Komödie,
Musical,
Romanze
| Großbritannien / USA 2007
| INHALTSANGABE
Die sechziger Jahre waren in Sachen Style und Musik ein wildes Jahrzehnt. Im beschaulichen Baltimore haben Tracy und Penny nur zwei Sachen im Kopf: wie hoch sie ihre Haare toupieren können und die „Corny Collins Show“. Die Schule ist ihnen egal, im Leben gibt es für sie nur die tanzenden Paare, allen voran Link den Schulschwarm, der mit seiner zickigen Freundin Amber auftritt. Ambers Mutter, Ex-Schönheitskönigin, ist die intrigante Managerin des Senders, die alles versucht, damit ihre Tochter im Rampenlicht steht und immer die Führende im Wettbewerb um „Miss Teenage Hairspray“ ist.
Tracy und Penny tanzen immer wild vor dem Fernseher mit und eigentlich kann Tracy viel besser tanzen als die hübsche Amber. Tracy aber ist ziemlich moppelig. Zu moppelig um am kurz bevorstehenden Casting teilzunehmen, befürchtet gut gemeint ihre Mutter. Sie geht trotzdem hin und kann alle von ihren Tanzkünsten überzeugen, besonders Link. Die Managerin aber natürlich nicht, die sie demütigt und fortschickt.
Tracy gibt immer noch nicht auf und ein wahrer Fankult tut sich um sie auf. Das stört besonders Ambers Mutter, die befürchtet den nahenden Contest zu verlieren.
Tracy indessen setzt sich dafür ein, dass die Schwarzen der Stadt gleichberechtigt an der Show teilnehmen können. Doch sie muss noch einige Hindernisse überwinden, bis sie ihre Träume erreicht.
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| FILMKRITIK
Schon 1988 fand man offenbar die 60er Jahre urkomisch, denn damals inszenierte John Waters den Urfilm „Hairspray“. Am Broadway sollte 2002 eine Musical-Bühnenversion folgen. Jetzt, 2007, wurde das alte Drehbuch mit einigen neuen Liedern aufgepeppt und von Regisseur Adam Shankman verfilmt. Dabei ist es weder ein Remake des Films noch die einfache Verfilmung des Bühnen-Musicals.
Die Geschichte ist im gemütlichen Baltimore angesiedelt, wo die Stars aus dem Lokalfernsehen noch zum anfassen sind. Link für den Tracy schwärmt, geht auf dieselbe Schule wie sie und so kann sie jeden Tag aufs Neue hoffen, dass er sie endlich bemerkt.
„Hairspray“ ist in gleichem Maße Komödie wie Musical. Durch die Schauspieler, insbesondere Christopher Walken, der den Besitzer des Scherzartikelladens Wilbur Turnblad spielt, kommen Riesenbrillen, Springteufel und Furzkissen zu ganz besonderen Ehren. Er versteht es, genau richtig dosiert die eigentlich schlechten Witze mit den obig genannten Requisiten hervorragend getimt zu inszenieren. Zum kaputtlachen.
Ein wichtiger Bestandteil des Films ist aber auch der Kampf der Schwarzen um Gleichberechtigung an den zu erinnern es nie mangeln sollte, denn schließlich ist dieses Ereignis noch nicht allzu lange her.
Tracy freundet sich in der Schule mit einigen Schwarzen an und tanzt mit ihnen, sie als Außenseiterin gesellt sich zu den anderen Außenseitern. Sie bemerkt erstmals wie ungerecht die Rassentrennung ist und beschließt, sich dagegen einzusetzen, koste es, was es wolle. Tracy riskiert sogar ihre Teilnahme an der Tanzshow. Sie wird so zur Symbolfigur der Randfiguren, die es aber doch zu etwas bringen können.
Bemerkenswert ist das Casting des Films. Da wäre einmal die „alte Garde“ an Schauspielern aus den unterschiedlichsten Generationen zu nennen: Jerry Stiller, Christopher Walken, John Travolta, Michelle Pfeiffer und Queen Latifah. Bei den Newcomer dürften die meisten Namen noch nicht allzu bekannt sein: Brittany Snow vielleicht schon, aber Zac Efron, Elijah Kelley, Allison Janney dürften erst noch ihren Weg in die Köpfe der Zuschauer finden. Nikki Blonsky die die Tracy spielt, tritt erstmalig in einer Profirolle auf, zuvor hatte sie nur in „Laienmusicals“ mitgewirkt.
Alle Schauspieler ergeben ein überzeugendes Ensemble, jede Rolle sitzt perfekt und erzeugt jenen Sog auf der Leinwand, dass man von jeder und jedem eigentlich gerne mehr sehen würde. John Travolta in der Rolle der Edna Turnblad, der ganz in der Tradition der modernen Genderwechselrollen stark übergewichtig ist, spielt seine Rolle einzigartig und kreiert eine vollkommen eigene Figur.
Der Spaß ist immer wieder mit einem Hauch von Ernst angereichert, der diesem umso mehr an qualitativem Niveau gibt und den Film so vor der Gefahr des Klamauks beschützt. Trotzdem, oder gerade deshalb ist „Hairspray“ ein Feel Good-Movie, der diesen Namen mit jedem Buchstaben verdient.
| FAZIT
Urkomische Musical-Komödie in den Sechziger Jahren angesiedelt, mit einem Schauspielerensemble, das sich gewaschen hat und politischen Untertönen die ihm Tiefe geben.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung