Drama,
Komödie,
Liebesfilm
| Australien / USA 2007
| INHALTSANGABE
Nach langer, harter Arbeit ist Kate Armstrong beruflich an ihrem Ziel angekommen: als Chefköchin in einem Nobelrestaurant. Und da sie auch sonst mit ihrem Leben durchaus zufrieden ist, kann sie nicht verstehen, dass ihre Chefin von ihr verlangt, eine Therapie zu machen. Auch dem Therapeuten ist nicht so ganz klar, was Kate in seinen Sitzungen eigentlich will, immerhin ist er auch nach wochenlanger Arbeit noch nicht bis zu ihr durchgedrungen. Denn Kate verschanzt sich hinter einem selbst auferlegten Regelwerk, an dem sich ihr perfekt organisiertes Leben orientiert.
Dieses Leben gerät ordentlich durcheinander, als ihre Schwester tödlich verunglückt. Der Schock sitzt tief und doch bleibt Kate keine Zeit zu trauern, denn nun ist sie verantwortlich für ihre kleine Nichte Zoë, die nur wenige Tage nach dem Unglück bei ihr einzieht. Kate gibt sich alle Mühe, einen Zugang zu dem traurigen Kind zu finden, aber die macht es ihr nicht gerade leicht. Vor allem, dass Zoë sich vehement weigert, Nahrung zu sich zu nehmen, treibt Kate bald in Verzweiflung.
Doch nicht nur ihr Privatleben scheint ihrer Kontrolle mehr und mehr zu entgleiten, auch beruflich muss sie sich auf mehr Veränderungen einlassen, als ihr lieb ist. Denn als Kate nach kurzer Auszeit wieder im Restaurant erscheint, steht ein neuer Koch am Herd: Nick Palmer. Nick ist auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von Kate. Seine Art zu kochen ist reichlich unkonventionell. Er ist mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache, und da er italienische Opern liebt, singt er gerne bei der Arbeit. Mit seinem Humor und seiner lockeren Art bringt er gute Laune in die Belegschaft, was Kate ganz und gar nicht gefällt. Denn sie ist sich sicher, dass Nick kein geringeres Ziel verfolgt, als ihr den Posten als Küchenchef streitig zu machen, für den sie so hart gekämpft hat.
Vergeblich versucht Nick, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Doch so sehr er sich auch bemüht, alle Versuche, ein freundschaftliches Verhältnis zu ihr aufzubauen, prallen an Kate ab. Eines Abends allerdings muss Kate Zoë mit ins Restaurant nehmen, weil kein geeignetes Kindermädchen zur Verfügung steht. Und Nick gelingt, woran Kate bislang gescheitert ist: Er findet einen Zugang zu Zoë und bringt sie sogar dazu, etwas zu essen. Doch nicht nur Zoë scheint allmählich aufzutauen, auch Kate sieht ihr Leben bald mit anderen Augen. Und Nick ist ihr nun eigentlich gar nicht mehr so unsympathisch.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Da es sich bei "Rezept zum Verlieben" um ein Remake handelt, ist es unmöglich, nur über diesen Film zu schreiben, ohne nicht auch das deutsche Original "Bella Martha" für einen Vergleich heranzuziehen. Was den Inhalt der beiden Filme angeht, so unterscheiden sie sich nicht sehr voneinander, immerhin liegt ihnen das gleiche Drehbuch zugrunde.
Dennoch unterscheiden sich beide Filme ganz eindeutig voneinander und das nicht nur, was die Ausgestaltung des Endes und die Verlagerung des Handlungsmittelpunktes betrifft. An den beiden Versionen kann man geradezu exemplarisch die unterschiedlichen Filmtraditionen Europas und Amerikas (besser: Hollywoods) ablesen. Was in Deutschland noch ein überraschender Beziehungsfilm war hat sich nun in eine romantische Komödie verwandelt. Dementsprechend wartet "Rezept zum Verlieben" nicht nur mit mehr rührseligen Szenen auf, sondern ist auch deutlich lustiger.
Auch der Cast ist ganz dem Stil Hollywoods angepasst. "Rezept zum Verlieben" funktioniert als Star-Vehikel für Catherine Zeta-Jones, die – auf ihre Weise – gut in diese Version des Films passt. Auch Abigail Breslin alias Zoë – die jedem noch aus "Little Miss Sunshine" in Erinnerung sein dürfte – ist derzeit auf der Leinwand gern gesehen. Sie beherrscht ihre Rolle allein schon durch ihre liebenswerte Präsenz.
Bella Martha ist europäisch. Rezept zum Verlieben ist Hollywood Pur. Welchen Film man bevorzugt, hängt vor allem damit zusammen, welche Art des Filmemachens man bevorzugt. Mag man Filme mit Ecken und Kanten, die sich gegen die Konventionen stemmen, neue Geschichten erzählen und das Leben widerspiegeln, wie es tatsächlich sein könnte, wäre "Bella Martha" zu empfehlen. Bevorzugt man jedoch unterhaltsame, ästhetisch glatte Filme, deren Handlung vorhersehbar ist, deren Figuren leicht zu durchschauen sind, und bei denen es sich ganz harmlos lachen und weinen lässt, ist "Rezept zum Verlieben" sicherlich die bessere Wahl.
| FAZIT
Die amerikanische Variante des Films "Bella Martha" reicht zwar an das Original nicht heran, ist aber mehr als dieser als unterhaltsamer Familienfilm zu empfehlen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung