Wall, ein kleines verschlafenes Städtchen im England des vorvorletzten Jahrhunderts ist benannt nach einer unüberwindlichen Mauer, die das Land in zwei Hälften teilt. Auf der einen Seite liegt die ganz normale Welt der Menschen. Auf der anderen Seite liegt die magische Parallelwelt "Stormhold", ein Königreich, von dem niemand in Wall auch nur ahnt, dass es existiert.
Niemand, bis auf einen. Denn dem jungen Mann Dunstan Thome gelingt es eines Tages, durch eine Lücke in der Mauer auf die andere Seite zu gelangen. Nur eine Nacht verbringt er in Stormhold, aber diese eine Nacht hat weitreichende Folgen, die Dunstan neun Monate später einholen, als ihm ein kleines Baby in einem Körbchen überreicht wird, sein Sohn Tristan.
18 Jahre später ist aus Tristan ein junger Mann geworden, der sein Herz ausgerechnet an die schöne Victoria verloren hat. Um ihre Liebe zu gewinnen würde er alles tun und als just im Augenblick dieses Versprechens ein Stern vom Himmel auf die andere Seite der Mauer fällt, gewährt ihm Victoria eine Woche Zeit, ihm den Stern zu bringen. Nur wenn ihm das gelingt, wird sie ihn heiraten, andernfalls wird sie den Antrag eines anderen annehmen.
Umgehend macht sich Tristan auf den Weg, der ihn bald in arge Schwierigkeiten bringt. Zunächst einmal muss er feststellen, dass es sich bei dem Stern keinesfalls um einen gewöhnlichen Meteoriten handelt, sondern um eine hübsche und recht widerspenstige junge Frau namens Yvaine, die so gar keinen Gefallen daran findet, von Tristan als Verlobungsgeschenk verschleppt zu werden. Das weitaus größere Problem ist jedoch, dass Tristan nicht der einzige ist, der seinen Nutzen aus dem Stern ziehen will.
Dass Yvaine überhaupt vom Himmel fiel, hat sie einem Rubin zu verdanken, den der sterbende König von Stormhold gen Himmel schleuderte, um seinen Nachfolger zu bestimmen. Denn nur dem Erben, dem es gelingt, den Rubin in die Hände zu bekommen, wird das Königreich gehören. Und da der Rubin nun dort ist, wo auch der Stern ist, machen sich die machthungrigen Prinzen umgehend auf den Weg dorthin.
Aus einem ganz anderen Grund interessieren sich dagegen drei böse alte Hexen für Yvaine. Sie brauchen das Herz des gefallenen Sterns, um ewige Jugend und damit ewiges Leben zu erlangen. Tristan bleibt nicht lange verborgen, dass die schöne Yvaine in Lebensgefahr schwebt. Und da sie der Schlüssel zum Herz seiner großen Liebe ist, tut er alles, um sie zu schützen. Die Frage ist nur, ob er es schafft, vor Ende der Wochenfrist nach Wall zurückzukehren. Denn leicht machen es ihm die Verfolger nicht gerade.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Ein Held und ein gefallener Stern. Böse Hexen, machthungrige Prinzen und fliegende Piraten. Hier wird wirklich aus dem Vollen geschöpft, hier prallt alles aufeinander. Wahre Liebe und tödliche Rivalen, Degenkämpfe und Zauberkünste, schwarze Magie und Sternenstaub. Es ist fast so, als hätte man "Harry Potter", "Herr der Ringe", "Fluch der Karibik" und "Zorro" in einen großen Kochtopf geworfen, mehrmals kräftig umgerührt und das Ergebnis über die Leinwand gegossen.
Dabei wurden alle Zutaten miteinander verwoben, die ein klassisches Fantasy-Abenteuer benötigt: Ein Held, eine Aufgabe, Hindernisse, Widersacher und eine schöne Belohnung am Ende des beschwerlichen Weges. Ein wenig Kitsch, ein wenig Romantik, jede Menge Abenteuer und ein paar Spritzer Blut. Alle genretypischen Elemente sind vorhanden und trotzdem langweilt man sich kaum eine Sekunde lang. Einerseits, weil doch immer wieder unerwartete Dinge geschehen und andererseits, weil erfrischender Humor das Altbekannte in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt.
Mindestens ebenso erfrischend wie der Humor ist die Tatsache, endlich mal wieder einen Fantasy-Film zu sehen, dessen Buchvorlage man noch nicht kennt. Denn auch wenn "Stardust" die Adaption eines Romans von Neil Gaiman ist, dürfte dieses Buch ganz im Gegensatz zu "Harry Potter", "Herr der Ringe" oder "Narnia" hierzulande nicht allzu bekannt sein.
Wenn dann auch noch die Inszenierung der Geschichte so gelungen ist wie in diesem Fall, steht der Unterhaltung eigentlich nichts mehr im Weg. Von einer schlichten aber überzeugenden Grundidee ausgehend, wird man von der ersten Sekunde an mitten in eine Handlung hineingezogen, die mit zahlreichen überraschenden Wendungen aufwartet. Umständliche Erklärungen sucht man hier vergeblich, die Dinge passieren einfach und man hat sie als Zuschauer – ganz nach dem Gesetz der Fantasie – zu akzeptieren. Dieses einfache aber wirksame Konzept ist ebenfalls einer der Gründe, warum dieser Film wirklich Spaß macht.
Auch der Cast des Films ist durchaus positiv zu bewerten. Hauptdarsteller Charlie Cox schließt man umgehend ins Herz und wer könnte sich eine bessere böse Hexe vorstellen als Michelle Pfeiffer? Ebenfalls großartig in seiner Rolle ist Mark Strong als machthungriger Prinz Septimus. Angesichts all dieser positiven Dinge, die man über "Stardust" sagen kann, fällt es kaum ins Gewicht, dass Masken und Effekte bisweilen nicht hundertprozentig gelungen sind. Summa summarum ergibt das aber immer noch ein zu 90% gelungenen und unterhaltsamen Film, den man auf keinen Fall versäumen sollte.
| FAZIT
Wahre Liebe, tödliche Rivalen, schwarze Magie und Sternenstaub: "Stardust" ist ein Fantasy-Abenteuer, das wirklich Spaß macht!
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung