Sonntag | 27. Mai 2012 | 12:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | Cube
  • Cube

    Thriller, Science Fiction | USA 1997
  • | INHALTSANGABE

  • Vier Wände, Decke, Boden, alles gleich von Aussehen und Größe. Sechs quadratmetergroße Ausgänge, an jeder Seite einer. Und dahiner? Das gleiche, vier Wände, Decke, Boden, alles gleich, sechs Ausgänge. Und so weiter und so weiter...

    Fünf Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, finden sich hier zusammengepfercht auf engstem Raum. Was tun sie hier, wie sind sie hierhergekommen? Keiner von ihnen kann sich erinnern. Nur eines wissen sie, sie müssen aus diesem Labyrinth entkommen oder sie werden nicht lange überleben.

    Die Leitung übernimmt Quentin (Maurice Dean Witt), ein etwas grobschlächtiger und eigenmächtig handelnder Polizist mit einem Faible für junge Mädchen. Deshalb hat er auch sofort ein Auge auf die Mathestudentin Leaven (Nicole De Boer) geworfen. Suspekt hingegen ist ihm der Büroangestellte Worth (David Hewlett), die Ärztin Holloway (Nicky Guadagni) hingegen geht ihm eher auf die Nerven. Und dann ist da noch seine Hoffnung Rennes (Wayne Robson). Der ist ein alternder Verbrecher, der schon aus jedem Hochsicherheitsgefängnis Kanadas abgehauen ist. Wenn es also einer schaffen kann, diesem würfelförmigen Gefängnis zu entfliehen, dann er.

    Gefängnis. Genau das ist das richtige Wort. Sie alle sind in einheitliche graue Uniformen gesteckt worden mit ihrem Nachnamen darauf. Und so brauchen sie sich auch nicht vorzustellen. Herzlichkeiten gibt es auf diesem Trip nicht, nur die Suche nach dem Ausgang - und dabei gilt es, die Räume zu meiden, in denen tödliche Fallen auf sie warten. Säure, die plötzlich aus den Wänden spritzt, Eisenstäbe, die alles im Raum aufspießen, was sich durch ihn hindurchbewegt, scharfe Klingen, die den sie in Stücke schneiden.

    Als es Rennes zuerst erwischt, gibt der egomanische Quentin auf, doch die hochbegabte Leaven findet eine Möglichkeit, wie man die todbringenden Räume erkennen kann. Die Zahlen an den Türen haben ein mathematisches System. Mit ihnen lassen sich die Koordinaten des riesigen Quaders, in dem sich sich befinden, berechnen und es sollte möglich sein, mit ihrer Hilfe den Ausgang zu finden.

    Im Laufe der Zeit sind die Fallen jedoch nicht mehr ihr einziges Problem. Je mehr sie voneinander erfahren, desto komplizierter wird die Situation in der Gruppe. Als sich herausstellt, dass Worth mehr über ihr Gefängnis weiß, als er zuerst zugeben wollte, droht die Lage zu eskalieren. Als dann auch noch der autistische Kazan (Andrew Miller) zu ihnen stößt und ein Kampf über die Führungsposition entbrennt, beginnen die Emotionen überzukochen. Aus einem ethischen Grundsatzkonflikt entbrennt ein Alptraum, der in einem Blutbad endet.
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      • | FILMKRITIK

      • Das Kino-Debüt von Regisseur Natali wurde in den letzten drei Jahren auf so ziemlich jedem wichtigen Fantasy-Filmfestival ausgezeichnet und galt lange als Geheimtip. Kein Wunder, denn Natalis Film ist Psycho-Drama wie Horror-Thriller in einem und bedient sich grob beim Klassiker "Night of the Living Dead". Auch hier hätte eine Personengruppe überleben können wenn sie miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet hätte, die Zombies sind in diesem Fall jedoch tödliche Fallen die es zu umgehen gilt.

        "Cube" beschert dem Zuschauer den psychologischen Overkill, Regie und Besetzung schaffen es, die klaustrophobische Stimmung der Protagonisten auf den Zuschauer zu übertragen. Das Dreh-Set bleibt eigentlich immer das gleiche: ein verdammt kleiner, würfelförmiger Raum, der nur anders wirkt, da seine Wände immer wieder mit anderen Farben beleuchtet werden. Schock- und Splattereffekte werden sparsam, aber an den richtigen Stellen eingesetzt. Spannungserzeugung mit einfachsten Mitteln, verbunden mit einer konsequenten und sehr düsteren Geschichte.

        Nur eines stört an der Hetzjagd durchs Labyrinth. Den Autoren ist keine glaubhafte Begründung dafür eingefallen, warum sich diese Menschen überhaupt in dem Würfel befinden und wer sie dort hinein gebracht hat. Die Frage nach einer Auflösung des Hauptplots bleibt somit im Raum stehen, wird durch Floskeln wie "Denk nicht darüber nach was Du hier tust, sieh lieber zu, dass Du hier schnellstens rauskommst" überdeckt.

        Diese Nachlässigkeit des Drehbuchs unterstreicht jedoch die Absicht, dass der Film wie ein surrealer Alptraum wirken soll. Aber auch die Charakterzeichnung funktioniert nicht völlig. Zu schnell und zu laut wird aus dem anscheinenden Helden ein grobschlächtiger Egomane und aus der besonnenen Ärztin ein überdrehtes, von Verschwörungstheorien besessenes Nervenwrack.

        Wenn der Film nicht sehr ausgreifte philosophische Fragen über die Skrupellosigkeit des menschlichen Wesens und seiner unproblematischen Entzivilisierung stellen würde, dann könnte man ihn fast als pseudo-anspruchsvoll bezeichnen. So entwickelt er aber im Endeffekt viele interessante Denkansätze, die den Zuschauer, der sich den Film nicht als Popcorn-Movie anschaut, noch lange wachhalten können. Prognose: ein zukünftiger Klassiker des modernen Horrorkinos.
      • | FAZIT

      • Beklemmende Atmosphäre und innovative Story auf hohem Niveau: Ein Film für Mystery- , Science-Fiction- und Psychothriller-Fans gleichermaßen
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Sebastian Schmidt

      • | Userwertung

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