Sonntag | 27. Mai 2012 | 11:56 Uhr
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  • FILM REVIEW | Elizabeth: Das goldene Königreich
  • Elizabeth: Das goldene Königreich

    Drama, Biografie, Historie, Romanze | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Seit nunmehr fast drei Jahrzehnten regiert Elisabeth I. über England. Nach wie vor versuchen Thronfolger anderer Länder über eine Ehe mit ihr Einfluss auf ihr mächtiges Reich zu gewinnen und noch immer weigert sich Elisabeth vehement, ihre Macht einem Mann zu unterstellen. Als "Virgin Queen" sieht sie sich selbst als Mutter ihres Volkes, dem ihre ganze Liebe gilt. Und dieses Volk, in dem Protestanten und Katholiken einträchtig nebeneinander existieren dürfen, ist in Gefahr.

    Bedroht wird es von Philip II., Spaniens König und Herrscher über das mächtigste Land des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Mit Hilfe einer gigantischen Flotte möchte er England von seiner protestantischen Königin befreien, und seinem eigenen Glauben entsprechend zum Katholizismus zurückführen. Um dieses Ziel zu erreichen, strickt Philip II. eine mächtige Intrige, bei der auch Elisabeths Cousine Maria Stuart eine Rolle zu spielen hat.

    Doch während sich das Netz um Elisabeth zusammenzieht, droht zusätzliche Gefahr von ganz anderer Seite. Als nämlich der erfolgreiche Seefahrer und Freibeuter Walter Raleigh am Hof auftaucht, enthüllt sich ihr die ganze Bürde, die sie auf sich genommen hat, indem sie sich ihrem Volk als Königin verpflichtet hat. Denn Raleigh verzaubert sie schnell mit seinen Geschichten vom neuen Land Amerika und seinen Abenteuern auf See. Ist er gänzlich frei, so ist sie eine Gefangene ihres Standes, die es sich nicht erlauben darf, sich zu verlieben.

    Als Raleigh sich dann immer mehr ihrer vertrautesten Dienerin nähert, reagiert Elisabeth mit verbitterter Eifersucht. Gänzlich ins Straucheln gerät sie, als ein Anschlag auf sie verübt wird, aus dem sie zwar unverletzt aber mit stetig wachsender Furcht hervorgeht. Bald wird Spaniens Armada zur handfesten Bedrohung und Elisabeth muss sich entscheiden, welche Rolle sie in Zukunft spielen will: Die einer Frau oder die einer Königin.
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      • | FILMKRITIK

      • "Ich habe gehört, das Volk liebt mich. Und ich trachte unablässig danach, diese Liebe auch zu verdienen." Edle Sätze, die aus einem ebenso edlen Mund kommen. Immerhin der Mund einer Königin. Eine Rolle, die von Cate Blanchett mehr ausgefüllt wird, als es ihr Regisseur Shekhar Kapur anscheinend zutraut. Denn um die königliche Würde Elisabeths einzufangen, hüllt er seine Darstellerin in kostbare Gewänder und aufwändige Accessoire-Kaskaden und lässt sie von geradezu heiligem Licht umstrahlen und das alles nur, um eine Wirkung zu erzielen, die Cate Blanchett auch ohne all das erzielen könnte und kann.

        Denn die stärksten Szenen des Films zeigen sie ganz ohne Glanz und Glorie, mit kurzgeschnittenem Haar und zweifelndem Gesicht. Eine Frau, die einen schweren und einsamen Weg gewählt hat, den sie mit Ehrgeiz, Stolz und unbedingtem Willen zur Macht geht. Dass sie dabei auch lächerlich wirken kann, indem man sie à la Braveheart auf einem arg unruhigen Pferd eine kriegerische Ansprache halten lässt, verzeiht man ihr da gerne.

        Blanchett zur Seite gestellt wurde diesmal Clive Owen in der Rolle des Sir Walter Raleigh. Beide Schauspieler sind in diesem Film als unbedingte Pluspunkte zu werten. Beiden gelingt es, ihre Rolle glaubwürdig auszufüllen, beiden gelingt die Gratwanderung zwischen Kitsch und Tragik und – was bei einem solchen Film eben auch zählt – beide sehen unglaublich gut aus.

        Und die Darsteller sind es auch, die den Film über weite Strecken retten. Ob es in erster Linie an fehlendem Geld oder an fehlender Fantasie lag, lässt sich auf den ersten Blick nicht feststellen. Ins Auge fällt jedoch sofort die Künstlichkeit der Studiosituation. Und so sieht man dann nicht etwa Walter Raleigh an Deck eines gischtumsprühten Schiffes stehen und sehnsüchtig in die Ferne blicken, sondern doch nur Clive Owen in einem trocken, von Scheinwerfern aufgeheizten Studio auf einer bewegungslosen hölzernen Bühne den gemalten Hintergrund anstarren.

        Ähnlich enttäuscht ist man bei den Schlachtenszenen auf hoher See. Denn allein mit dröhnender Musikuntermalung und üppig genutzten Zeitlupen wird auch eine kriegerische Auseinandersetzung nicht spannend. Zumal die Geschichte selbst dem Zuschauer einen Großteil der Spannung raubt. Sorgt die mächtige Intrige, die mit ebenso mächtigen Gesten ausgeführt wird, noch für gespannte Erwartung, wird der Großteil der Kinogänger durchaus wissen, was mit der spanischen Armada geschah als sie hoffnungsvoll gen England segelte. Ähnlich verhält es sich mit der schottischen Königin Maria Stuart, deren Ende man schon vor ihr kennt.

        "Elisabeth – The Golden Age" versucht an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen. Bedenkt man die Strahlkraft seiner Hauptdarstellerin, könnte ihm das zumindest ansatzweise auch gelingen. Auch als pompöser Kostümfilm und als persönliches Drama einer eigenwilligen Frau kann der Film punkten. Dennoch reicht er nicht an seinen Vorgänger heran, was in erster Linie an der spannungsarmen Erzählweise und der recht fantasielosen Inszenierung liegt.
      • | FAZIT

      • Der pompöse zweite Teil der Herrschaftsgeschichte Königin Elisabeths I. wird hauptsächlich von der Strahlkraft seiner Hauptdarstellerin Cate Blanchett erhellt. An den Vorgänger reicht der Film nicht heran.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (2 votes)

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