FILM REVIEW | Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme
Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme
Komödie,
Romanze
| USA 2007
| INHALTSANGABE
Chuck und Larry sind zwei Feuerwehrleute in New York und seit vielen Jahren die besten Kumpel. Der dicke Larry ist seit dem Tod seiner Frau alleinerziehender Vater von zwei Kindern. Er sorgt sich um sie und möchte sicherstellen, dass sie auch im Falle seines eventuellen Unfalltodes in seinem riskanten Beruf finanziell versorgt sind. Dafür aber müsste er heiraten, denn dann käme seine Frau in den Genuss seiner Versicherungspolice. Larry aber hat keine Lust auf eine neue Frau, schließlich hebt er immer noch die Kleider seiner Verstorbenen auf. Als er in der Zeitung von einer eingetragenen Lebensgemeinschaft für Homosexuelle liest, hat er einen Geistesblitz: Wie wäre es, wenn sein Kumpel Chuck und er einfach so tun, als seien sie ein Paar?
Frauenheld Chuck glaubt es nicht, was Larry von ihm verlangt, doch leider schuldet er ihm einen Gefallen: Erst kürzlich hat ihm Larry bei einem Einsatz das Leben gerettet. Bald schon zieht Chuck zu Larry, und liegt in seinem Ehebett. Doch ein eifriger Fahnder der städtischen Behörde heftet sich an die Fersen des falschen Pärchens: Schließlich war vor kurzem ein versuchter Finanzbetrug mit einer homosexuellen Scheinehe aufgeflogen und die Verantwortlichen landeten im Gefängnis. Chuck und Larry nehmen sich eine Anwältin, heiraten offiziell und lassen sich auf Gay-Parties blicken.
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| FILMKRITIK
Adam Sandler und Kevin James als homosexuelles Paar wider willen: Diese Komödie klingt nach Klamauk, und sie scheut diesen keineswegs. Und trotzdem ist "Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme" von Regisseur Dennis Dugan unterhaltsam, witzig und gut gemacht. Dazu trägt schon das Drehbuch von Barry Fanaro bei, das von den "Sideways"-Autoren Alexander Payne und Jim Taylor bearbeitet wurde. Hier zeigen sie, dass sie Komödien unter Arthouse-Niveau nicht verachten, sondern deren Humor mögen. Adam Sandler und Kevin James als unterschiedliche Typen, die aber unzertrennliche Freunde sind, harmonieren bestens vor der Kamera.
Adam Sandler, der in seinen Rollen meistens ein bisschen markanter spielt, als es ein anderer Darsteller tun würde, hat hier im wesentlichen drei Spielwiesen für seinen speziellen Charme: Er äfft die Sprechweise seiner Kontrahenten nach oder wahlweise auch die tote Ehefrau von Larry, nur so zum Spaß. Er mimt den sexuell etwas übermotivierten Schürzenjäger, der als verheirateter Schwuler natürlich schwerstens mit sich zu kämpfen hat. Und er zerbricht sich schließlich den Kopf darüber, warum ihn alle immer für den weiblichen Part des Schwulenpaares halten - sollte er wirklich etwas Weibliches an sich haben?
Und damit ist man schon mitten in dem eigenen, aber meistens nicht überdrehten Humor des Films, der gerne und ausgiebig mit den Schwulenklischees spielt. Da gibt es die witzigsten Szenen etwa bei der Feuerwehr, wenn sich die Hetero-Machos unter der Dusche am liebsten vor den geouteten Kollegen verstecken würden. Oder wenn sich im Zuge der Liebeserklärung von Chuck und Larry einige andere Männer outen, von denen das niemand erwartet hätte. Zu den gelungenen Einfällen zählen auch die Kuschelszene Chucks mit der von Jessica Biel gespielten hübschen Anwältin, die wirklich glaubt, dass ihr ein sexuell uninteressierter Freund das Ohr krault. Oder der Einfall, den kleinen Sohn von Larry mit einem auffälligen Interesse für Tanz, Gesang und Kochen auszustatten.
Chuck und Larry hingegen sind alles andere als schrill, weil sie ja ihrer wahren Neigung entsprechend immer ein wenig auf die Euphoriebremse treten müssen. Zum Beispiel bei der schwulen Hochzeitszeremonie in Kanada, als sie die Runder-Ring-Rede des Zeremonienmeisters so höflich wie möglich abwürgen. Bei der Anhörung wegen des Verdachts des versuchten Betrugs tun Chuck und Larry natürlich alles, wovon sie glauben, dass es von einem schwulen Liebespaar erwartet wird. Als Chuck also aus dem Raum gehen soll, während Larry befragt wird, erhebt er sich mit einem eleganten, ironischen: "Ich werde dich vermissen!"
| FAZIT
Aus finanziellen Gründen erklären sich die Hetero-Kumpel Chuck und Larry zum schwulen Liebespaar: Gelungene Komödie dank des Drehbuchs und der Spiellaune von Adam Sandler und Kevin James.
| BEWERTUNG
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