Familie,
Komödie,
Animation
| Deutschland / USA 2007
| INHALTSANGABE
Auch mächtige Magier brauchen mal Urlaub. Als der weise Zauberer, der im Märchenland für die Balance zwischen Gut und Böse verantwortlich ist, zum Golfspielen nach Schottland verreist, überträgt er die verantwortungsvolle Aufgabe kurzerhand seinen beiden Praktikanten Munk und Mambo – eine folgenschwere Entscheidung. Denn just an dem Abend, an dem der Magier sich den standesgemäßen Schottenrock auf den Leib zaubert, ein Portal in seinem Turm öffnet und in die Ferien aufbricht, findet unten im Schloss der große Ball zum 21. Geburtstag des Prinzen statt.
Unter den Gästen: Frieda, die böse Stiefmutter von Cinderella, die eine ihrer beiden Töchter nur allzu gerne mit dem Prinzen verkuppeln möchte. Als die drei Grazien im Schloss eintreffen, ist zwischen dem hektischen Gernegroß Munk und dem gutmütigen, aber ziemlich einfältigen Mambo bereits ein lautstarkes Kompetenzgerangel ausgebrochen. Sie streiten darüber, wer während der Abwesenheit des Zauberers nun das Sagen hat – und die böse Stiefmutter wittert ihre Chance. Sie erklimmt das oberste Turmzimmer, überwältigt Munk und Mambo, eignet sich den Stab des Zauberers an, vertreibt seine Praktikanten und hat fortan die Kontrolle über die Waage von Gut und Böse.
Und damit ändert sich so einiges im Märchenland, denn die neue Herrscherin beschließt, dass fortan die Bösewichte triumphieren sollen. Schluss mit den ewigen Happy Ends! Frieda versammelt eine übel riechende Meute aus Trollen, Hexen, einem Riesen, dem bösen Wolf und seinen Kumpanen sowie Rumpelstilzchen samt geklautem Kind, die erstmal die Partygäste des Prinzen aus dem Schloss vertreiben. Dieser ist mittlerweile aufgebrochen, um Cinderella zu suchen, die dank Frieda früher als erwartet den Ball verlassen musste und nur einen Schuh zurückgelassen hat.
Während der blonde Schönling also nach Cinderella sucht, sucht sie ihn, in der Hoffnung, er könne das Märchenland retten. Doch der vermeintliche Held entspricht nicht ganz dem Bild, das Cinderella von ihm hat – genau genommen ist er ein ziemlicher Trottel, das einzig tolle an ihm ist seine Tolle. So muss Ella, wie sie der Einfachheit halber genannt wird, selbst Heldenmut beweisen und bekommt dabei Hilfe von einem, der im Märchen eigentlich eine Nebenrolle spielt.
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| FILMKRITIK
„Es war K`Einmal im Märchenland“ ist nett – und irgendwie zu nett, zu glatt, zu einfach gestrickt. Dabei ist die Idee, die dem Film zu Grunde liegt, spannend: Was passiert, wenn im Märchen einmal nicht das Gute obsiegt? Wenn Cinderella als Putzfrau versauert und der Frosch, den die Prinzessin küsst, nicht zum Prinzen wird sondern lediglich einen schleimigen Abdruck auf den königlichen Lippen hinterlässt. Wenn es am Ende nicht heißt „…und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“, nicht so, wie jedes Märchen auf Englisch und damit definitiv happy endet mit den Worten „… and they lived happily ever after“, sondern wenn der letzte Satz lautet wie auch der englische Titel des Films: „Happily N`Ever After“.
Die neue Produktion von Shrek-Schöpfer John H. Williams und seiner Firma Vanguard Animation Productions wurde zu großen Teilen von der BAF Berlin Animation Film gefertigt. Drehbuchautor Rob Moreland griff auf diverse Märchen der Gebrüder Grimm zurück, die in „Es war K`Einmal im Märchenland“ alle Teil der fiktiven Welt sind, in der die Geschichte angesiedelt ist. Durchaus selbstironisch erklärt deshalb eine Off-Stimme, die sich am Anfang an die Zuschauer richtet, dass es zwar nicht besonders einfallsreich sei, das Land dementsprechend „Märchenland“ zu nennen, aber sicherlich wisse man Bescheid, was gemeint ist. Leider verliert sich im Verlauf des Films diese sympathische Haltung, sich selbst nicht ganz ernst zu nehmen – gerade der gewollt coole Küchenjunge Rick avanciert am Ende zum Märchenhelden par excellence, und mit ihm wird der gesamte Film zu dem, was eigentlich persifliert werden soll. Auch die übrigen Figuren – die süße, schlaue Ella, der trottelige Prinz, die liebenswert-chaotischen Praktikanten Munk und Mambo oder die böse Stiefmutter Frieda – bleiben reichlich eindimensional, ebenso glatt wie die 3D-Animationen des Films. Beides, Figuren und Animationen, sind nicht schlecht, aber eben auch nicht mehr als nett.
Natürlich ist „Es war K`Einmal im Märchenland“ ein Film, der sich an Kinder richtet, und dementsprechend brav kommt er daher – ein Stück harmlose Unterhaltung, das Eltern ihren Söhnen und Töchtern bedenkenlos zumuten können. Schade nur, dass die zugrunde liegende Idee viel mehr Potential bieten würde, weil sie an den Grundfesten eines gesamten Genres rüttelt. Allerdings viel zu zaghaft.
Wie es besser geht, hat vor gut einem Jahr ein anderer Animationsfilm gezeigt, eine kleine aber feine Independent-Produktion: „Die Rotkäppchen-Verschwörung“ machte aus dem klassischen Märchen einen spannenden, intelligenten Krimi a la Agatha Christie. Dessen Niveau erreicht
„Es war K`Einmal im Märchenland“ nur manchmal, in diversen Details, die durchaus spaßig sind, etwa wenn der böse Wolf im Schloss des Prinzen ein Geißleinsteak vorgesetzt bekommt. Im Ganzen wird der Film diesen humorigen Höhepunkten jedoch nie gerecht.
| FAZIT
Allzu brave Persiflage auf die Märchen der Gebrüder Grimm – harmlos, nett, ein Film für Kinder.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung