Sonntag | 27. Mai 2012 | 11:48 Uhr
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  • FILM REVIEW | Der Fuchs und das Mädchen
  • Der Fuchs und das Mädchen

    Abenteuer, Familie, Dokumentation | Frankreich 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Ein zehnjähriges Mädchen beobachtet auf dem Schulweg durch den Wald einen Fuchs. Tag für Tag streift die sommersprossige Kleine nun durch das Gebüsch und sucht den Fuchs, den sie zu ihrem Spielgefährten machen will. Doch das wilde Tier rennt immer wieder davon und lässt sich nicht anfassen – bis es, viele Monate später, doch Vertrauen zum dem Mädchen fasst. Eine wunderbare Freundschaft beginnt, während der die beiden die Wildnis erkunden.
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      • | FILMKRITIK

      • Luc Jacquet wurde mit dem Dokumentarfilm „Die Reise der Pinguine“ berühmt. Nun ist er ins Spielfilm-Genre gewechselt und präsentiert eine wunderbare Geschichte für Kinder, um ihnen die Natur und ihre wilden Lebewesen näher zu bringen. „Der Fuchs und das Mädchen“ ist pädagogisch wertvoll und erteilt auch eine Lektion darüber, ob man ein wildes Tier zähmen und besitzen kann. Das suchende Mädchen ärgert sich anfangs über sich selbst: Sie verbringe ihre Tage mit Lesen und Schreiben, erzählt die weibliche Ich-Erzählerin im Off, aber sie sei außerstande, die Fährte eines Fuchses im Gelände aufzuspüren.

        Luc Jacquet, der in der Natur Frankreichs aufwuchs und auch einmal als Junge eine Begegnung mit einem Fuchs hatte, die ihn tief beeindruckte, wollte heutigen Kindern die Schönheit und Vielfalt des Universums Wald vermitteln. Die Freundschaft mit Tieren, noch dazu mit wilden, hat die menschliche Fantasie immer schon beflügelt und wunderbare Geschichten hervorgebracht – wie Jack Londons „Wolfsblut“. Eine andere Form, Stadtbewohner in Kontakt mit der Natur zu bringen, sind die stets beliebten Dokumentationen, aber was Jacquet hier auf die Leinwand zaubert, ist eine originelle Mischform zwischen Fiktion und Dokumentarischem.

        Das rothaarige, sommersprossige Mädchen ähnelt in Haarfarbe und in der freiheitsliebenden Neugier ihrem Wunschfreund Fuchs. Die Geschichte beginnt im Herbst, und zieht sich über die Dauer eines Jahres im Wechsel der Jahreszeiten hin. Selbst als das Mädchen monatelang mit einem Gipsfuß ins Haus verbannt ist, denkt sie nur an den Fuchs und liest Bücher über seine Lebensweise. Als die Kleine aus ihrem Elternhaus, einem einsamen Gehöft in einer traumhaft schönen Waldlandschaft vor Bergkulisse, wieder die Suche nach dem Fuchs aufnimmt, ist es Frühling. Eines Tages sieht sie ihren Fuchs wieder: Das Tier ist Mutter einiger lebhafter Jungen geworden. Sie bestehen bald gemeinsam dramatische Abenteuer und das Mädchen wagt sich immer weiter in die raue Wildnis vor.

        Die Tier- und Naturaufnahmen sind fantastisch. Die Kamera kriecht mit dem Fuchs in seinen Bau und sieht mit ihm nach draußen. Der Artenreichtum des europäischen Waldes wird in seiner ganzen Vielfalt minutiös und liebevoll in Bildern festgehalten: Es gibt Szenen mit Wölfen, einem Braunbären, einem Luchs, Wildschweinen, Rehen, einem Igel, einer Spinne, die einen Faden produziert. Und auch die Landschaftsaufnahmen im Wechsel der Jahreszeiten sind von einer sinnlichen Intensität, die eine starke Wirkung erzielt, mit dem Regen, dem Licht am Morgen und in der Abenddämmerung, dem Nebel, den Frühlingsblumen, begleitet von den vielen Stimmen der Waldbewohner.

        Jacquet ließ in Frankreich und in den italienischen Abruzzen drehen. Zu den Aufnahmen wilder Füchse in der freien Natur kamen Szenen mit gleich mehreren trainierten Tieren hinzu. Das Mädchen und seine Füchsin, die nun Titou getauft ist, sitzen in einer Szene friedlich nebeneinander und blicken ins Tal. Hier hat die Geschichte bereits märchenhafte Züge erhalten – denn wer kann schon von sich behaupten, einen Fuchs als treuen Begleiter gewonnen zu haben? Trotzdem aber wirkt die Erzählung alles andere als realitätsfremd, sondern unglaublich inspirierend. Es geht schließlich darum, seine Sehnsüchte nach Freundschaft mit der Natur in Vorstellungen zu fassen – und den Wald beim nächsten Ausflug mit anderen Augen zu sehen.
      • | FAZIT

      • Ein Traum von einem Film über die Schönheit des Waldes und das Leben in der Natur.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 10.0/10 (3 votes)

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