Mirandas Mutter ist schon lange weg, der Vater in der Klapsmühle – doch sie kommt zurecht, hat die Schule geschmissen, arbeitet bei McDonald’s. Da kommt Vater Charlie zurück mit einem neuen, verrückten Plan: Irgendwo in Südkalifornien ist ein altspanischer Goldschatz aus dem 17. Jahrhundert versteckt. Widerwillig lässt sich Miranda auf Charlie ein, schließlich muss sie sich um ihn kümmern – und immer mehr wird die Begeisterung in ihr geweckt… Bis sich herausstellt, dass auf das vermutete Schatzversteck inzwischen ein Supermarkt gebaut wurde.
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| FILMKRITIK
„King of California“ hat mit der Umkehrung des Generationenkampfes einen schönen Ausgangspunkt für seine Geschichte um Schatzsuche und Verrücktsein und das Bemühen um den Sinn des Lebens findet. Es ist für Miranda völlig vergeblich, ihren Vater erziehen zu wollen – auch die Klapsmühle hat das in den vergangenen Jahren nicht geschafft. Nein, Vater Charlie denkt weiter in seiner mentalen Gedankenwildnis, und er hat ausgebaldowert, dass ein alter spanischer Schatz irgendwo in Südkalifornien vergraben sein muss – ein Schatz von Golddublonen, der eine Art Heiliger Gral für Charlie ist, der ihn erlösen soll, der seinem Leben Sinn und Bedeutung geben soll – „Es geht mir nicht um das Geld, aber wenn ich den Schatz gefunden habe, weiß ich vielleicht, dass ich existiere“, so Charlie. Ähnlich war es bei ihm zuvor schon mit einer Jazzkombo, die dann irgendwie auseinandergefallen ist, und mit seiner Ehe, aus der seine Frau irgendwann geflohen ist.
Zwar merkt man, dass Regisseur Mike Cahill Debütant ist – über manches huscht er zu schnell hinweg (die Wandlung von Mirandas Skepsis in Begeisterung für Charlies Plan), bei manchem wiederum hält er sich zu lange auf (die nostalgisch-melancholischen Rückblenden auf eine verkorkste Familiengeschichte sind recht redundant), und manchmal bremst er sich selbst allzu sehr aus (eine Grillparty von hässlichen alten sexsüchtigen Swingern zeigt zuwenig verwelktes Fleisch, zuwenig der erotischen Biederkeit geiler Orgienvergnügungssucht, und die nackten Chinesen, eine Art Running Gag des Filmes, haben am Ende dann doch Badehosen an. Doch besitzt der Film immerhin genügend Witz, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Er steigert die Schatzsuche in der angemessenen Dramaturgie der Verrücktheit – auf Golfplatz und bewässerten Feldern, mit dem Metalldetektor Excalibur 1000 und mit’m Bagger, um dann den Gral unter einem Supermarkt, in einem archaischen unterirdischen Fluss direkt unter einem Tempel des Konsums, unter einem Paradies der Waren des täglichen Bedarfs zu platzieren.
Hier, in einer alten Kultstätte der Indianer, mit naiven Wandkritzeleien, findet sich die Lebenserfüllung für Charlie – der den ganzen Eifer seiner Erwachsenenexistenz auf diesen Punkt gerichtet hat, auf die vollendete Regression in kindliche Idylle. Und der damit auch seiner Tochter, die weitgehend elternlos aufgewachsen ist, bei McDonald’s arbeitet und zwar mitten im Leben steht, aber nicht wirklich lebt, beibringt, dass es für ein reiches Leben nicht reicht, zurechtzukommen. Dass erst Phantasie, ja: Verrücktsein das Abenteuerliche bringt, das einen vielleicht wissen lässt, dass man existiert.
| FAZIT
Schräge Komödie um eine ver-rückte Vater-Tochter-Beziehung, einfallsreich und witzig – aber es fehlt die letzte Konsequenz.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung