, der andere neben ihm sitzend.
      In diesem Zimmer fällt auch gleich schon der wichtigste Satz, und vermutlich auch die Kernaussage des Films: "Die Zeit zerstört alles, und bestimmte Taten sind nicht wieder gut zu machen!"
      Die Kamera (im ganzen Film übrigens eine Digitalkamera, somit auch alles recht grobkörnig) fährt weiter zurück zu den Sirenen. Ein Mann wird aus einem Schwulenclub namens "Rektum" auf einer Trage von Ärzten hinausgebracht. Sein Arm gebrochen, im Schlepptau sein Freund.
      Plötzlich kommt der erste Zeitsprung. Wir sehen wie eben dieser Mann mit seinem Freund in den Club eindringen und auf der Suche nach einem Mann sind. Noch wissen wir nicht, warum der Mann gesucht wird, wir werden nur sehen, wie ihm mit einem Feuerlöscher das Gesicht zertrümmert wird.
      Doch es war der Falsche, dem die Rache galt!
      Chronologisch rückwärts wird die Geschichte von Marcus, seiner Freundin Alex und ihrem Ex Pierre erzählt.
      Nach einer Party wird Alex von einem Mann vergewaltigt und brutal zusammengeschlagen. Marcus und Pierre machen sich auf den Weg um diese Tat zu rächen.
      Im Groben ist der Film in zwei Hälften gegliedert. Zunächst ist der Film verdammt dreckig verstört und abgedreht. Die Kamera spielt verrückt und auch die Darsteller scheinen alles andere als ruhig zu sein. Marcus ist in Rage. Der Film ist hier nahezu ungeniessbar und wie schon erwähnt ein wahrer Alptraum.
      Doch je weiter der Film zur Mitte vorstösst um so ruhiger und entspannter werden die Aufnahmen. Der Zuschauer wird langsam in Sicherheit gewähnt. Doch dann kommt kommt das was unausweichlich ist. Jeder der den Saal noch nicht verlassen hat wurde die ganze Zeit daran errinert, dass jeden Moment die Vergewaltigung kommt. Und genau dann, wenn man sich am sichersten gefühlt hat, kommt der Schlag in die Magengrube.
      So detailliert und realistisch die Szene ist, so brutal und widerlich ist sie.
      Die Kamera bewegt sich kein Stück und hält alles genau fest. 10 lange Minuten lang. 10 Minuten Hilfeschreie der Frau, 10 Minuten lang das Stöhnen des Mannes der sie vergewaltigt.
      Spätestens hier werden die etwas labileren Leute wohl den Saal verlassen.
      Die Szene ist vorbei und nun geht es harmonisch weiter.
      Man findet sich auf einer Party wieder. Die Figuren werden erst hier genauer vorgestellt, so dass man erst jetzt die Möglichkeit hat sich mit ihnen zu identifizieren. Doch irgendwie wirkt die zweite Hälfte leicht unstimmig. Hier hätte das Glück der beiden noch deutlicher herausgestellt werden müssen, um den Effekt des Filmes zu verstärken.
      Auch erfährt man erst in der zweiten Hälfte des Films, dass Alex schwanger ist. Das Glück von Marcus und Alex ist vollkommen. Die Intention war es wohl, dass durch diese Aussage die Vergewaltigung im Nachhinein noch schlimmer wird.
      Doch wie kann man etwas schlimmer machen, als es ohnehin schon ist?
      Das Einzige was man nun noch selber spürt ist Hass. Hass auf den Mann der so etwas tun kann. Hass auf den Mann der das Glück der beiden zerstört hat. Und Verständnis. Verständnis für Marcus, der sich rächen will, doch leider den falschen erwischt!
      Doch kann man etwas rächen das passiert ist? Gibt es nicht so etwas wie Schicksal?
      Eine so intensive Erfahrung wie das Anschauen dieses Filmes hatte ich selten. Ekel hat mich überfallen. Und obwohl ich viel gewohnt bin, hat mich der Film doch wirklich schockiert.
      Wenn man wollte könnte man eine ganze Nacht versuchen den Film zu interpretieren.
      Ich überlasse das aber jeden selber.
      Für mich steht fest, dass dieser Film ein visuell verstörender Alptraum ist, der von Minute zu Minute schlimmer wird, obwohl er eigentlich immer schöner werden sollte.
      Doch die Geschehnisse am Anfang des Films (und am Ende der Geschichte) sind fest eingebrannt und lassen den Anfang in einem um so traurigerem Licht stehen.
      Für mich eine Perle des Independent Kinos (obwohl Vincent Cassel und Monica Belucci mitspielen, würde ich trotzdem so bezeichnen).
      Doch allen etwas labileren Menschen würde ich nicht raten für den Film Geld auszugeben, da sie ihn vermutlich nicht bis zum Ende durchhalten!
    • 29.01.2005 Bewertung:
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