Sonntag | 27. Mai 2012 | 06:36 Uhr
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  • FILM REVIEW | Die Liebe in mir
  • Die Liebe in mir

    Drama | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Dr. Alan Johnson ist erfolgreicher Zahnarzt – der freilich kaum seinen eigenen Interessen nachgehen darf, weil ihn seine Frau und die Kinder ständig in Beschlag nehmen. Eines Tages trifft er zufällig seinen alten Studienfreund Charly Fineman wieder, der bei den Terroranschlägen des 11. September Frau und Kinder verloren hat und jetzt in einem permanenten Stadium von Verdrängung und Weltabgeschiedenheit lebt. Johnson will ihm helfen, belebt die Freundschaft neu – doch es ist nicht leicht, zu Charly durchzudringen, der jede Erinnerung verweigert.
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      • | FILMKRITIK

      • Der 11. September 2001 hatte schreckliche Auswirkungen: Diese Aussage trifft „Die Liebe in mir“, und nicht sehr viel mehr. Adam Sandler ist der abgefuckte Sonderling, der seine Familie verloren hat, jede Erinnerung verdrängt und isoliert vor sich hinlebt. Don Cheadle ist sein ehemaliger Studienkollege, erfolgreicher Zahnarzt und gefangen in einer Ehe, in der ihm seine Frau keine Luft zum Atmen gibt.

        Das Prinzip ist klar: Hier der eine, der keinen an sich ran lässt, um nicht an Schreckliches erinnert zu werden, dort der andere, an den keiner herangelassen wird, weil ihn seine Frau mit Puzzleabenden und Fotographiekursen belegt. Beide treffen sich, beide bringen dem jeweils anderen bei, wieder zu leben, jeder auf seine Weise. Ein Hohelied also auf Freundschaft, die aus schlimmster Depression und aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit befreien kann.

        Ähnliches hat man schon tausendmal gesehen, die Tragik von 9/11 ist jedem bewusst, der Film ist daher oft redundant. Sicherlich hat er seine Berechtigung: Will er doch speziell für amerikanisches Publikum eine Art Trauerarbeit und Vergangenheitsbewältigung darstellen, so, wie sich der deprimierte Charly Fineman an der Freundschaft von Alan Johnson aufrichtet, soll der Film helfen, die große Wunde in der amerikanischen Seele schließen. Er bleibt dabei ganz unpolitisch, ohne auf die weltweiten Konsequenzen, auf die fragwürdigen Denkweisen und Maßnahmen der US-Regierung einzugehen, ganz im Privaten, im Persönlichen. Diese Botschaft übermittelt er freilich wenig subtil, in vielem trägt er zu dick auf.

        Dass er nicht ganz misslungen ist, liegt an den komischen Momenten, die doch ganz gut gelungen sind – die Launenhaftigkeit von Charlie, der immer wieder in pointierte bittere Ironie verfällt, das Zahnarzt-Groupie, das Dr. Johnson einen Blowjob aufzudrängen versucht, die sarkastische Sprechstundenhilfe: Das sind Situationen, die perfekt-professionell auf den komischen Effekt getrimmt sind.

        Wie eng Komik und Tragik beieinander liegen, zeigen mehrere Szenen ganz explizit: Wenn Dr. Johnson nach einem Mel-Brooks-Kinomarathon die Nachricht vom Tod seines Vaters erhält, oder wenn auf der Beerdigung Kartentricks vorgeführt werden.
      • | FAZIT

      • Ein Film zur Verarbeitung des amerikanischen Traumas: Oft zu dick aufgetragen, schafft er es doch, Komik und Tragik auf zuweilen prägnante Art zu vermischen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

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