Prinzessin Giselle begegnet im Märchenland Andalasia ihrem Traumprinzen. Doch am Tag der Hochzeit funkt die böse Königin Narissa, Stiefmutter des Bräutigams Edward, dazwischen: Sie will ihren Thron nicht verlieren und stößt deshalb Giselle in einen Brunnen. Sie fällt und fällt und fällt – und landet auf den Straßen von New York, hilflos und allein. Der Scheidungsanwalt Robert und seine kleine Tochter Morgan gabeln die junge Frau im Hochzeitskleid auf und bieten ihr Unterschlupf für eine Nacht.
Am nächsten Morgen traut Robert seinen Augen nicht: Giselle hat Ratten, Tauben und Kakerlaken zu Hilfe gerufen, um die Wohnung des alleinerziehenden Vaters aufzuräumen. Und sich ein Märchengewand aus den Vorhängen genäht. Auch die niedlichen Lieder Giselles und ihre süßen Ansichten über die Liebe und das Glück gehen Robert mächtig auf die Nerven. Die kleine Morgan aber ist begeistert und als einzige überzeugt davon, wirklich eine Prinzessin vor sich zu haben.
Prinz Edward, ein Gehilfe der bösen Königin und ein mit Giselle befreundetes Streifenhörnchen suchen inzwischen schon längst in New York nach der Prinzessin. Giselle und Robert kommen sich langsam näher, doch eigentlich wollte der Scheidungsanwalt ja seine Verlobte Nancy heiraten. Als Prinz Edward mit seinem Schwert endlich aufkreuzt, ist sich die Prinzessin nicht mehr so sicher, ob sie zurück nach Andalasia will. Die Entscheidung fällt auf einem Kostümball, den auch die böse Königin nicht versäumt.
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| FILMKRITIK
Der Disney-Film „Verwünscht“ startet in Deutschland als Weihnachtsmärchen. In der Tat ist die Geschichte, obwohl sie nichts mit dem Fest oder der Jahreszeit zu tun hat, mit ihrem zauberhaften Charme dazu geeignet, Kindern an den Feiertagen eine schöne Kinounterhaltung zu bieten. Das versponnene, mit selbstironischem Humor gewürzte Abenteuer beginnt in der klassischen Disney-Animationswelt, um dann als Realfilm im hektischen New York der Gegenwart zu landen. Damit wagt Disney den ehrgeizigen Versuch, das märchenhafte Erbe seiner „Aschenputtel“- und „Schneewittchen“-Ära mit der zeitgenössischen Erlebniswelt zu kontrastieren. Das Ergebnis ist eine originelle, charmante Komödie.
Regisseur Kevin Lima darf die Disney-Klischeefiguren zunächst in voller Süße auftreten lassen: Hasen, Rehe, Streifenhörnchen gehen der fleißigen, fröhlichen Giselle in ihrem Märchenreich zur Hand. Dann aber, am ersten Morgen in New York: Giselle, fortan als Realfigur gespielt von Amy Adams, öffnet das Fenster von Roberts Wohnung und ruft die Tiere. Und wer eilt herbei? Genau: Ratten, Tauben und Kakerlaken. So ist das nun mal in New York.
Die Selbstironie geht einfallsreich und lustig weiter, etwa wenn die überdreht-naive Giselle den Scheidungsanwalt begleitet und einem Paar, das auseinandergehen will, zu seinem Eheglück gratuliert. Oder wenn sie beim Spaziergang im Park mit Robert einen Musical-Auflauf inszeniert, mit Reggaemusikern, bayerischen Trachtlern und Rentnern, die alle mit ihr singen und tanzen. Oder wenn der mutige Prinz Edward auf der Straße gegen einen Bus kämpft, um dessen Insassen zu befreien.
Dank der verspielt-ironischen Brechungen mit dem leicht angestaubten Disney-Märchenzauber vergangener Filme darf dann der nüchterne Scheidungsanwalt Robert, gespielt von Patrick Dempsey, auch schrittweise dem unschuldigen Charme der Prinzessin erliegen, ohne Kopfschütteln auszulösen. Der Film schafft tatsächlich den richtigen Tonfall, um ein bisschen Märchenromantik in die kalte Stadt hineinzulassen. Das entspricht nicht nur den Träumen der reizenden kleinen Morgan, sondern auch denen der ernsten Nancy. Dass Robert dem Vorschlag von Giselle folgt und die Verlobte zu einem altmodischen Ball einlädt, kann diese vor Begeisterung kaum fassen.
Herrlich witzig sind die pantomimischen Einlagen des Streifenhörnchens, das ja nicht sprechen kann, aber Prinz Edward vor den bösen Absichten der Königin warnen will. Susan Sarandon in ihrem fantasievollen blauen Gewand funkelt als giftige Stiefmutter, die ihre Todesäpfel an die Prinzessin bringen will. Die effektreiche Actioneinlage gegen Schluss, als es zum nächtlichen Showdown auf einem Turm kommt und die Königin als Drache die jungen Gemüter schockt, hätte nicht unbedingt sein müssen. Denn „Verwünscht“ wäre auch ohne diesen Schrecken originell und spannend genug für ein junges Publikum und seine Begleiter.
| FAZIT
Märchenprinzessin landet im New York der Gegenwart: originelle, spaßige Synthese von altem Disney-Zeichentrickzauber und ironischem Realfilm.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung