Thriller,
Action,
Abenteuer
| Deutschland / USA 2007
| INHALTSANGABE
Jason Bourne ist auf der Suche nach seiner wahren Identität, nach wie vor. Und nach wie vor wollen seine Widersacher bei der CIA seine Herkunft verschleiern. Ein Journalist, der vielleicht zu viel weiß, wird ermordet, seine Quelle, ein spanischer CIA-Mann, ebenfalls, und immer sind die Killer auch hinter Bourne und Nicky Parson (aus dem zweiten Teil) her… Die Jagd geht durch alle möglichen Städte in Europa, bis zum Finale in New York…
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| FILMKRITIK
Mit hohem Tempo steigt der Film ein, da, wo der 2. Teil aufgehört hat: In Moskau, Verfolgungsjagd, diesmal jagt die russische Polizei hinter Bourne her, um ihn zu belangen wegen der Verfolgungsjagd Ende des letzten Filmes. Und in hoher Geschwindigkeit geht’s weiter, mit eindringlicher Spannungsmusik, fragmentarischem Schnitt, wackliger Handkamera, die Unsicherheit und Unübersichtlichkeit in Bournes Leben signalisiert. Die aber dabei, das ist ein fast wundersames Geheimnis der Inszenierung, doch nie beliebig wird, sich nie verzettelt, immer die Spannungsdramaturgie einerseits, den verwickelten Gefühlszustand Bournes andererseits auf den Punkt bringt.
Bourne ist der Held ohne Identität, auf der Suche nach seiner Menschlichkeit, die er durch Folter und Gehirnwäsche und seine Neugeburt als CIA-Killer verloren hat, auf der Suche nach den Ursprüngen, die ihn zu dem gemacht haben, was er ist: eine tödliche Killermaschine, die auf Grundlage von Instinkt und Reflex funktioniert. Gleichzeitig wird er gejagt von seinen Feinden bei der CIA, die ihn erzeugt haben und nun das Geheimnis wahren wollen. Bourne auf der Suche und auf der Flucht – das gibt dem Film Drive, mit ständigen Spannungssequenzen, die kaum Erholung bieten – und es geht beinahe im Minutentakt von einem Schauplatz zum anderen, von Moskau nach Paris, nach London und Madrid, nach Tanger und New York.
Meisterhaft die Szene, wie Bourne, der den Überblick hat, eine Kontaktperson durch ein Labyrinth feindlicher Agenten schleust, in Londons Waterloo Station, durch eine Mall – und dabei ist immer auch der Blick auf die Überwachungszentrale des Geheimdienstes gerichtet, der mit Überwachungskameras und Richtmikrophonen Bourne auf die Spur kommen will, und gleichzeitig ist auch noch ein Killer unterwegs… Ein Feuerwerk der Blicke, ein genau choreographiertes Ballett von Beobachten und Beobachtetwerden, genau auf Spannung hin inszeniert und im Zusammenspiel aller filmischen Elemente von hoher Intensität. Genauso bei einem Faustkampf in einer marokkanischen Wohnung, hart, brutal, auf Leben und Tod – hier sieht man, wie sehr sich der neue Craig-Bondfilm an den Bourne-Filmen orientiert hat, sehr zu seinem Vorteil.
Und dieses Niveau hält der Film durch, von vorn bis hinten bei seiner Tour de Force, die nie nachlässt. Sicherlich sind manche Dialoge in diesem dritten Bourne-Film schlecht, flach und klischeehaft (eine kurze Szene mit Daniel Brühl sollte ersatzlos gestrichen werden). Aber das Hauptaugenmerk liegt auf Action, auf einer bodenständigen, ruppigen, rotzigen Action, die nicht wie bei Bruckheimer (oder in so manchem Bond-Film) zum Selbstzweck wird oder zum eigenen ästhetischen Vergnügen. Sie ist präzise und wirkungsvoll inszeniert, und mit einem Matt Damon, dessen Dead-Pan-Acting die Befindlichkeit eines zerbrochenen, identitätslosen Unmenschen sehr genau und ganz menschlich dargestellt.
| FAZIT
Ein intensiver Spionagethriller, ein würdiger Nachfolger der zwei vorhergehenden Bourne-Filmen. Spannend, hart, mit vollem Tempo inszeniert.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung