Jane liebt Hochzeiten und ist deshalb schon 27 Mal Brautjungfer gewesen. Mit Hingabe organisiert sie ganze Feiern und weicht der Braut an deren großem Tag nicht von der Seite. Nur ihr scheint das Eheglück nicht zu winken, denn ihr Boss George missversteht das strahlende Lächeln, das sie ihm täglich schenkt, als rein berufliches Engagement. Janes Dilemma steigert sich zum großen Drama, als ihre blonde Schwester Tess plötzlich aufkreuzt, in ihre New Yorker Wohnung einzieht – nur für ein paar Tage, und sich George sofort in Tess verknallt.
Doch es kommt noch schlimmer: Tess und George wollen heiraten, und Jane soll die Brautjungfer sein. Da hilft es der jungen Frau, die nicht Nein sagen kann, auch wenig, dass ihr der Hochzeitsreporter Kevin intensiv den Hof macht. Jane hat für Kevins zynische Meinung über Hochzeitsfeiern kein Verständnis. Kurz vor der Hochzeit ihrer Schwester verliert Jane die Beherrschung.
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| FILMKRITIK
„27 Dresses“ ist einer dieser Unterhaltungsfilme, die im Hochglanzlook und mit ein wenig Humor versetzt schnell gemacht und auf Kassenerfolg getrimmt zu sein scheinen. Der deutsche Kinostart kommt zum Valentinstag, was dem zynischen Gerücht Nahrung gibt, dieses Datum sei ein reiner Wirtschaftsfaktor für Kinobetreiber, Floristen usw. Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna, seit ihrem Erfolg „Der Teufel trägt Prada“ ein klingender Name, und die Regisseurin des Tanzfilms „Step Up“, Anne Fletcher, schienen die Richtigen zu sein für eine der ersten Blockbuster-Romanzen 2008.
Sieht man den Film einmal unter dem Aspekt gezielter Kalkulation, lässt sich auch die schauspielerische Besetzung unromantisch betrachten. Die beiden Schwestern Jane und Tess werden gespielt von Katherine Heigl und Malin Akerman, was nicht unbedingt heißt, dass es hier um darstellerische Leistung geht. Vielmehr verkörpern die Schauspielerinnen einen Look: Heigl das strahlende Lächeln eines grundehrlichen Mädchens mit reinem Herzen, Akerman gibt die schrille Blondine, die dank Cameron Diaz für Kinogänger so positiv besetzt ist, dass ein ähnliches Aussehen sofort mit Charisma verbunden wird. Einzig James Marsden als dem Reporter Kevin ist etwas mehr Persönlichkeit in dieser Geschichte beschieden, darf er doch seine Verachtung für Hochzeitsromantik mit einem entwaffnenden Jungenlächeln und in exzellenter Spiellaune vortragen.
Die Geschichte plagt sich mit ähnlichen Gedanken herum: Kevin glaubt, dass alles, was mit Hochzeiten in Verbindung steht – von den Kleidern über die Torte bis zu den Geschenken – nur überteuerter, sinnloser Kommerz ist, unter einem emotionalen Vorwand zum gesellschaftlichen Muss für jedes Paar deklariert. Es ist nur so, dass Kevin davon lebt, nett über solche Feiern zu schreiben, und die Romantikerin Jane sammelt seine Zeitungsartikel – ohne zu wissen, wer der Autor ist.
Viel mehr Substanz hat die lahme Liebeskomödie nicht, außer vielleicht noch, dass die ewige Assistentin Jane ihrem Verehrer Kevin gegenüber zum ersten Mal die Genervte spielen kann. Ausgerechnet für den Mann, der am nettesten zu ihr ist, hat sie keine Gutmütigkeit mehr übrig, weil sie die für George, Tess und ihre zahllosen Feiern braucht. Fast zwei Stunden dauert dieses zähe Vergnügen, dass ungefähr so sinnfrei ist wie die 27 Brautjungferkleider in Janes Schrank: einmal getragen und schon aus der Mode.
Es gibt ein paar witzige Einfälle, etwa die Figur von Janes Freundin Casey, gespielt von Judy Greer: Die ist alles andere als romantisch veranlagt, und klebt der von George begeisterten Jane schon mal eine. Ansonsten aber bleibt der Film in einer unklaren Sphäre zwischen Märchenwelt und Großstadtalltag hängen. Warum hetzt Jane quasi ehrenamtlich von einer Hochzeit zur nächsten, warum verliert Kevin sein Herz an die biedere Person, und wieso hat der Zyniker überhaupt ein Herz? Alles Fragen, auf die der Film anscheinend nur eine Antwort bietet: Ist ja nicht so wichtig.
| FAZIT
Unglücklich verliebte Singlefrau ist ständig als Brautjungfer im Einsatz, bis ein Frosch sie küssen darf: Hochglanz-Komödie mit wenig Substanz.
| BEWERTUNG
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