Agent Nr. 47 ist ein Auftragskiller mit Leib und Seele. In der Tat kann er gar nichts anderes als Töten, seit frühester Kindheit wurde er darauf gedrillt. Nun soll er in Moskau den russischen Präsidenten umbringen, weil der dem Auftraggeber zu gemäßigt ist. Doch das ist eine Falle: Nr. 47 töten zwar den Staatschef, doch der wird flugs durch einen Hardliner-Doppelgänger ersetzt, und die besten Killer werden auf Nr. 47 angesetzt, der als Zeuge beseitigt werden soll. Zusammen mit der Hure Nika, die benutzt wurde, um Nr. 47 in die Falle zu locken, setzt sich der Killer zur Wehr – und muss auch noch dem Interpol-Ermittler Mike Whittier entkommen. Dabei verliert er nie seinen Auftrag aus den Augen: Den endgültigen Tod des russischen Präsidenten, der ihn so gelinkt hat.
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| FILMKRITIK
Glatze, schwarzer Anzug, ein auf den Hinterkopf tätowierter Barcode, vollkommene Emotionslosigkeit: Das ist Agent 47, eine entindividualisierte Killermaschine, die ohne Regung ihrem Handwerk nachgeht, kein Mensch mehr, sondern nur noch ein kalter, empfindungsloser Tötungsapparat. Ein Hitman, einer, der zuschlägt, um dann wieder zu verschwinden: Das ist die Hauptfigur des Films, der auf einer Videospielreihe basiert, eine Hauptfigur, die für beide Medien eine hervorragende Basis bildet: Weil schon in ihr selbst eine Spannung aufgebaut ist zwischen oberflächlichem Menschsein und innerem bloßem Killermechanismus.
Das ist das Gute am Film: Dass er tatsächlich das Game umsetzt in einen Actionthriller, dass er die Spiel-Welten umsetzt mit filmischen Mitteln. Und das, ohne die Herkunft ganz zu verleugnen: immer wieder schleichen wir mit Nr. 47 lange, verwinkelte Gänge entlang, immer wieder tauchen wir in absonderliches, überzogenes Ambiente ein. Doch der Film steht für sich allein, und das nicht nur, weil er Nr. 47s Backstory weitestgehend zurückschraubt, die ja doch viel zu sehr im fantastischen Game-Intro hängt: Dass seine Gene aus fünf Superschurken zusammengebraut wurden, dass er von einer geheimen Kirchenbruderschaft zum Killen ausgebildet wurde: Das spielt eigentlich keine Rolle und wird im Film daher auch nur ganz am Rande angedeutet.
Dafür legt Regisseur Xavier Gens Wert auf direkte Action, immer geht’s direkt rein (ohne wirklich drastische Bilder zu zeigen). Geradlinig baut sich die Handlung auf, die Gens – auch das Teil der filmischen Qualitäten – aufteilt in eine Muli-Perspektive: Er erzählt nicht nur vom Kampf des Agenten 47, sondern auch von den Ermittlungen durch Interpol-Kommissar Whittier. Der wird neben 47 als zweite „anständige“ Figur aufgebaut, neben den korrupten Russen, die Nr 47 gelinkt haben, und der geheimnisvollen Organisation, die Nr. 47 aus dem Weg räumen will.
Diese Strategie der Direktheit, des Geradlinigen funktioniert in der ersten Hälfte recht gut, wenn die ersten Actionsequenzen von Töten und Flucht und Kampf eine schöne Menge Zerstörung hinterlassen und immer auch einen kleinen Faden, an dem die Handlung weitergeführt wird. Doch irgendwann geht die Luft raus; das liegt einerseits daran, dass keine große Steigerung in den Sequenzen drin ist – die Ballerei im Hotel, das Massaker beim Drogen-, Weiber- und Waffenschieber (wo ja eh genug Schussmaterial rumliegt) oder das vierfache Inschachhalten in einem Zugwaggon, bei dem die Pistolen mit Kurzschwertern ersetzt werden: Das knallt rein, aber der Film kann nichts mehr draufsetzen.
Vor allem aber merkt man in der zweiten Hälfte, wie wenig Raffinesse Buch und Regie ihrem Film angedeihen lassen, wie vorhersehbar die Wendungen sind, wie erwartbar die Überraschungen. Aus dem guten Ansatz von knallhartem Protagonisten und unvermittelter Action entwickelt sich nichts; nicht nur im Vergleich zu den ähnlich gelagerten, weil ebenfalls den Weg einer emotionslosen Killermaschine nachzeichnenden „Bourne“-Filmen, auch nach den vom Film selbst gesetzten Maßstäben von Spannung und Thrill und Plottwists versagt „Hitman“ gegen Ende völlig.
| FAZIT
Ein Actionthriller, der sich mit filmischen Mitteln von der Videospiel-Vorlage absetzt, dem aber in der zweiten Hälfte die Luft rausgeht.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung