Cody Maverick wächst als Pinguin in Buenos Eisig in der Antarktis auf. Anstatt von einer Zukunft in der Fischfabrik träumt der Hobbysurfer von einer Karriere als Profisportler. Sein großes Vorbild ist Big Z, der ihm einst eine Muschel mit eingraviertem Z schenkte. Eines Tages kommt ein Talentscout nach Buenos Eisig, und Cody ergreift die Chance seines Lebens: Er folgt ihm auf das tropische Pin Gu Eiland, wo der 10. „Big-Z-Memorial-Surf-Cup“ bevorsteht.
Dort verliert er zwar sofort einen Wettkampf gegen den bulligen Favoriten Tank. Doch Cody gewinnt neue Freunde: die hübsche Rettungsschwimmerin Lani und den schrägen Gockel Chicken Joe, der immer gut drauf ist. Lanis Onkel, der zurückgezogen im Dschungel lebt, entpuppt sich zudem noch als sein großes Vorbild Big Z, der seinen Surfertod vor Jahren nur vorgetäuscht hatte. Wird Big Z ein wenig mit Cody trainieren?
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| FILMKRITIK
In der 3D-Animation ist inzwischen so gut wie nichts mehr unmöglich, doch heißt das nicht, dass es für die entsprechenden Bilder nur noch eines Knopfdruckes bedarf. Die Animationskünstler müssen eigens die Software erstellen, die zum Beispiel die Bewegungen des Ozeans so nachmacht, dass man wirklich glaubt, demnächst ein bisschen nassgespritzt zu werden. „Könige der Wellen“ meistert diese Aufgabe hervorragend und lässt staunen über das tanzende Licht auf dem Meer, die Luftblasen unter Wasser, den weißen Schaum, der dem Sandstrand begegnet.
Nach „Jagdfieber“ haben Sony Pictures Animation und Imageworks also noch einmal nachgelegt und bewiesen, welches kreative Potenzial in der CGI-Technik steckt. Cody und seine Freunde surfen so wendig wie echte Sportler auf den großen Wellen, die watschelnden Pinguine verfügen über einen Mienenspiel mit Lächeln, Augenbewegungen und Kopfneigungen, das komplexe menschliche Gefühle ausdrückt. Sogar eine echte Dokumentarkamera wurde verwendet, um die Bewegungen einer Handkamera zu reproduzieren: damit der Dokumentarstil des Films authentisch erscheint.
Die Regisseure Ash Brannon und Chris Buck entschieden sich nämlich für einen Erzählrahmen, der das Reality-Fernsehen nachmacht: Cody und die Seinen geben während der Handlung stets Interviews für unsichtbare Kameraleute und die Welt, die ihnen über die Schulter schaut: „Ich hab’s vermasselt“. Durch diesen Erzählstil wird das Milieu der jungen Extrem- und Funsportler gut getroffen, und auch die Synchronisation spiegelt es in den vielen Anglizismen: Cody spricht zum Beispiel davon, dass sein Surfbrett noch „nicht ausdesignt“ ist oder will, dass Big Z ihm „ein paar Moves“ zeigt.
Der Tonfall ist locker, leicht ironisch und der ausgefeilten Charakterzeichnung angepasst. Cody gibt den coolen Jugendlichen, Big Z ist der gutmütige Genießer, Chicken Joe, das einzige Huhn unter Pinguinen, ist ein echter Friede-Freude-Eierkuchen-Typ: Nicht immer frei von dubiosen Substanzen, freundet er sich sogar mit einem Kannibalenstamm im Dschungel an, der ihn zum Abendessen kochen wollte.
Selbst die Musik ist sorgfältig auf das Milieu der Geschichte abgestimmt und beinhaltet Songs von Pearl Jam und Incubus. Die Pinguine verleihen der Handlung Komik, indem sie meistens, wie die Menschen im richtigen Leben, nicht ganz das meinen, was sie sagen. Wer diesen Sommer nicht beim Wellenreiten war, kann sich mit diesem inspiriert gestalteten Film trotzdem am Puls der Szene fühlen.
| FAZIT
Ein Höhepunkt der CGI-Animation, gepaart mit einem witzig-modernen Drehbuch, das den Reality-TV-Stil nachmacht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung