Der junge Georgier Sebastien lebt mit seiner Familie in Frankreich. Sie kommen nur mühsam über die Runden, denn der Vater ist arbeitslos und der große Bruder gehbehindert. Sebastien hält sie mit Hilfe von Schwarzarbeit über Wasser. Gerade hat er den Auftrag bekommen, das baufällige Dach einer alten Villa zu reparieren. Der Besitzer, Monsieur Godon, ist heroinabhängig und scheint seinerseits mit argen Geldproblemen zu kämpfen.
Eines Tages bekommt Sebastien durch ein Loch im Dach durch Zufall mit, dass Monsieur Godon im Begriff ist, einen neuen und voraussichtlich sehr lukrativen Job an Land zu ziehen. Einem Freund teilt er mit, er warte nur noch auf einen Brief, in dem alle weiteren Anweisungen enthalten sind. Tatsächlich kommt sehr bald ein entsprechender Brief an. Doch Monsieur Godon kommt nicht mehr dazu, den Anweisungen auch Folge zu leisten. Er stirbt noch am gleichen Tag an einer Überdosis.
Durch Zufall fällt der Brief in Sebastiens Hände, er enthält ein Hotelbuchung und ein Bahnticket. Spontan beschließt Sebastien, der Aufforderung zu folgen und Bahn und Hotel zu benutzen. Er weiß jedoch nicht, dass er auf seiner Reise verfolgt wird. Ebenso wenig ahnt er, welches Ziel seine Reise hat, vor allem, weil die Anweisungen, die ihm nach und nach telefonisch und schriftlich mitgeteilt werden, immer mysteriöser und umständlicher werden.
Doch schließlich erreicht er ein großes Haus mitten in einem Wald. Vor dem Haus stehen zahlreiche noble Autos aus denen sich äußerst reiche und einflussreiche ältere Herren schälen. Darunter auch der Auftraggeber Monsieur Godons, der zunächst alles andere als begeistert ist, den jungen Sebastien vor sich zu haben, ihn dann aber doch als Ersatz für Godon akzeptiert. Als Sebastien dann endlich erfährt, worin seine Aufgabe besteht, bricht ihm kalter Schweiß aus, doch es gibt kein Zurück… .
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| FILMKRITIK
Über den Inhalt des Films, der sich in düsteren schwarz-weiß-Bildern ganz allmählich entfaltet, sollte man nicht allzu viele Worte verlieren, will man das größte Potential das er besitzt nicht vorzeitig zerstören – die Spannung. Denn "13 Tzameti" gewinnt sicherlich an Intensität, wenn man nicht weiß, auf welche Reise sich der junge Held Sebastien einlässt. Nur wenn man ebenso ahnungslos ist wie die Hauptfigur, kann sich die zunächst unterschwellig entstehende Spannung in eine schlagartige Suspense-Explosion verwandeln, wie sie auch Hitchcock zu schätzen gewusst hätte.
Und damit wäre bereits einer der Regisseure genannt, die im Zusammenhang mit diesem Debütfilm des jungen Georgiers Gela Babluani immer wieder Erwähnung finden. Der zweite Vergleich wird zu den frühen Filmen Roman Polanskis gezogen, dessen düster-verstörende Atmosphäre sich auch in "13 Tzameti" wiederzufinden scheint. Doch trotz dieser – sicherlich zu Recht erkannten – Vorbilder leistet Babluani hier eine ganz persönliche Arbeit, die eine eigenständige Betrachtung erfordert. Denn neben Suspense und subtil unheimlicher Stimmung sorgt vor allem die Kameraarbeit Tariel Meliavas für ein Kinoerlebnis, wie man es nicht allzu häufig zu sehen bekommt.
Es sind die kleinen eleganten cineastischen Momente, die "13 Tzameti" über das Gewohnte hinausheben. Es ist keine komplizierte Geschichte und doch gelingt es dem Regisseur, ohne Worte viel zu erzählen. Das gilt insbesondere auch für die Hintergrundgeschichte des Helden, die aufgrund ihrer Uneindeutigkeit interpretationsoffen ist. Sebastien selbst ist geheimnisvoll, alles was man über ihn zu wissen glaubt, könnte im nächsten Augenblick durch sein Verhalten revidiert werden.
"13 Tzameti" zählt mit Sicherheit zu den Filmen, die das Potenzial besitzen, in Erinnerung zu bleiben. Es ist ein dezenter Thriller, der sich finster und ruhig entfaltet und vermutlich dann am besten wirkt, wenn man sich ganz unbedacht auf ihn einlässt. Und auch wenn der Film gegen Ende ein wenig an Kraft verliert, vergibt man ihm das angesichts seiner geradezu verstörenden Spannungsintensität gerne.
| FAZIT
Ein dezent verstörender Thriller, der sich finster und ruhig entfaltet, um dann urplötzlich in explosive Spannung umzuschlagen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung