Thriller,
Science Fiction,
Horror
| Australien / USA 2007
| INHALTSANGABE
Die Psychiaterin Carol Bennell sieht sich eines Tages damit konfrontiert, dass ihre Mitmenschen sich verändern, sie starren nur noch mit emotionslosen Blicken vor sich hin. Ein seltsamer Grippevirus geht zeitgleich um, es wird gemunkelt, ein verunglücktes Raumschiff habe einen außerirdischen Virus eingeschleppt, dass es sich aber um eine Invasion handelt, damit rechnet zunächst niemand.
Die apathischen Menschen ändern ihr Verhalten, sie werden zunehmend aggressiv und angriffslustig. Wer nicht wie sie ist, wird attackiert und mit Körperflüssigkeiten bedeckt um infiziert zu werden. Kaum jemand bleibt verschont.
Carol und ihr Freund Ben, ein Arzt, finden heraus, dass es einige gibt, die gegen die Invasion des Virus immun sind, also muss sich auch ein Impfstoff herstellen lassen. Ein Wettlauf gegen die Eindringlinge beginnt.
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| FILMKRITIK
Am Ende von The Invasion sagt jemand, der Mensch müsse sein Menschsein überwinden, um in Frieden leben zu können, also so werden wie die „Alienmenschen“. Der Mensch muss demnach alles, was ihn ausmacht Emotion, Abstraktionsvermögen, Mitgefühl und Individualität loswerden. Ja eigentlich muss er nichts mehr wollen, um das kämpfen sein zu lassen. Wie dann der Frieden aussähe wird hier vorgeführt. Er wäre dann nämlich nur ein ambivalentes Vergnügen, wenn er mit Gleichgültigkeit und Aufgabe des Selbst verbunden ist. Besonders wenn dieser Zustand durch Gewalt herbeigeführt wurde wie es hier der Fall ist. Eine bittere Erkenntnis mit der Regisseur Oliver Hirschbiegel die Zuschauer entlässt.
Im Film werden diejenigen, bei denen der Virus greift, Teil einer gesichtslosen, charakterlosen Masse. Im Schlaf werden sie von dem Virus übermannt. Auch Carol kämpft mit allen Mitteln dagegen an einzuschlafen, denn dann wäre auch sie infiziert.
Die außerirdische Gefahr, ist unsichtbar und nur unter dem Mikroskop zu sehen, das macht sie so beängstigend. Die Viren sind keine Gegner, denen man in die Augen sehen kann. Die Befallenen oder diejenigen, deren Ich durch eine außerirdische Macht ersetzt wurde, behalten alle Erinnerungen an ihre Vergangenheit, nur handeln sie komplett anders.
„Mein Mann ist nicht mehr mein Mann“ sagt eine Patienten zu Carol. Die vermutet zunächst eine Psychose oder ähnliches und erhöht die Tablettendosis der völlig gesunden Frau. Denn der infizierte Ehemann ist es, der krankt: er folgt ihr und bedroht sie, weil sie resistent gegen den Virus ist.
The Invasion ist das dritte Remake von Don Siegels Klassiker Invasion of the Body Snatchers aus dem Jahr 1956. Damals war es die Angst während des kalten Krieges vor kommunistischer Infiltration. Heute, so scheint uns Hirschbiegel sagen zu wollen, gibt es keinen eindeutigen Feind mehr, keine eindeutige Position zu beziehen.
Gleichgültigkeit und Kritiklosigkeit sind hier die Feinde des Menschen.
Trotz der vielen Actionsequenzen gibt es seltsam unmotivierte Strecken, die zu deutlich als Entschleuniger der Handlung eingesetzt sind. Schock- und Gruseleffekte immer auf dem schmalen Grat zum Horrorfilm sind hier auch zu finden. Zwischen Action und psychologischer Tiefe, weiß der Film manchmal nicht genau wo hin er will.
| FAZIT
Remake eines Klassikers des Invasionsfilms in aktuellem Gewand, mit viel Action, Gruseleffekten und streckenweise etwas unmotivierter Handlung.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung