Sonntag | 27. Mai 2012 | 07:29 Uhr
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  • FILM REVIEW | Lizenz zum Heiraten
  • Lizenz zum Heiraten

    Komödie, Romanze | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Schon bald nachdem sich Ben Murphy und Sadie Jones durch einen Zufall kennengelernt haben, verlieben sie sich ineinander. Nach der Liebe kommt kurze Zeit später auch die gemeinsame Wohnung und auch dann vergehen nur wenige Monate, bis Ben sich sicher ist: Sadie ist die Frau, mit der er den Rest seines Lebens verbringen will.

    Und so macht er ihr einen Heiratsantrag, den Sadie überglücklich akzeptiert. Nur, was die Hochzeit selbst angeht, hat sie etwas andere Vorstellungen als Ben. Denn während der am liebsten eine romantische kleine Feier in der Karibik abhalten würde, plant Sadie ihre Traumhochzeit bereits seit sie ein kleines Kind ist. Und eines ist sowohl ihr als auch ihrer gesamten Familie klar: Die Trauung muss von Reverend Frank vollzogen werden, dem heißgeliebten Pastor ihrer Gemeinde.

    Aus Liebe zu Sadie fügt sich Ben schließlich ihrem Wunsch, was er allerdings schnell bereut, nachdem er Reverend Frank kennengelernt hat. Der hat nämlich sein ganz eigenes System entwickelt, um zu verhindern, dass die von ihm getrauten Paare sich eines Tages scheiden lassen. Bevor er sich bereit erklärt, Ben und Sadie zu trauen, müssen diese erstmal einen Ehevorbereitungskurs absolvieren.

    Und dieser Kurs hat es in sich. Schließlich soll sich das Paar allen Eventualitäten des zukünftigen Ehealltags stellen, noch bevor die Hochzeitsglocken läuten. Wie der erste Ehekrach zu überstehen ist gehört da genauso zu den Hausaufgaben wie die Sorge um zwei brüllende Roboterbabys und strikte Enthaltsamkeit bis zur Hochzeitsnacht. Und allzu bald schon stehen die Verliebten vor der Frage, ob sie es überhaupt bis vor den Altar schaffen.
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      • | FILMKRITIK

      • "Lizenz zum Heiraten" beginnt dort, wo viele romantische Komödien aufhören: Bei der Hochzeit. Das Kennenlernen und Verlieben des auserwählten Paares wird zu Beginn des Films in einer idealisierten Kurzfassung in nur wenigen Sekunden erzählt, dann kommt auch schon der Heiratsantrag. Und bereits dadurch gerät der Film ins Schlingern.

        Denn die angerissenen Handlungsfetzen genügen kaum, die Liebe der beiden nachvollziehbar zu machen, so dass auf der geplanten Hochzeit von Anfang an etwas naiv Überstürztes lastet und man als Zuschauer geradezu hofft, die beiden würden sich das lieber noch mal ordentlich durch den Kopf gehen lassen. Aber vielleicht funktioniert dieser Filmanfang in seinem Entstehungsland besser, schließlich liegt schnelles Heiraten nach einer kurzen Kennenlernphase in den USA noch weit häufiger an der Tagesordnung als hierzulande.

        So jedenfalls hat man fast schon Verständnis für die reichlich absurden und bisweilen recht unorthodoxen Methoden des ehrgeizigen Reverends, mit denen er die Liebe der Heiratswilligen prüft. Schließlich will er seine Schäfchen nur vor einem unbedachten Fehltritt schützen. Und damit ist sein Handeln auch schon nicht mehr allzu komisch, was der Komödie reichlich Wind aus den Segeln nimmt.

        Dass man weder Ben noch Sadie wirklich näher kennenlernt, bewirkt dann ein Übriges. Dass sie als Filmpaar so erstaunlich farblos sind liegt dabei nicht unbedingt an den Schauspielern, sondern hauptsächlich an ihren nichtssagenden Dialogen. Besonders John Krasinski bemüht sich nach Kräften, das Beste aus dieser schwachen Rolle herauszuholen. Hervorzuheben wäre außerdem Christine Taylor, die verbitterte und desillusionierte Schwester Sadies, die sich mit zynischen Kommentaren durchs Leben beißt und leider viel zu selten auf der Bildfläche erscheint.

        Robin Williams wurde vermutlich als reiner Publikumsmagnet gecastet und nicht, weil ihm die Rolle besonders auf den Leib geschnitten wäre. Letzten Endes kann er aber auch nicht mehr viel retten. Denn wenn man sich schon ein komödiantisches Talent wie Robin Williams mit ins Boot holt, sollte man wenigstens darauf achten, dass er komische Dialoge in den Mund gelegt bekommt und sich nicht durch Kalauer quälen muss, die er gar nicht nötig hätte.

        Die meisten Lacher werden wohl die hässlichen Roboterbabys kassieren, die Ben und Sadie in die Arme gedrückt bekommen, um ihre Qualitäten als Eltern unter Beweis zu stellen. Ein Gag, der ziemlich plump und ab einem gewissen Zeitpunkt auch reichlich albern daherkommt. Ähnlich verhält es sich da mit dem Gehilfen, der Reverend Frank zur Seite gestellt wird: Ein kleiner dicker Schlauberger von geschätzten 8 Jahren, der seinem Pastor wie ein Schatten folgt und eher wie ein kleiner Teufel als wie ein kleiner Engel agiert.

        Es ist keinesfalls so, dass überhaupt keine Lacher erzielt würden, doch dem Film fehlt es insgesamt an Inspiration, Kreativität und Witz, was – besonders im Falle einer Komödie – nicht sehr wünschenswert ist. Dass "Lizenz zum Heiraten" so misslungen ist, ist wirklich sehr schade. Denn sowohl aus der Grundidee als auch aus dem Schauspielensemble hätte man weit mehr herausholen können. So allerdings hat man den Film schon vergessen, noch bevor er überhaupt zu Ende ist.
      • | FAZIT

      • Eine gute Grundidee und ein gutes Schauspielensemble und doch nur ein mangelhafter Film. Schade.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 2.1/10 (9 votes)

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