Was hat ein zotteliger Yeti, der unter Mundgeruch leidet, mit Lissi – schönster Frau der Welt und Kaiserin von Österreich – zu tun? Mehr als Kaiser Franzl und seine bezaubernde Angetraute auch nur zu träumen wagen, als sie eines Tages durch den blühenden Garten ihres sonnenbeschienenen Schlosses Schöngrün flanieren. Denn der Yeti ist aus eigener Dummheit in eine Bredouille geraten, die ihm Schlaf und Nerven raubt. Über einem Abgrund hängend kann ihn nur ein Pakt mit dem Teufel retten und der will im Austausch mit dem Leben des Yetis ausgerechnet die schönste Frau der Welt haben, und das binnen einer Woche.
Zunächst ahnen Franzl und seine Lissi nichts von der Gefahr. Sie turteln durch die Tage, regieren hier mal ein bisserl und dort mal ein bisserl, tanzen ein wenig und essen Schokoladenkugeln, während der Feldmarschall das Kaiserreich am Laufen hält. Doch dann gelingt dem Yeti die Entführung von Lissi, und das direkt vor den Augen Franzls. Selbstverständlich nimmt dieser gemeinsam mit seinem treuen Feldmarschall und in Begleitung der Kaiserin Mutter die Verfolgung auf. Ihr Navigationssystem ist allerdings ein älteres Modell und so bringen auch die zahlreichen Spuren, die Lissi und ihr Entführer hinterlassen, eher wenig.
Genau diese Spuren werden dem Yeti aber dennoch fast zum Verhängnis. Denn zwei bayerische Kopfgeldjäger sind ihm dicht auf den Fersen. Zwar kann man ihr Gebrabbel kaum verstehen, doch wissen sie sehr genau was sie wollen. Den Yeti. Und das unter allen Umständen. Währenddessen arbeitet Lissi verzweifelt an ihrer Flucht. Sie schreibt ihrem Franzl eine Flaschenpost. Dummerweise ist die Flasche nicht dicht und als Franzl die Flasche findet, legt der noch lesbare Inhalt des Briefes ihm nahe, dass Lissi endlich den Mann ihrer Träume gefunden hat und von ihm nun nichts mehr will, schon gar nicht gerettet werden. Franzl ist verzweifelt. Ist die große Liebe nun für immer vorbei?
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| FILMKRITIK
Wer die beiden vorangegangenen Bully-Filme kennt, der weiß, auf was er sich hier einzustellen hat, auch wenn es sich diesmal um einen Animations- und keinen Realfilm handelt. Auf diese Weise wird man zwar um die Freude diverser Liebesszenen zwischen Christian Tramitz und Michael Bully Herbig gebracht, da letzterer allerdings als Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Schauspieler fungiert hätte, wäre es vermutlich doch zu viel verlangt gewesen, diese Schwerstarbeit auch noch in einschnürender Korsage und zentnerschwerer Perücke zu absolvieren.
So allerdings begnügt sich Bully diesmal damit, 'nur' als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor Schwerstarbeit zu leisten. Seine schauspielerischen Fähigkeiten sieht man den Figuren trotz virtuellem Dasein dennoch an, denn animiert wurden sie nach mimischen und gestischen Vorlagen Herbigs. Für die Hauptfigur Lissi galt dabei, sie solle einerseits die schönste Frau der Welt sein und andererseits Bully ähnlich sehen. In Anbetracht dieser Aufgabe haben die Animateure wirklich bestmögliches geleistet. Natürlich kann sich die Computeranimation nicht mit aktuellen Produktionen aus Hollywood messen, was aber angesichts der Tatsache, dass "Lissi" diesen gegenüber nur ein Zehntel des Budgets zur Verfügung stand, zu entschuldigen ist. Dennoch braucht sich der Film, was seine rein äußerliche Ästhetik betrifft, nicht hinter anderen Animationsfilmen zu verstecken.
Da das Bullyparaden-Trio dem größten Teil der Figuren eine Stimme verleiht, und auch der Humor – eher spätpubertär als intellektuell – den Vorläufern entsprechend gleichbleibend ist, muss man sich auch trotz der neuartigen Bildoberfläche gedanklich nicht vollkommen neu orientieren. Man ist und bleibt in Bullys Welt. Hier gibt es Freischwimmer, die im Wald lauern und abtrünnige Nudisten, die gemeinsam mit den Partisanen transpirieren. Wer solche Wortwitze lustig findet, wird in "Lissi und der wilde Kaiser" gut aufgehoben sein. Die originalen Sissi-Filme aus den 60ern zu kennen, kann dabei durchaus nützlich sein, wenn es darum geht, Gags zu entlarven. Das gleiche gilt für eine ganz allgemeine Filmkenntnis, denn Filmfreak Bully bedient sich reichlich aus dem Repertoire vergangener Kinojahre, um seinen Film in Szene zu setzen.
Leider dauert es eine Weile, bis der "Lissi" so richtig in Fahrt kommt. Das erste Viertel besteht hauptsächlich in einer Aneinanderreihung von Gags, die bisweilen so aufgebaut sind, dass sie sich stetig steigern und steigern, bis sie in sich zusammenfallen, ähnlich wie Schaumküsse in der Mikrowelle. Man merkt dem Film die Schwierigkeit an, aus einer kurzen Sketchidee einen abendfüllenden Spielfilm zu machen. Da Lissi und Franzl neben dem komischen vor allem den romantischen Part übernehmen, bleibt der größere Anteil der Komik den Nebenfiguren überlassen. Aber diese Aufteilung folgt selbstverständlich der Logik der Sissi-Filme. Ein wenig Kitsch und Liebesschnulze muss eben sein, wenn man sich der legendenumrankten jungen Kaiserin in Filmperspektive nähert…und endlich mal die ganze Wahrheit der k. u. k. Monarchie aufdeckt!
| FAZIT
Ein Bully-Film in Bully-Manier mit Bully-Humor für Bully-Fans.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung