François ist Antiquitätenhändler und ersteigert aus einer Laune heraus eine griechische Vase für eine horrende Summe. Die Legende hatte ihn beeindruckt, wonach die Vase einst von den Tränen Achilles’, der um seinen toten Freund Patroklus trauerte, gefüllt war. Die Geschäftspartnerin von François, Catherine, ist verärgert, denn die Vase soll aus dem gemeinsamen Geschäft finanziert werden. Am Abend während eines Essens mit Bekannten konfrontiert Catherine François damit, dass er keinen einzigen Freund habe.
François fühlt sich provoziert und wettet mit Catherine um die teure Vase, dass er ihr innerhalb von zehn Tagen einen sehr guten Freund vorstellen kann. Er erstellt eine Liste mit Namen, doch leider sind das nur Geschäftsbeziehungen oder ein alter Klassenkamerad, die jeweils kein Interesse daran haben, mit François befreundet zu sein. Der Händler fühlt sich als sozialer Versager, und bittet seine neue Bekanntschaft, den redseligen Taxifahrer Bruno, ihm einen Kurs in Kontaktfreude zu geben. Die beiden werden Freunde. François beschließt, von Bruno einen riskanten Freundschaftsbeweis zu fordern, der Catherine überzeugen soll.
WERBUNG
| FILMKRITIK
Der französische Film „Mein bester Freund“ von Regisseur Patrice Leconte lockte in Frankreich über eine Million Zuschauer in die Kinos. Der bekannte Schauspieler Daniel Auteuil gibt eine brillante Vorstellung als François, ein Mann, der spröde und unsympathisch wirkt, hinter dieser Fassade aber einfach liebenswert ist. Vor allem dank Auteuil ist „Mein bester Freund“ wieder einer dieser neuen französischen Filme, die leicht und luftig zwischen Komödie und Drama hin- und herpendeln. Sie erinnern dabei an Theaterstücke im Boulevardstil. Das Rollenspiel sorgt wie von selbst für spannende Unterhaltung ohne spektakuläre Handlung oder Effekte.
Diese Eigenschaften und sein Thema der Einsamkeit in der modernen Welt verbindet „Mein bester Freund“ mit „Herzen“ von Alain Resnais und mit den Komödien „Kann das Liebe sein?“ und „Zusammen ist man weniger allein“. Auch Taxifahrer Bruno, der aus einem anderen Milieu als François kommt – er sammelt Panini-Bilder statt antike Möbel – ist einsam. Bruno nervt seine Umgebung mit angelesenem Wissen zu jedem beliebigen Stichwort. Wie ein wandelndes Lexikon erzählt er Anekdoten über Berühmtheiten und kann die historischen Hintergründe zum Beispiel von Berufsbezeichnungen erklären. Der Taxifahrer bewirbt sich seit Jahren als Kandidat für Quizsendungen, doch leider ist er dafür zu nervös. Dany Boon spielt diesen Bruno als freundlichen, gutmütigen Mann, der es schafft, den zugeknöpften François aus der Reserve zu locken.
Daniel Auteuil vereint scheinbar mühelos die vielen Widersprüche im Charakter von François. In geschäftlichen Dingen ist er gewieft und schlagfertig, doch privat geht er nicht aus sich heraus, selbst seine Freundin behandelt er, als wäre sie keine. Und er kann auch gehemmt und schüchtern wie ein kleiner Junge sein, vor allem aber hat er einen neugierigen, sehnsüchtigen Blick, der ihn zu einer starken Identifikationsfigur macht.
Auf seinen Streifzügen mit Bruno lebt François auf, bis es zum jähen Bruch mit dem gerade gewonnenen Freund kommt. Denn der von Bruno geforderte Beweis, dass er ein großes Risiko einzugehen bereit ist, stellt den Taxifahrer vor den Bekannten von François bloß. Offenbar hatte François keine Ahnung davon, dass vor allem er seine Freundschaft beweisen muss. Leconte erhöht den Gegenwartsbezug der Geschichte, indem er Bruno in der französischen Version von „Wer wird Millionär“ auftreten lässt. „Mein bester Freund“ bietet beschwingte Unterhaltung jenseits des großen Dramas und hinterlässt ein zufriedenes Lächeln auf den Gesichtern der Zuschauer.
| FAZIT
Ein charmanter Daniel Auteuil in der Hauptrolle macht diesen beschwingten Unterhaltungsfilm zum Vergnügen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung