FILM REVIEW | Mimzy ‑ Meine Freundin aus der Zukunft
Mimzy ‑ Meine Freundin aus der Zukunft
Abenteuer,
Familie,
Drama
| USA 2007
| INHALTSANGABE
Das Leben des zehnjährigen Noah könnte wirklich besser sein. Die Schule geht ihm genauso auf die Nerven wie seine hochbegabte kleine Schwester Emma und dann soll er seine Osterferien auch noch mit seiner Familie und abgeschieden von jeglicher Zivilisation verbringen. Doch schnell entpuppen sich die Ferien als außerordentlich abenteuerlich. Denn Noah und Emma finden am Strand vor ihrem Ferienhaus eine seltsame Kiste, die angefüllt ist mit ziemlich merkwürdigen Dingen. Darunter ein Stoffhase, den Emma umgehend in ihr Herz schließt.
Das Plüschtier ist jedoch alles andere als ein gewöhnliches Spielzeug. Zunächst einmal spricht er mit Emma und erzählt ihr die erstaunlichsten Sachen. Er bringt ihr bei, wie man aus den Gesteinsbrocken, die er mitgebracht hat, einen Kreisel baut, zeigt ihr, wie man fliegt und kann außerdem Gedanken lesen. Auch seinen Namen verrät er ihr: Mimzy. Aber auch Noah ist wie gebannt von den merkwürdigen Dingen, die ihm passieren, sobald er die neuen Spielsachen zur Hand nimmt. Plötzlich kann er die Schwingungen der Welt wahrnehmen, Insekten in von ihm gewünschte Richtungen lenken und Dinge verschwinden und wieder auftauchen lassen.
Den Eltern bleiben die Veränderungen ihrer Kinder natürlich nicht verborgen. Zunächst macht sich vor allem Jo, die Mutter, Sorgen um Noah, dessen plötzliche Genialität sie beängstigend findet. Und als dann plötzlich Noahs Biologielehrer vor der Tür steht und sie mit einer ganz unglaublichen Erklärung für das Verhalten der Kinder konfrontiert, überstürzen sich die Ereignisse. Aus Versehen hat Noah nämlich während seiner heimlichen Beschäftigung mit den gefundenen Sachen die Stromversorgung der halben Stadt lahmgelegt und nun ist auch das FBI auf die seltsamen Vorkommnisse aufmerksam geworden. Eigentlich wäre die Lösung des Rätsels ganz einfach, Mimzy hat sie Emma verraten. Doch die Erwachsenen hören einfach nicht zu. Und dabei wäre genau das äußerst wichtig, denn es steht viel auf dem Spiel.
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| FILMKRITIK
Zu Beginn des Films wird anhand weniger kurzer Szenen deutlich gemacht, dass sich auch die Welt der Kinder aufgrund der Elektrifizierung des Lebens verändert hat. Im Schulbus sitzen sie ruhig nebeneinander, jedes mit sich und seinem Handy oder seinem Computerspiel beschäftigt. Gezeigt wird eine Welt zunehmender menschlicher Isolierung, wobei die Wahrnehmung von den Medien beherrscht wird.
In diese Welt bricht eine unscheinbare Kiste angefüllt mit ebenso unscheinbaren Dingen, die jedoch die Neugier der Kinder genauso herausfordern wie ihren Spieltrieb. Und so handelt der Film auch zu einem großen Teil vom Staunen und von schier unglaublichen Dingen, die man im Universum entdecken kann, wenn man nur neugierig genug ist und genau hinsieht. Die Frage ist nur, wie viel Unglaubliches man glaubt. Den Eltern fällt es – im Gegensatz zu ihren Kindern – zumindest schwer, mit den Wundern, die um sie herum geschehen, umzugehen. Eine rationale Antwort suchen sie in Esoterik, Religion und moderner Medizin, ohne auch nur zu ahnen, dass sich das, was sie suchen, direkt vor ihren Augen befindet.
Genau genommen wissen sie zu Beginn ebenso wenig wie die Kinder. Und gerade das macht den Film nicht nur für diese, sondern auch für die Zuschauer zu einem Abenteuer. Selten tappte man so vergnügt im Dunkeln wie hier. Zwar wird uns verraten, woher das seltsame Spielzeug kommt, doch wie es verwendet werden muss und was es alles kann, muss zunächst einmal herausgefunden werden. Auch wenn des Rätsels Lösung dann eine deutliche moralische Idee enthält, vermeidet es der Film, uns eine dementsprechende Botschaft aufzudrängen. Dennoch schafft er die Möglichkeit, den Blick auf die Welt ein wenig zu erweitern und vielleicht auch zu verändern.
Die gut gecasteten Darsteller füllen ihre Rollen voll und ganz aus. Es gelingt ihnen, die Zuschauer für sich einzunehmen und in die Handlung hineinzuziehen. Die beiden Kinderdarsteller Chris O'Neil und Rhiannon Leigh Wryn zeigen – angesichts ihres Alters – eine beachtliche Leistung. Anfang und Ende des Films sind, was ihre emotionale Ausrichtung betrifft, zwar etwas übertrieben, doch davon sollte man sich die weitgehend gelungene Mitte nicht vermiesen lassen. Insgesamt ist "Mimzy" ein wundervoller Familienfilm, an dem aber vor allem Kinder ihre Freude haben werden.
| FAZIT
"Mimzy" ist ein Science-Fiction-Märchen für Kinder. Auch Erwachsene werden ihren Spaß an dem Film haben, sofern sie sich auf ihn einlassen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung