Sonntag | 27. Mai 2012 | 03:23 Uhr
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  • FILM REVIEW | Jellyfish - Vom Meer getragen
  • Jellyfish - Vom Meer getragen

    Drama | Frankreich / Israel 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Batyas Leben läuft nicht besonders gut. Sie lebt in einer heruntergekommenen und völlig überteuerten Wohnung und arbeitet als Kellnerin für einen Hochzeitsveranstalter. Dann tritt eines Tages völlig unvermittelt ein kleines Mädchen in ihr Leben, das sie dazu zwingt, endlich ihre Vergangenheit ruhen zu lassen und sich der Gegenwart zuzuwenden.

    Auf einer der Hochzeiten auf denen Batya kellnert ist Keren die Braut. Als sie sich während der Feier ein Bein bricht, müssen Keren und Michael ihre geplante Hochzeitsreise in die Karibik in ein marodes Hotel in Tel Aviv verlegen. Mit dieser Entwicklung der Dinge haben die Frischvermählten beide so ihre Probleme. Als Michael sich dann auch noch mit einer schönen Dichterin anfreundet, scheint die gerade geschlossene Ehe bereits auf der Kippe zu stehen.

    Ganz andere Probleme beschäftigen die Philippinin Joy, die in Tel Aviv als Pflegerin arbeitet, um ihrem in der Heimat gebliebenen kleinen Sohn ein besseres Leben zu ermöglichen. Beide leiden sehr unter der Trennung und die Arbeit ist nicht immer leicht. Joy spricht kein Hebräisch und dann soll sie ausgerechnet eine selbstbewusste alte Dame betreuen, die mit ihrer nicht minder dickköpfigen Tochter schon lange nicht mehr zurecht kommt.
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      • | FILMKRITIK

      • In "Meduzot" scheint die Schwere des Lebens aufgehoben. Die Figuren schweben gleichsam durch ihre Welt, ein wenig verloren und traurig, aber auch gelassen und rätselhaft verträumt. Dabei sind sie losgelöst von jeglichen Zwängen und werden doch von den eigenen Sehnsüchten und Wünschen festgehalten. Erst die Begegnung mit Fremden bringt die Frauen sich selbst ein wenig näher und zeigt ihnen, dass innere und äußere Barrieren überwunden werden können.

        Erzählt wird von den Zuständen und Umständen des Lebens und von den Schwierigkeiten von Beziehungen, vor allem den Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern. Dabei wird keine schwerwiegende Moral vermittelt, die Figuren fordern schlicht ihr Recht auf Glück ein, ganz unabhängig von der Welt um sie herum. Zwar spielt der Film in Tel Aviv, doch wird die politische Situation in Israel vollständig ausgeklammert, so dass die Geschichten einen universalen Charakter erhalten.

        Die einzelnen Episoden sind sehr feinfühlig miteinander verwoben und berühren sich dabei immer wieder ganz lose. So treffen Batya, Keren und Joy ganz unbewusst aufeinander und trennen sich wieder, ähnlich wie Quallen, die im Meer gegeneinander und wieder voneinander weg getrieben werden. Das Meer selbst zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Es ist ein Sehnsuchtsort für Keren und für Batya ein Ort, an dem sie sich finden, aber auch verlieren kann.

        "Meduzot" ist wunderschön poetisch, rätselhaft verträumt und dennoch treffend realistisch. Trotz seiner melancholischen Grundstimmung ist er niemals schwerfällig, denn im alltäglichen Drama des Lebens blitzen immer wieder groteske und komische Momente auf, die dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und so verloren die Figuren manchmal auch wirken, am Ende genügen doch kleinste Veränderungen, um zwischen ihnen und der Welt Frieden zu stiften. Der Film erhielt in Cannes die Auszeichnung für den "besten Erstling". Was soll man dazu mehr sagen als: Er hat sie verdient!
      • | FAZIT

      • Ein wunderschöner, leichter und doch tiefsinniger Film über drei Frauen, die ihr Recht auf Glück einfordern.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 9.0/10 (1 vote)

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