Ein Alien „schlüpft“ aus dem Brustkorb eines Predators und lässt das Raumschiff in die Wälder nahe einer US-Kleinstadt stürzen. Während die spinnenartigen „Facehugger“, die die Alien-Brut einpflanzen, losziehen und ihre ersten Opfer in einem Jäger und seinem Sohn finden, startet ein Predator von seinem Heimatplaneten, um die Killerwesen aufzuhalten – und den Fall zu vertuschen. Als schließlich die Monsterschlacht über die Stadt hereinbricht, haben die Menschen dort wenig zu lachen.
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| FILMKRITIK
Zum zweiten Mal werden nun in „Alien vs. Predator 2“ die zwei vielleicht coolsten Filmmonster der Geschichte aufeinander gehetzt. Diesmal findet das Duell, bei dem die Menschen erneut Opfer beider Seiten werden, in der Alltagszivilisation einer Kleinstadt statt. Das verschiebt die Handlung in den Bereich des eher konventionellen Horrors. Was aber noch das geringste Problem dieses Films ist.
Einerseits hat es schon was, wenn durch die nordamerikanischen Wälder der Predator strolcht und durchs Unterholz die Facehugger rasen. Wenn jedoch das biomechanische Alien über einen Kleinbus huscht, oder im Diner seinen Kopf durch die Western-Schwingtür schiebt, macht das viel der fantastischen Aura des „Wesens aus einer fremden Welt“ kaputt. All das sind aber – so wie so – Nichtigkeiten. Denn was die Strause-Brüder mit dem Drehbuch-Autoren Shane Salerno zusammengerührt haben, verwandelt die A-Klasse-Serien „Alien“ und „Predator“ in ein B-Movie auf F-Niveau.
Colin und Greg Strause waren bislang für allerlei Visual Effects zuständig, z.B. beim letzten „X-Men“-Film oder den „Fantastic Four“-Teilen. Und über die F/X kann man sich nicht beschweren, obwohl sie (auch ein Pluspunkt für die Brüder) alles so dunkel inszenieren, dass man sich wirklich nicht schnell an ihren Kreaturen satt sieht – die ersten „Alien“-Filme lassen grüßen. Freilich schaut man dann wieder dem Predator-Ausputzer eine kleine Ewigkeit beim Gepirsche durch die Kanalisation zu, was dem Grusel-Reiz der Figur wenig zugute kommt.
Darüber hinaus ist der Film ein einziger Zettelkasten halb-toller „Wäre es nicht cool, wenn…“-Ideen, die lumpig mit einander zusammengeleimt sind, zu einem Überbietungsgefecht an Toten, das in sinnfreier Hochgeschwindigkeit abgespult wird. In zwanzig Sekunden wird so die Nationalgarde von den Aliens dahingerafft, und es gilt: hopp, zum nächsten.
An den Typen-Figuren als reine Schlachtopfer, gar an irgendwelcher Psychologie oder nachvollziehbaren Handlungen interessiert sich der Film bestenfalls in faszinierender Alibimäßigkeit. Der junge, wilde aber noble Mann, der gerade aus dem Knast zurück vom Sheriff unter seine Fittiche genommen wird, sein Bruder, der wegen seines Schulschwarms Haue bekommt, die bösen Sportler, eine Soldatin, die aus dem Irak zu Mann und kleiner Tochter heimkehrt – all die Gestalten erhalten nur notdürftigen Raum zu Beginn, keinen mehr, sobald das Chaos losgeht und ansonsten haarsträubende Versatzstück-Dialogzeilen zugeordnet. „Sheriff, es sterben immer mehr Leute“ ist da so ein Satz, der noch lustig ist. Die Erzählung springt bei der Menge an Figuren hin- und her, zurrt sie zusammen, um sie dann gleich doch wieder neu zu gruppieren.
Der Überblick geht aus diesem Grund ebenso verloren wie wegen des räumlichen Tohuwabohus, das in Wald und Stadt angezettelt wird. Dschungel oder Raumschiff, gerne auch ein Maya-Tempel im Eis: das begrenzte, definierte Feld hatte für das Abzählspiel von „Alien“ und „Predator“ seinen guten Grund. In „Alien vs. Predator 2“ passiert nun alles, überall und zwar gleichzeitig, so dass einem schon wieder gleichgültig ist, wer da wo ist und wann wie umkommt.
Hinzu kommt eine hoher „Hä?“-Faktor: Obwohl er gerade noch im E-Werk auf der Hatz war, taucht der Predator einen Moment später in der High School auf (wo die Schulmaid aus heiterem Himmel für den braven Loser strippt). Wie das? Oder: Weshalb vernichtet der außerirdische Großwildjäger eifrig jede Spuren, häutet dann aber, trotz aller Eile, einen armen Mann vom Suchtrupp und hängt ihn in den Baum? Einfach weil er sowas im ersten „Predator“-Film getan hat?
So wird schnell klar, dass Strause und Co. zwar guten Willens sind und vielleicht auch große Fans, letztlich aber nicht wirklich verstanden, haben, worum es in den Filmen ging, wie sie funktionierten oder wenigstens, wie ihr Prinzip umzusetzen ist. Ein Phänomen übrigens, dass man u.a. auch bei der „Hellraiser“-Reihe beobachten kann.
Entsprechend bedient sich „Alien vs. Predator 2“ bei den Highlights der Vorgänger und Vorbilder (für ein Alien für einen Augenblick unter Wasser im Schul-Pool siehe „Alien: Ressurection“), machen diese jedoch bloß in der Anhäufung und Ungeduld kaputt. Bei der Schlacht „Alien vs. Predator vs. die Strause Brothers“ hat der Mensch jedenfalls vernichtend zugeschlagen. Leider.
| FAZIT
Wirres, hektisches und in Dramaturgie und Figuren dürftiges Verheizen der zwei immer noch verdammt coolen Filmmonster.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung