Action,
Science Fiction,
Horror
| Deutschland / Frankreich / Großbritannien 2007
| INHALTSANGABE
Dank des T-Virus’ ist die ganze Welt verdörrt und von Zombies überschwemmt. Während der sardonische Dr. Isaacs (Ian Glen), der Untote intelligent machen und abrichten will, im riesigen Untertagelabor der Umbrella Corporation ihre Klonabzüge für mörderische Experimente verheizt, reist die „echte“ Heldin Alice (Milla Jovovich) mit ihrem Motorrad durch den unwirtlichen Westen der USA. Gemeinen Menschen muss sie sich erwähren, und einem Treck Überlebender helfen, der sich gegen Treibstoffmangel und Kreaturen kämpfend, nach Norden retten will. Doch Dr. Isaacs ist bald schon hinter Alice her: Ihr Blut bedeutet ein Gegenmittel für den T-Virus.
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| FILMKRITIK
Ja, die Geschichte ist im dritten Teil der Horror-Action-Computerspielverfilmung mal wieder nicht das Gelbe vom Ei. Ausgedacht hat sie sich Paul W.S. Anderson, der Regie führte bei Teil 1, sowie „Alien vs. Predator“. In fröhlicher Unbekümmertheit hat er irgendwelche Handlungsfragmente zusammengeworfen, die nicht nur ein bißl wirr, sondern auch schamlos aus anderen Filmen geklaut sind.
„Mad Max II“ wird da verbraten, „Alien: Resurrection“, und natürlich die Lebenden Toten-Reißer der letzten Jahre, „Dawn of Dead“ und „Land of the Dead“: Geklonte Heldinnen, fiese Forscher, vom Zombie gebissene, die tragisch mit dem Gift ringen. Dafür hat der Film aber auch ein, zwei wirklich coole Ideen: Zombies, die im Labor mit Spielwürfel und Digitalkamera zeigen dürfen, wie schlau sie sind. Und ein Angriff von Killer-Krähen, die von Untotenfleisch genascht haben. Schön, ist irgendwie auch von Hitchcock, aber trotzdem „fett“.
Außerdem rast der Film nur so durch seinen Zettelkasten; man fragt, sich, ob er um ein Drittel länger war und zusammengekürzt wurde, oder ob man dank Blasenschwäche ständig aufs Klos gerannt ist und dies wegen Alzheimer immer vergessen hat: Da gab es eine Vorgeschichte von Alice mit dem Konvoi, in dessen Kämpfer Carlos sie sich verguckt hat. In drei Sätzen wird das erwähnt; zum Schluss opfert Carlos sich. Das ist tragisch, irgendwie, und natürlich heldenhaft – aber berührt einen gar nicht, weil sich der Film (vielleicht gar nicht zu unrecht) selbst nicht groß drum schert. Wieso und seit wann sitzen denn Dr. Isaacs und seine Leutchen in Las Vegas auf einem Dach herum, während sich unten die Flüchtlinge schon seit zehn Minuten ihres Lebens erwehren? Oder wie wird Alice in einer kurzen, völlig selbstzweckhaften Episode, wenn dreckige Hinterwäldler in einer Grube mutierte Hunde auf sie hetzen, mit zwei undeutlichen Bewegungen plötzlich ihre Handschellen los?
Egal, auch der Höhepunkt des Films wird vor lauter Tempo und Wissen um die Beliebigkeit von Handlung und Logik überschritten, ehe man’s gemerkt hat. Erzähl-Timing? Wozu?
Überhaupt handelt es sich ja um eine Computerspielverfilmung, deren Elementen und Standards hier sogar lustvoll – mal ironisch, mal schlau – aufgegriffen und verarbeitet werden: Die verschiedenen Leben, die man ständig am Todesfallen-Parcours verliert, sind hier Klonausgaben Alice’ (die zu Beginn des „Levels“ immer erst das rote Kleidchen bekommen). Dazu Bonuslevel ohne eigentlichen Zweck für die Spielhandlung, Vorgeschichten, die man sich anhand kleiner Infoschnipsel selbst erschließen muss.
Wenn dann auch noch alles so schnell vorbei ist, dass es gar nicht erst weh tun kann und von Russel Mulcahy (neben Werbung und Musikvideo vor längerem Mal mit „Razorback“ und „The Shadow“ in Erscheinung getreten) zudem ganz ordentlich inszeniert worden ist – was soll man groß maulen?
Und: Mila Jovovich als Alice ist schauspielerisch sicher keine „Alien“-Sigourney Weaver (wie auch, bei dem Stoff?), aber trotzdem sieht man ihr unheimlich gerne zu.
Bloß, dass ihr in vielen Großaufnahmen aus unerfindlichen Gründen per Digitalretusche das Gesicht glatt und weich poliert wurde: das ist sogar in „Resident Evil: Extinction“ des Unheimlich eindeutig zuviel!
| FAZIT
In der dritten Verfilmung des Videospielklassikers werden geklaute Ideen bis zur Wirrheit gehetzt zusammengefügt – dafür aber auch augenzwinkernd mit den Standards der Vorlage hantiert, so dass auch dank solider Inszenierung und der ansehnlichen Mila Jovovich ein unbekümmertes B-Movie herausgekommen ist.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung