Nick Hume führt ein perfektes Leben: er hat es als Manager weit gebracht und führt ein Privatleben, wie es im (Dreh-)buche steht. Seine Frau ist wunderschön, seine zwei Söhne im Teenageralter sind „gute Jungs“. Besonders Brendan, der ältere wird von Vater Hume unterstützt und gefördert wo es geht. Eishockeyspieler in der Profiliga will er vielleicht werden.
Eines abends, Vater und Sohn kommen von einem erfolgreichen Spiel zurück, werden sie von zwei Autos überholt, die das Licht aushaben. Hume blinkt, um sie darauf aufmerksam zu machen und weiß nicht, dass er damit das Todesurteil seines Sohnes unterzeichnet hat. Denn unter Gangmitgliedern ist es als Initiationsritus üblich, den zu töten, der als erster mit dem Licht aufblinkt.
An einer heruntergekommenen Tankstelle muss Hume wehrlos dabei zu sehen, wie sein Sohn mit einer Machete hingerichtet wird. Dem flüchtenden Mörder kann er die Skimaske vom Gesicht ziehen. Vor Gericht wird ihm eröffnet, dass eine Verurteilung milde ausfallen wird und so entschließt sich Hume hier, von nun ab eigene Gesetze gelten zu lassen. Er macht sich auf die Suche nach dem Jungen und bricht damit, blind vor Schmerz, einen Krieg los, den er nicht mehr stoppen kann.
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| FILMKRITIK
„Death Sentence“ stammt vom selben Regisseur wie „Saw“, was sich anhand des Blutgehaltes nicht leugnen lässt. James Wan beginnt seinen Film mit verwackelten Homevideoaufnahmen, die von einer Familienidylle erzählen, aber auch von einem Vater, der eindeutig einen seiner Söhne bevorzugt. Etwas ist aus dem Gleichgewicht in dieser so perfekt erscheinenden Familie.
Nach einem Eishockeyspiel des Sohnes, auf dem Weg nach Hause, mit großen Plänen im Gepäck, ändert sich alles im Leben von Nick Hume und seiner Familie. Sie geraten in den Initiationsritus einer Gang. Wan lässt die beiden aufgepimpten Ghettofahrzeuge zunächst wie Geisterfahrzeuge erscheinen, Spielbergs „Duell“ lässt grüßen, sind die Scheiben schwarz und keine Menschen dahinter zu erkennen. Das ist gruselig und die Gangster bekommen immer noch kein Gesicht, selbst wenn sie den Tankwart kaltblütig erschießen um den zu Initiierenden sein Werk tun lassen zu können: Humes Sohn niederzustrecken.
Das erste „Gesicht“ bekommt dann auch dieser, selber noch ein Junge und später von der Polizei als „animal“ bezeichnet. Doch vor Gericht weigert sich Hume ihn als den Mörder seines Sohnes staatlich anerkennen zu lassen, da er keine gerechte Strafe erwarten wird. Hume wird selbst zum Mörder, ohne zu wissen, dass der von ihm Getötete unter besonderem Schutz des Oberhauptes der Gang steht. Dessen Zorn entfacht er und der wütet von nun an nach dem Prinzip der Rache und der Gegenrache.
Seines Lebens wird Hume jedenfalls nicht mehr froh, denn er gibt einfach nicht auf. Immer wieder, fast wie die Monster in Horrorfilmen es oft tun, steht er auf als wolle er dem Prinzip Gegenrache den Beweis erteilen. Und genau diese Wendung des Films, an dem er das erste Mal wiederaufersteht, schwächt ihn. Der Film verliert an Drive und zieht sich streckenweise, ausgerechnet bei den Actionszenen, nur mühsam wie Gummi in der Sonne dahin. Von Spannung kann man nicht sprechen, denn es ist klar, dass es um einen Mord nach dem anderen geht. Außerdem verliert man alle Sympathien für Hume und ist nur noch angewidert von seiner Blutgier.
Da gibt es Blut, Blut und Blut. Meistens dann, wenn man für einen kurzen Augenblick gerade nicht daran denkt (was kaum möglich ist in den kurzen „Blutpausen“). Wenn einem nicht schon übel von der streckenweise sehr wackeligen Handkamera geworden ist, dann spätestens hier.
Allerdings kann man Wan auch anders auslegen: die Übelkeit die die Kameraführung vor allem in den Gangszenen auslöst ist vielleicht gewollt eingeplant, als eine Art Sensurround auf Bildebene vielleicht. Diese grobkörnigen Handkameraeinlagen wechseln sich übrigens thematisch mit perfekt gelackten und ruhigen Aufnahmen ab, die für die Szenen in Humes Villa und Büro stattfinden.
Wan nutzt die Problematiken der amerikanischen Gesellschaft aus, den Gegensatz zwischen Arm und Reich, Ghetto und Suburbia, privilegiert und benachteiligt auf einer möglichst rassenunabhängigen Ebene zu zeigen. Die Rollen sind, außer der perfekten weißen Vorzeigefamilie, bewusst beliebig an gleichermaßen Schwarze, Weiße und Latinos verteilt. Die Gang ist überwiegend weiß und die resolute Polizeikommissarin schwarz. Das fällt auf, denn hier wurde bewusst „politish correct“ und vor allem für die Zielgruppe besetzt.
| FAZIT
Brutaler, nur streckenweise spannender Rachethriller, über einen Mann, der seine Familie rächt und dabei nach dem nur allzu bekannten Dezimierungsprinzip bis zum letzten Mann vorgeht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung