FILM REVIEW | Schwerter des Königs - Dungeon Siege
Schwerter des Königs - Dungeon Siege
Action,
Abenteuer,
Fantasy
| USA 2007
| INHALTSANGABE
Als Waisenjunge von den Bewohnern des Dorfes Stonebridge aufgezogen, lebt Farmer (Jason Statham) heute mit seiner schönen Frau Solana (Claire Forlani) und seinem Sohn auf einem Bauernhof außerhalb der Siedlung. Er ist ein schweigsamer Mann, der sich mit dem zufrieden gibt, was er dem Land mit seiner Hände Arbeit abringt, er liebt seine Frau, ist ein fürsorglicher Vater und hat in Norrick (Ron Perlman), der einen nahe gelegenen Hof bewirtschaftet, einen guten Freund gefunden. Farmer lebt ein einfaches, aber erfülltes Leben.
Die Familienidylle wird jäh gestört. Während Solana mit dem Sohn ihre Eltern in Stonebridge besucht, wird Farmers Hof von Krugs überfallen: blutrünstige, erbarmungslose Monster, eigentlich nicht mehr als zweibeinige, wilde Tiere, die dieses Mal jedoch Rüstungen tragen und mit Schwertern bewaffnet sind. Farmer besiegt die Angreifer und realisiert schnell, dass nicht nur sein und Norricks Hof von den plündernden Krugs attackiert wurde, sondern dass auch Stonebridge Gefahr droht – und damit seiner Frau und seinem Sohn. Zusammen mit Norrick bricht er auf, um seine Familie zu retten, doch die Freunde kommen zu spät: Farmers Sohn wurde von den Krugs getötet, seine Frau zusammen mit anderen Dorfbewohnern verschleppt. Mit Solanas Bruder Bastian machen sich Farmer und Norrick auf, um die Gefangenen zu befreien. Die Jagd führt sie quer durch das Königreich Ehb.
Im Land von König Konreid (Burt Reynolds) tobt inzwischen der Krieg. Die Krugs gehen straff organisiert vor, sie sind gut ausgerüstet und hinterlassen eine Spur der Verwüstung, während sie mordend und plündernd durch das Königreich ziehen. Hinter den Angriffen steckt der böse Magier Gallian (Ray Liotta), der die willenlosen Monster zu einer schlagkräftigen Armee vereint hat und diese von der ehemaligen Magierfestung Chrystwind aus befehligt.
Während der König seine Getreuen – den Magier Merick (John Rhys-Davies ) und den loyalen Commander Tarish (Brian J. White) – sowie seine weniger treuen Untertanen – den machthungrigen Herzog Farrow (Matthew Lillard), ein Neffe Konreids – um sich sammelt, um die Armee der Krugs zu konfrontieren, sucht Farmer auf eigene Faust nach seiner Frau. Er lehnt es ab, für einen König in den Krieg zu ziehen, der nicht in der Lage war, seine Familie zu beschützen. Bald jedoch muss er feststellen, dass sein Schicksal enger mit dem des Königreichs Ehb verbunden ist, als ihm eigentlich lieb ist…
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| FILMKRITIK
Ein Protagonist namens Farmer, der eben so heißt, weil er Rüben anbaut, und der im Laufe des Films das tut, was – unter den gegebenen Umständen – wohl jeder tun würde, wenn er könnte. Das klingt verdächtig nach einem Computerspiel, in dem die Hauptfigur oft nur als Platzhalter fungiert, als Projektionsfläche für den Spieler, nötiger Freiraum für die Interaktion des Users.
Uwe Boll verfilmt Videospiele; doch während seine beiden letzten Games-Adaptionen „Alone in the Dark“ und „Bloodrayne“ bestenfalls unter dieser Prämisse funktionierten, als trashige Homage an die PC- bzw. Konsolen-Vorbilder, ist Boll mit „Schwerter des Königs - Dungeon Siege“ tatsächlich ein solider, über weite Strecken unterhaltsamer und mehr oder weniger authentischer Fantasyfilm gelungen. Wo das krude Vampir-Abenteuer „Bloodrayne“ noch von Kostümen und Kulissen auf schlechtem TV-Niveau sowie nichts sagenden Dialogen gekennzeichnet war, wirkt der neue Film durchweg aufwendiger produziert und inszeniert. Der Plot strotzt vielleicht nicht vor Originalität, aber wenigstens geht die Heldenreise dieses Mal ohne logische Fehler von statten.
Uwe Boll hat ganz offensichtlich Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“ gesehen und sich – sagen wir mal – davon inspirieren lassen. Zwar dient ihm das Computerspiel „Dungeon Siege“ als Vorlage, das bedrohte Königreich heißt Ehb, nicht Mittelerde, und die Orks heißen Krugs, aber die Ähnlichkeit in Form und Inhalt ist nicht von der Hand zu weisen. Das zeigt sich schon in der Titelsequenz – goldene, geschwungene Schrift auf schwarzem Hintergrund – und setzt sich direkt zu Anfang des Films fort in der auenländischen Idylle auf Farmers Hof. Das wird deutlich in den Eckpunkten der Erzählung über einen bösen Magier, der eine willenlose, monströse Horde versammelt, um das Land mit Dunkelheit zu überziehen, und bestätigt sich schließlich in zahlreichen Details der Inszenierung: das verheerte Land um die ehemalige Magierfestung Chrystwind etwa, die zur sprichwörtlichen Brutstätte des Bösen umfunktioniert wurde, die unsterblichen, dunklen Reiter, die Gallians Armee anführen und als seine Augen und Ohren in der Schlacht fungieren, schließlich sogar einzelne Einstellungen, etwa wie die Gefährten auf der Suche nach Solana in der Totalen über einen Bergkamm laufen. Natürlich erreicht „Schwerter des Königs - Dungeon Siege“ nie das Niveau von Peter Jacksons Meisterwerk – aber das konnte nun auch wirklich niemand erwarten.
Einzig was die Besetzung anbelangt kann Uwe Boll wieder einmal mit den ganz großen Kinoproduktionen konkurrieren. Man fragt sich zwar, wie der Regisseur es immer wieder schafft, derart hochkarätige Stars an sein Set zu holen, zumal Schauspieler wie Christian Slater, der die Hauptrolle in „Alone in the Dark“ übernahm, oder Michael Madsen sowie Ben Kingsley, die Boll in „Bloodrayne“ verheizt hat, mit dem Ergebnis ihrer Arbeit kaum zufrieden sein dürften. Dennoch kann „Schwerter des Königs – Dungeon Siege“ wieder mit einem Cast aufwarten, der seines Gleichen sucht: Jason Statham, bekannt aus den Action-Spektakeln „Transporter“ und „Crank“, der die Rolle des wortkargen, resoluten Helden souverän verkörpert, Claire Forlani als ebenso anmutige wie starke Frau an seiner Seite, die opponierenden Magier Ray Liotta und John Rhys-Davies, der den Zwerg Gimli in „Der Herr der Ringe“ spielte, Matthew Lillard als intriganter und arroganter Neffe des Königs und schließlich Burt Reynolds als König Konreid höchstselbst, der in einer mittelalterlichen Rüstung zwar etwas deplatziert wirkt, aber zumindest interessant besetzt ist.
Diese Mal können sie zufrieden sein, denn „Schwerter des Königs – Dungeon Siege“ ist vielleicht nicht der ganz große Film, aber zumindest – nicht zuletzt wegen der teilweise hervorragenden schauspielerischen Leistungen – guter Fantasy-Standard. Und die Vorlage „Dungeon Siege“ ist eben auch nicht das größte Computerspiel aller Zeiten, sondern ein solides, über weite Strecken unterhaltsames Action-Rollenspiel, das jedoch erzählerisch und dramaturgisch nicht an Spiele wie „Gothic“ oder „Morrowind“ heranreicht.
| FAZIT
Solider Fantasy-Film mit „Herr der Ringe“-Anleihen, bislang die beste Arbeit von Computerspiel-Adapteur Uwe Boll – was die Messlatte zugegebenermaßen nicht gerade hoch ansetzt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung