Sonntag | 27. Mai 2012 | 04:10 Uhr
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  • FILM REVIEW | Der eisige Tod
  • Der eisige Tod

    Horror | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Eine Studentin fährt per Mitfahrgelegenheit mit einem Kommilitonen kurz vor Weihnachten nach Delaware zu ihrer Familie. Doch der Fahrer ist ein seltsamer Typ, der allzu viel über ihre privaten Gewohnheiten weiß, ja, der noch nicht mal selbst aus Delaware stammt – und sie augenscheinlich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in sein Auto gelockt hat. Auf einer einsamen, verschneiten Waldstraße bauen sie einen Unfall und sehen sich der Aussicht einer langen, einsamen Nacht gegenüber. Doch der Typ neben ihr ist nicht das eigentlich Unheimliche: Vielmehr wandeln in dem Waldstück, in dem ihr Wagen feststeckt, die Toten der vergangenen Jahrzehnte…
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      • | FILMKRITIK

      • Steig nicht zu einem Fremden ins Auto, komm nicht vom Weg ab, hüte dich vor dem bösen Highwaycop: Wer gegen einfache Regeln verstößt, ist geliefert im Horrorfilm, und schwups steckt man im kaputten Auto in einer Schneewehe fest, neben einem seltsamen Typen, der vielleicht ein Psycho ist, und mit einer langen kalten Nach vor sich.

        Eingeschlossen im Auto mit nichts drum rum: In Österreich wird daraus eine existentialistische Komödie gemacht („Immer nie am Meer“), in Amerika wird’s zum Horrorfilm, der von Anfang an Unheimlichkeit behauptet. Auch wenn gar nichts passiert, suggerieren dräuende Musik und schleichende Kamera Gefahr, und dann rücken Holzkreuze ins Bild, und unheimliche Gestalten streifen umher: Aber es passiert immer noch nichts. Der Fahrer, bei dem die Studentin mitfährt, weiß scheinbar alles über sie, kennt ihre Gewohnheiten – und wohnt selbst gar nicht in Delaware, hat sie einfach in seinen Wagen gelockt, auf die einsame Waldstraße. Doch es passiert immer noch nichts. Ein böser Highwaypolizist taucht auf, ein unheimlicher Toter, der eine Schlange ausspuckt, eine unheimliche Ruine mitten im Wald – doch so richtig passiert immer noch nichts. Es passiert eigentlich die ganze Zeit nichts, wenigstens nichts, was die Protagonisten bedrohen würde – die Lebenden zumindest.

        Irgendwie stecken die beiden Studenten an einer Stelle fest, wo die Toten der Vergangenheit wandeln. Alles Schlimme der letzten Jahrzehnte wird wieder und wieder erlebt; und irgendwie mischen sich Realität und Vergangenes, Imagination und Traum und das Schauspiel der lebenden Toten zu einer heillosen Verwirrung. Wenn sich die Zeit mit ihren Toten im Kreis dreht, dann passierst schlicht nie etwas Neues; und man weiß immer, was als nächstes kommt.

        Hat man das Konstrukt des Films irgendwann durchschaut, ist da kein großes Geheimnis mehr. Und auch die Rätselhaftigkeit darüber, was eigentlich vor sich geht, ist dann natürlich weg. Ein paar kleine Überraschungen gibt’s zwar – doch sie führen zu nichts, weil klar: es darf ja nichts weitergehen im Ringelreihen der Chimären.

        Section Eight, die Produktionsfirma von George Clooney und Steven Soderbergh, hat den Film mit produziert. Vielleicht kann man mit sozialkritischen Filmen nichts einnehmen, und der Gewinn aus „Ocean’s 13“ ist schon für den 14. Teil verplant, und deshalb wollen sie ein bisschen Geld verdienen mit einem kleinen Genrestück. Das würde aber voraussetzen, dass jemand den Film auch sehen will.
      • | FAZIT

      • Gestrandet in bitterkalter Nacht in einem unheimlichen Waldstück: Der Film krankt nicht nur an seiner Vorhersehbarkeit, sondern auch daran, dass die wandelnden Toten die Lebenden nie wirklich bedrohen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Harald Mühlbeyer

      • | Userwertung

      Wertung: 4.0/10 (1 vote)

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