Rescue Dawn erzählt die wahre Geschichte des amerikanischen Immigranten Dieter Dengler (Christian Bale). Aufgewachsen in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges, konnte sich der kleine Junge nichts Aufregenderes vorstellen, als einen Kampfjet zu fliegen. Er nimmt sich fest vor später einmal Pilot zu werden, keine einfache Aufgabe im Nachkriegsdeutschland.
Doch dann immigriert die Familie in die USA und Dieters Wunsch geht in der frühen Phase des Vietnamkrieges in Erfüllung. An Bord eines Flugzeugträgers wird er auf seinen ersten Einsatz über Laos vorbereitet. Doch leider wird dieser erste Einsatz auch sein vorerst letzter.
Fernab von einer US Militärbasis inmitten des Dschungels wird Dieter abgeschossen. In dieser unbekannten und feindlichen Umgebung, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Flieger auf seinen eher amateurhaften Versuchen im Dickicht zu überleben, von laotischen Soldaten festgenommen wird.
Nach einem erbarmungslosen Tribunal wird er in ein Kriegsgefangenenlager gebracht, in dem sich bereits andere Insassen befinden. Die beiden Amerikaner Duane (Steve Zahn) und Gene (Jeremy Davis) sind bereits seit zwei Jahren in dem Camp und das hat sie an die Grenzen des menschlichen Verstandes geführt. Duane lebt in ständiger Angst und wagt es kaum laut zu sprechen, während Gene ununterbrochen davon redet, dass es sowieso nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sie endlich aus diesem Lager befreit werden. Eigentlich könnte die Verstärkung jede Sekunde eintreffen.
Doch Dieter will sich nicht brechen lassen. Mit seinem optimistischen Geist bringt er Schwung in die Runde, und plant schon von der ersten Sekunde seines Aufenthaltes, die möglichst baldige Flucht.
Aber das ist schwieriger, als ihm zunächst bewusst ist. Alle Insassen haben panische Angst vor den laotischen Soldaten, vor allem vor „Little-Hitler“. Niemand wagt es auch nur an Abhauen zu denken. Und würde Dieter die Flucht alleine antreten, würden die anderen sicherlich grausam bestraft. So ist es vor allem der zunehmend psychopathische Gene, der Dieter das Leben nicht gerade leicht macht.
Doch dann gehen dem Camp langsam die Lebensmittel aus und die Gefangenen belauschen ein Gespräch der Wärter, in dem sie planen alle Insassen umzubringen um wieder in ihre Dörfer zurückkehren zu dürfen. Nun müssen sie handeln, und mit vielleicht ist das Schicksal endlich mal wieder auf ihrer Seite.
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| FILMKRITIK
Werner Herzog, Regie-Altmeister, hat sich mit Rescue Dawn an eine typisch amerikanische Geschichte gewagt, vielleicht sogar seine erste, obwohl er auch schon zuvor in den Staaten gearbeitet hat.
Zwar handelt die Geschichte von einem deutschen Immigranten, doch Dieter Dengler ist das Paradebeispiel für all jenes, was für das goldene Amerika steht. Er ist jung und stark, hat einen fast überirdischen Optimismus, ist durchsetzungsfähig und phantasievoll und gibt vor allem niemals auf. Es wäre allzu leicht hier in einen amerikanischen Patriotismus zu verfallen, gegen den auch deutsche Regisseure nicht immun sind. Siehe beispielsweise Wolfgang Petersen mit Air Force One oder das Paradebeispiel Roland Emmerich mit Independence Day.
Doch Herzog schlägt andere Wege ein und kreiert mit Rescue Dawn einen untypischen Kriegsfilm, der vor allem durch seinen Protagonisten zu einen einmaligen Abenteuer wird.
Egal in welche Situation es Dieter Dengler verschlägt, er bleibt immer frohgemut und vor allem zweifelt er nie daran, dass er irgendwann gerettet wird. Dabei umgeht Herzog gerade in den ersten zwei Dritteln des Filmes typische Vietnamkriegklischees, die zwar bei Apocalypse Now noch neu und innovativ waren, mittlerweile aber einen schalen Beigeschmack haben. Zwar rutscht der Film im letzten Drittel dann doch in diese Richtung, doch zu diesem Zeitpunkt hat man ein intimes Verhältnis zum Protagonisten aufgebaut, so dass dieser Fauxpas nicht mehr so ins Gewicht fällt.
So ist es denn auch Christian Bale, der in dieser ungewöhnlichen Rolle, alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Gewohnt brillant agierend, erfrischt er als Dengler die Zuschauer immer wieder mit seinen merkwürdigen Ansichten und seiner fast schon penetrant positiven Gemütslage. Selbst wenn er gefoltert wird, hat er immer noch einen kecken Spruch auf den Lippen.
Dass dies nie ins platte Komödiantische verfällt, ist vor allem Bale zu verdanken. Er spielt den Charakter mit einer Intensität, die dazu führt, dass man ihm nahezu alles abkaufen würde, auch wenn er sich zu noch absurderen Absichten entschließen sollte.
Interessant ist, dass an dem Film der Beigeschmack eines Erfahrungsberichtes haftet. Herzog, der mit Dieter Denlger persönlich bis zu dessen Tod befreundet war, und schon 1997 mit seiner Dokumentation Little Dieter needs to fly Zuschauer und Kritiker überzeugte, verfilmt das Leben seines Freundes ganz offensichtlich in dessen Sinne. Manchmal kann man Dengler fast hören, wie er im Hintergrund erzählt, wie er die Strapazen im Dschungel durchstanden hat. Das verleiht dem Film Authentizität, doch gleichzeitig umwebt er ihn auch mit einer mystischen Spannung. Die Ereignisse wirken manchmal verfremdet, als hätte Dieter seinem ohnehin schon gefährlichen Abenteuer noch die nötige Würze durch die eine oder andere Idee hinzugefügt.
Doch all dies tut dem makabren Vergnügen diesen Film zu schauen, keinen Abbruch. Er ist oft witziger als manche Hollywoodkomödie, und allemal interessanter.
| FAZIT
Ein Kriegsfilm, der keiner sein mag und den Zuschauer oft mit seinem eigentümlichen Humor überrascht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung