Die Highschool-Absolventen Evan und Seth werden bald auf verschiedene Colleges gehen – vorbei die schöne Zeit als unzertrennliche Freunde. Doch so schön waren die Jahre als Schulaußenseiter auch wieder nicht, und jetzt ist es fünf vor zwölf: Schließlich will keiner von beiden die Highschool ohne wilde Party und erstem Sex verlassen. Gut, dass der dritte im Bunde, Fogell, einen gefälschten Organspenderausweis aus Hawaii hat: Damit kann er vielleicht den nötigen Alkohol besorgen, denn die hübsche Jules für ihre Party braucht.
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| FILMKRITIK
Es war einmal ein Film, der hieß „American Graffiti“ und ließ ein paar Jugendliche eine wilde, gefährliche Nacht erleben, in der sie Abschied vom behüteten Schülerdasein nahmen. Die amerikanische Erfolgskomödie „Superbad“ erinnert in ihren besten Momenten an diesen großen Film von 1973. Auch hier erzeugen ungenutzte Hormone und der nahe Abschied von der Highschool mächtig Druck auf die jungen Helden – so sehr, dass die in einer einzigen Nacht aufholen wollen, was ihnen an Erfahrung und Image seit vielen, vielen Jahren abgeht.
Auch hier geht es um die Angst vor der Zukunft, hängt der Trennungsschmerz über dem dicken Seth und dem stillen Evan. Doch gibt es noch so viel Wichtigeres zu erledigen, wie Alkohol mit gefälschtem Ausweis besorgen, und vor allem Sex. Die Antihelden, die noch nie eine gelungene Unterhaltung mit einem Mädchen hatten, gehen voller Hoffnung auf Jules’ Party, nicht ohne Kondom in der Tasche. Der dicke Seth, der schon als Kind am liebsten Penisse zeichnete, klopft mit Hingabe ordinäre, lüsterne Sprüche.
Und dann beginnt diese Nacht, die alles verändern wird, und in der die Welt da draußen sich den naiven Schülern zum ersten Mal offenbart. Seth und Evan landen auf der falschen Party, auf der sich erwachsene Kriminelle tummeln. Der altkluge Brillenträger Fogell gar wird beim Alkoholkauf von der Polizei aufgegriffen – und erlebt sein blaues Wunder: Die beiden Cops betrachten ihn als ihren besten Freund, gehen mit ihm saufen und lassen ihn mit der Pistole schießen.
Der Witz des Films kommt zum großen Teil aus den Szenen mit den Gesetzeshütern, die alles machen, was sie nicht dürfen. Für weitere Lacher sorgt die absurde Kluft zwischen Sein und Schein in den Dialogen der drei Hauptfiguren. Auch die slapstickreiche Situationskomik reißt nicht ab. Wie war das mit dem Menstruationsblut auf der Hose von Seth, und dem Handyfoto, das jemand davon machen wollte?
Seth, Evan und Fogell bleiben sympathische Individuen, mit denen man sich identifizieren kann – stets gespalten zwischen Wunsch und Wirklichkeit, meistens nur um Haaresbreite vom ultimativen Erfolg entfernt. Für einen lustigen Abend ist mit „Superbad“ gesorgt, und das obwohl schon die Abenteuer der gewissenlosen Cops mit Lust alberne Comedy sind. Wäre der Film nicht 113, sondern nur 90 Minuten lang geworden, hätte ihm auch nichts gefehlt. Dauerhaft im Gedächtnis bleiben wird er, im Gegensatz zu „American Graffiti“, wohl nicht.
| FAZIT
Seth, Evan und Fogell haben es eilig: Die Highschool geht zu Ende und sie hatten noch keinen Sex – Comedyspaß mit Dialogwitz, Slapstick und Lachgarantie.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung