Sonntag | 27. Mai 2012 | 09:41 Uhr
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  • FILM REVIEW | Mein Freund, der Wasserdrache
  • Mein Freund, der Wasserdrache

    Abenteuer, Familie, Fantasy | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Schottland im Jahr 1942: Der kleine Angus vermisst seinen Vater, der Soldat im Krieg gegen Deutschland ist. Der Junge wohnt in einem alten schlossähnlichen Herrenhaus mit seiner Schwester und seiner Mutter, die dort als Hausverwalterin arbeitet. Eines Tages findet Angus am Strand ein großes ovales Gebilde, das er in der ehemaligen Werkstatt seines Vaters versteckt. Zu seiner Überraschung schlüpft schon bald ein hühnergroßes Tier aus dem Ei, das einem winzigen Seehund ähnelt.

    Angus versteckt das Tier, das er Crusoe nennt, in der Werkstatt und füttert es mit Abfällen aus der Küche. Crusoe fasst Vertrauen zu Angus und darf schon bald im Herrenhaus in der Badewanne schwimmen. Doch die Mutter von Angus darf nichts von seiner Existenz erfahren, denn der Junge befürchtet, dass sie es ihm wegnehmen würde. Ein neu angestellter Handwerker hingegen wird von Angus und seiner Schwester eingeweiht und hilft fortan, das Tier zu verstecken – das allerdings rasant wächst. Angus und der Handwerker Lewis fahren Crusoe an eine Bucht, die Loch Ness heißt, und lassen das Tier frei.

    Bald schon hat Crusoe die Ausmaße eines Dinosauriers angenommen und der anfangs wasserscheue Angus darf auf dem Tier in den Fluten reiten und tauchen. Doch auch andere Leute kriegen das Ungeheuer zu sehen, und Angus glaubt, dass Crusoe in Gefahr ist. Vor allem, weil im Haus britische Soldaten einquartiert sind, die auf den Angriff eines deutschen U-Bootes warten. Sie haben Kanonen am Ufer der Bucht postiert und bei einem Probeschießen erschrecken die Kugeln den bislang so zutraulichen Crusoe.
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      • | FILMKRITIK

      • „Mein Freund, der Wasserdrache“ ist eine sehr sympathische Deutung des Rätsels über das Ungeheuer von Loch Ness. Der Film von Regisseur Jay Russell basiert auf dem Roman von „Schweinchen Babe“-Erfinder Dick King-Smith und stellt eine Kreatur aus den neuseeländischen Studios Weta Workshop und Weta Digital vor. Wenn der Junge Angus das frisch geschlüpfte braune Tier berührt, hält man die Animation für ein natürliches Lebewesen. Crusoe gibt eine Menge knurrender und winselnder Laute von sich und liebt es, sich in die Fluten zu werfen, die zunächst nur aus einem Eimer Wasser bestehen.

        Die Geschichte beginnt in der Gegenwart. In einer Kneipe in der Nähe von Loch Ness sehen zwei junge Touristen ein Foto des Ungeheuers, wie es seinen langen Hals aus dem Wasser streckt. Das sei doch nur eine Fälschung, sagt der Tourist zu seiner Freundin, aber ein alter Mann behauptet, so einfach sei das Ganze nicht gewesen. Er beginnt zu erzählen, und man taucht mit ihm in die Zeit ein, als er der kleine Junge Angus war, der seinen Vater so schrecklich vermisste.

        Der einsame Junge, gespielt von Alex Etel, weiß nicht, dass sein Vater nicht mehr zurückkehren wird. Crusoe, der muntere Wasserdrache, wird sein einziger Freund. Die Erwachsenen in der Geschichte sind der Kriegszeit entsprechend sehr ernst und sehr beschäftigt. Die raue schottische Umgebung mit der kargen Landschaft und dem kalten Klima bilden einen weiteren Kontrast zu der märchenhaften Freundschaft zwischen dem kleinen Jungen und dem Fabelwesen.

        Crusoe ist nicht nur besonders gut animiert, auch seine sprunghaften Änderungen in der Größe bilden eine gelungene Überraschung. Als winziges Tier darf er noch mit einem Stoffhündchen im Haus sprechen, bevor er sich dann an den Goldfischen im Brunnen gütlich tut und schließlich die grüngrauen Fluten von Loch Ness erobert. Wenn Angus am Ufer nach Crusoe ruft, entsteht eine kindliche Spannung aus Ungewissheit und Angst, ob, wann und wo das Riesentier aus dem undurchsichtigen Wasser auftauchen wird. Aus dem verspielten braunen Seehündchen wurde ein grüner Gigant mit langem Hals, der an einen Plesiosaurus erinnert oder eben an jene Fotografien des Monsters von Loch Ness.

        Wegen seiner vielen Handlungsebenen, vom Alltag mit den Soldaten im Haus, dem nahen Krieg, dem Handwerker, der in die Werkstatt des Vaters einzieht und dem Problem des rapide wachsenden Ungeheuers, wirkt die Geschichte bis zum Schluss wie ein spannendes, unsentimentales Abenteuer. Der Handwerker Lewis hat vielleicht sogar Recht mit seiner Sage aus keltischer Zeit, dass es das Ungeheuer von Loch Ness wirklich gibt, und zwar immer nur ein Exemplar zur gleichen Zeit.
      • | FAZIT

      • Stimmungsvoller, spannender Kinderfilm, in dem sich ein Junge mit dem Ungeheuer von Loch Ness anfreundet.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 5.3/10 (4 votes)

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