Der Südostasienkorrespondent des Wall Street Journals Daniel Pearl und seine Frau Mariane, ebenfalls Journalistin, sind im pakistanischen Karatschi, um für einen Artikel über ein Schuhbombenattentat zu recherchieren. Danny verlässt eines Tages das Haus, um sich mit einem wichtigen Terroristenführer zu treffen, der ihm Informationen liefern soll. Es könne spät werden, hat er zwar gesagt, trotzdem beginnt sich Mariane langsam Sorgen zu machen, als es immer später wird. Am nächsten Morgen ist ihr Mann immer noch nicht da und sie beginnt mit eigenen Recherchen. Ihre Gastgeberin Asra, eine Kollegin Dannys, hilft ihr.
Schließlich informieren sie die Behörden, die daraufhin im Haus von Asra eine groß angelegte Suche nach Danny starten. Dass er entführt worden ist, kristallisiert sich zunehmend heraus und bestätigt sich wenig später, als eine Forderung der Kidnapper kommt. Die schwangere Mariane bleibt stark und bemüht sich mit allen Kräften die Untersuchungen zu unterstützen. Fünf Wochen später schließt sich das Netz um eine Gruppe von Männern und noch eines finden sie mit Gewissheit heraus: Danny wird nie mehr zurückkehren.
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| FILMKRITIK
„A Mighty Heart“, ist sowohl Originaltitel des Films als auch der Name der Memoiren von Mariane Pearl, die dieses Buch schrieb, um für ihren Sohn Adam den nie gekannten Vater vertrauter zu machen. Die hier beschriebenen Ereignisse fanden im Jahr 2002 statt. Die beiden leidenschaftlichen Journalisten, Mariane und Danny, waren in ein Land gezogen um im Namen der Menschlichkeit und ohne Partei ergreifen zu wollen über die Hintergründe einer Schuhbomber-Geschichte zu recherchieren.
Das Danny mit seiner jüdischen Herkunft in dem moslemischen Land ein umso beliebteres Entführungsopfer sein würde, klingt immer wieder an. Zeit widmet der Regisseur auch der Geschichte, von Mariane und Danny. Die beiden werden als ein sich aufrichtig liebendes Paar gezeigt. Der Verlust des einen erscheint so am Ende umso schwerwiegender. Angelina Jolie spielt Mariane und sie legt ihre Rolle mit einer großen Stärke aus.
Michael Winterbottom, der Brite der in den 80er Jahren Dokumentarfilme machte und dann zum Spielfilm wechselte, fand wohl in der Mischung aus beidem, dokumentarischem und fiktivem, seine ideale Erzählweise (wie schon 1997 mit „Welcome to Sarajevo“). In „A Mighty Heart“ nutzt er dieses Stilgemisch erneut. Natürliches Licht wurde verwendet wo es ging, die digitale Filmkamera von Marcel Zyskind und vor allem Winterbottoms Inszenierungsstil (er probt nicht mit seinen Schauspielern, lässt sie improvisieren und entscheidet spontan den Kamerastandpunkt), erwecken den Eindruck von Authentizität. Als Zuschauer bekommt man den Eindruck das Zeitgefühl zu verlieren, so wie es Mariane im Film wohl selber auch geht.
Winterbottom führt im Grunde sogar ein eigenes Anliegen fort. Sein letzter Film “The Road to Guantanamo” zeigte unter anderem die menschenunwürdige Behandlung unter Terrorverdacht stehender Gefangener in Guantanamo. Hier, in diesem Film fordern die Entführer von Danny, eine bessere Behandlung dieser Gefangenen.
„A Mighty Heart“ liefert die Hintergrundsgeschichte von den Ereignissen, die man sonst nur kurz angerissen aus den Nachrichten kennt. Der Film liefert einen Eindruck von hinter den Kulissen, wie die Arbeit, ein Entführungsopfer zu finden, abläuft. Trotzdem ist dem Film vor allem eines wichtig: seine Hauptfigur, Mariane Pearl.
Winterbottom liefert ein Portrait über diese Frau, die trotz ihres Verlustes nicht hasst. Mariane verfällt nie in ungerechte Beschuldigungen oder eine wahllose Suche nach Schuldigen, sie bleibt stets stark und gerecht, selbst in den schlimmsten Momenten.
| FAZIT
Auf Tatsachen basierende und eindrücklich realistisch erscheinende Geschichte um die Ermordung eines amerikanischen Journalisten, mit hervorragenden Darstellern.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung