Der erfolgsverwöhnte Nachrichtensprecher Evan Baxter hat es geschafft. Gerade wurde er in den US-Kongress gewählt und schon befindet er sich mit seiner Frau Joan und seinen drei Söhnen in einem luxuriösen neuen Haus in der Vorstadt von Huntsville, inmitten fast unberührter Natur. Und Evan hat große Pläne für sein neues Amt. Er möchte die Welt verändern.
Da er bei dieser schweren Aufgabe jede Hilfe brauchen kann, lässt er sich auch dazu herab, das erste Mal seit langer Zeit zu Gott zu beten. Noch weiß er allerdings nicht, dass Gott längst dabei ist, ihm unter die Arme zu greifen. Nur hat sich Evan diese Hilfe etwas anders vorgestellt.
Gottes direkte Einmischung beginnt mit den Zahlen 6.14 und einer unscheinbaren Kiste, gefüllt mit altmodischem Zimmermannswerkzeug. Während die erste Spur Evan zur Bibel und der Geschichte von der Arche Noahs führt, liefert ihm der Allmächtige selbst bald ein sehr direkten Befehl und eine große Menge Holz. Denn Evan soll eine Arche bauen.
Natürlich denkt Evan zunächst nicht im Traum daran, seinen neuen Job als Kongressabgeordneter an den Nagel zu hängen, um ein Boot zu zimmern. Doch dann heften sich immer mehr Tierpärchen an seine Fersen und auch der Bart- und Haarwuchs lässt sich beim besten Willen nicht stoppen. Und als es Evan dann schließlich dämmert, dass die geforderte Arche tatsächlich die richtige Antwort auf eine kommende Gefahr sein könnte, beginnt er mit dem mühsamen Bau. Leider reagieren weder seine Familie noch seine Kollegen mit Begeisterung auf seine plötzliche Verwandlung.
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| FILMKRITIK
175 Millionen Dollar. Besonders diese Summe ist es, die von amerikanischen Filmkritikern mit großem Staunen breitgetreten wird. Denn das ist die geschätzte Summe, die in "Evan Almighty" steckt, der bislang teuersten Filmkomödie aller Zeiten. Doch das Problem liegt nicht in der Summe selbst, vielmehr in der Frage, wohin dieses Geld verschwunden ist.
Denn es ist eine Tatsache, dass man dem Film seine Entstehungskosten rein gar nicht anmerkt. Die zahlreichen Computeranimationen werden wohl einen Teil geschluckt haben, doch sind sie nicht gut genug, einen so hohen Preis zu rechtfertigen. Auch die Entwicklung des Drehbuchs dürfte weder besonders viel Geld noch besonders viel Zeit in Anspruch genommen haben und wenn doch, dann zeigt sich das nicht im Endergebnis.
Ärgerlich sind die reichlich unrealistischen Aktionen und Reaktionen der Handelnden. Nur ein Beispiel: Die Arche, bevölkert von zahlreichen wilden Tieren – über deren plötzliches Erscheinen sich nebenbei bemerkt kein Mensch wundert – soll gewaltsam geräumt und zerstört werden. Von gerade mal vier Polizisten. Und Noah, der nicht nur eine Hundertschaft gefährlicher Raubtiere auf seiner Seite hat, sondern auch noch Gott höchstpersönlich, bibbert angesichts dieser Drohung, was keinesfalls komisch gemeint ist, allerdings die schlampig zurechtgezimmerte Geschichte bezeugt.
Wer sich an "Bruce Allmächtig" zurückerinnert, wird sich auf "Evan Allmächtig" wahrscheinlich freuen. Doch als Sequel lässt sich dieser Film kaum bezeichnen. War Evan Baxter einst der arrogante Schnösel, der Bruce Nolan (Jim Carrey) den Job als Nachrichtensprecher streitig machte, wird ihm hier nun die Hauptrolle zugeteilt. Vor allem wohl deshalb, weil sowohl Jim Carrey als auch Jennifer Aniston die Mitarbeit an einem Sequel ablehnten. Aus gutem Grund, denn "Bruce Allmächtig" eignet sich nicht besonders gut für eine Fortsetzung.
Und so fehlen hier auch besonders zwei Dinge, die den Vorgänger zu einer unterhaltsamen Komödie machten: Zum einen die Grundidee, dass einem Menschen die Fähigkeiten Gottes übertragen werden, was ein großes Reservoir kreativer Möglichkeiten öffnet, zum anderen den Schauspieler Jim Carrey mit seinem Talent für spontanen Humor und Slapstick.
Gegen den Schauspieler Steven Carell ist rein gar nichts einzuwenden. Schließlich bewies er nicht zuletzt in "Little Miss Sunshine", dass er einen Sinn für subtile Komik besitzt. Doch gerade diese Art von Humor findet sich hier kaum, dementsprechend unterfordert agiert Carell zwischen plumpem Slapstick und stichwortabhängigem Sprachwitz, mit dem besonders Wanda Sykes in der Rolle von Evans Kollegin gelungen hervortritt.
Es wird eine biblische Geschichte nacherzählt. Zwar wird sie – insbesondere was das Ende betrifft – variiert, ansonsten jedoch scheint sie in ihrer Entstehungszeit steckengeblieben zu sein. Dass auch der "moderne" Noah einen weißen Bart und eine ärmliche Kutte tragen muss, ist wohl nur mit dem Versuch zu erklären, aus der körperlichen Verwandlung Evans einen komischen Effekt herauszuschlagen. Dabei wird allerdings viel Potential verschenkt. Gerade die Ansiedlung der alten Geschichte in einer neuen Welt hätte zahlreichen komischen Ideen Platz geboten.
Es ist keinesfalls so, dass "Evan Allmächtig" nicht unterhaltsam wäre. Bis zu einem gewissen Grad ist er das durchaus. Doch leider ist die teuerste Komödie aller Zeiten nicht auch die beste Komödie aller Zeiten geworden. Bezeichnenderweise hat man gerade am Abspann den größten Spaß. Die bloße Anwesenheit von Steven Carell, Morgan Freeman oder John Goodman genügt eben nicht aus, einem Film Qualität einzuhauchen. Dazu braucht es dann eben doch etwas mehr.
| FAZIT
Der Film tritt nicht in die Fußstapfen seines Vorgängers und verschenkt viel Potential durch seine lieblos zurechtgezimmerte Geschichte.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung