Sonntag | 27. Mai 2012 | 12:27 Uhr
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  • FILM REVIEW | Der Nebel
  • Der Nebel

    Science Fiction, Horror | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Der Künstler David lebt mit Frau und Sohn am Rande einer Kleinstadt, in einem schönen Haus mit Seeblick. Diese Idylle wird jäh zerstört, als eines Nachts ein Sturm über sie hinwegfegt, Bäume entwurzelt und Strom- und Telefonleitungen lahm legt. Am nächsten Morgen ist nicht nur Davids Atelier zerstört, sondern auch sein Bootshaus und das teure Auto seines ungeliebten Nachbarn. Außerdem breitet sich über dem See ein merkwürdiger, dichter Nebel aus.

    David beschließt, gemeinsam mit seinem Sohn und seinem Nachbarn zum nächstgelegenen Supermarkt zu fahren, bevor die Hamsterkäufe überhand nehmen. Dort angekommen hatten bereits zahlreiche andere die gleiche Idee, der Laden ist voll, die Schlangen sind lang. Plötzlich ertönen Sirenen, die Feuerwehr scheint dabei ebenso beschäftigt wie das Militär, das ganz in der Nähe einen geheimen Stützpunkt hat. Doch bevor sich die Kunden erste Fragen stellen können, rast ein blutender Mann über den Parkplatz auf den Supermarkt zu und befiehlt ihnen in Todesangst, die Türen zu schließen, denn etwas, das sich im Nebel verbirgt, habe seinen Freund "geholt".

    Nur Sekunden später wird das Geschäft von einem dichten weißen Nebel eingehüllt und es herrscht Totenstille. Nur kurz darauf wird der Supermarkt von einer Art Erdbeben erschüttert, es bricht Panik aus. Alle sind sich sicher, dass sich eine Katastrophe ereignet hat, nur was? Während die einen eine Explosion der Chemiefabrik vermuten, weiß die selbsternannte Prophetin Mrs. Carmody, dass der Tag des Jüngsten Gerichts gekommen ist.

    Noch versuchen die Eingeschlossenen, die Ruhe zu bewahren, doch dann sehen David und drei weitere Männer im Kühllager eine Kreatur, die eigentlich nicht existieren dürfte. Sie versuchen, den anderen im Laden die Größenordnung der Bedrohung klarzumachen, doch kaum jemand glaubt ihnen. Erst als sich eine Gruppe entschließt, den Supermarkt zu verlassen und sie Augenzeuge des Grauens werden, wird ihnen die Aussichtslosigkeit ihrer Lage klar.

    Dabei wächst unter ihnen eine Bedrohung heran, die fast ebenso groß ist wie das, was sich im Nebel verborgen hält. Denn Mrs. Carmody steigert sich immer mehr in ihre religiösen Wahnvorstellungen hinein. Sie ist sich sicher, dass Gott Opfer sehen will als Rache für die Sünden, die von der Menschheit begangen wurden. Und tatsächlich sind immer mehr in der Gruppe bereit, Mrs. Carmody Glauben zu schenken. Die "Ungläubigen" sehen sich immer weiter in die Ecke gedrängt und bald bleibt ihnen nur noch ein Ausweg: Der Nebel.
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      • | FILMKRITIK

      • Hinter Nebel verbirgt sich in Filmen nur selten etwas Gutes. Nebel nimmt Menschen nicht nur die Sicht, er verschluckt auch Geräusche, man ist also nicht nur blind, sondern auch von völligem Schweigen umgeben. Eine Situation in der besonders gut eigene Urängste wachsen und emporsteigen können. Genau dieses Potential wird Frank Darabonts Verfilmung der King-Kurzgeschichte allerdings verschenkt, indem er bereits nach kürzester Zeit preisgibt, was denn da so Gruseliges im Nebel lauert.

        Sobald man es dann gesehen hat, wünscht man sich erst recht, Darabont hätte es einem nicht gezeigt. Denn die Invasion der Monster in "Der Nebel" ist in etwa so Grauen erregend wie eine Krötenwanderung im Frühjahr. Dabei soll es vermutlich spannend und unterhaltsam sein, dass hinter jeder Ecke eine neuartige Spezies lauert, aber tatsächlich stellt man sich die Frage, ob man die kreative Energie anstatt in zahlreiche Variationen ein und desselben Monsterthemas nicht lieber in die Geschichte selbst investiert hätte.

        Denn bereits dem Grundszenario – das man so oder so ähnlich ohnehin schon ein paarmal zu oft gesehen hat – fehlt es an einer gewissen Logik. Zum Beispiel könnte man sich fragen, warum für ein Monster, das – es sei an dieser Stelle verraten – viele Meter groß ist, ausgerechnet eine gläserne Schaufensterscheibe zum scheinbar unüberwindlichen Hindernis wird. Viel schlimmer allerdings ist die Tatsache, dass es dem Film nahezu vollständig an Überraschungsmomenten fehlt. "Der Nebel" folgt einem strikten Handlungsmuster, bei dem jeder halbwegs routinierte Zuschauer weiß: "Aha, jetzt kommen also wieder Monster. Aha, jetzt haben wir fünf Minuten Monsterpause."

        Besonders wichtig scheint für Darabont allerdings die Entwicklung der Konflikte innerhalb der Gruppe gewesen zu sein. Es herrscht ein ständiges Wechselspiel aus äußerer Bedrohung und innerer Spannung, wobei sich die existenzielle Frage stellt: Wie zivilisiert ist ein Mensch noch, wenn es ums pure Überleben geht? Und wie rational sind seine Handlungen? Dieser Frage wird sich der Zuschauer umso mehr stellen, je länger er den zunehmend hysterischen Predigten Mrs. Carmodys zuhören muss (wobei die Hoffnung besteht, dass deren Stimme in der Originalversion angenehmer in den Ohren klingt.)

        Während es dem größten Teil des Films also sowohl an Spannung als auch an Überraschungsmomenten und Horror mangelt, gelingt es ausgerechnet dem definitiv gelungenen Ende des Films, für vieles zu entschädigen. Es spricht dabei durchaus für Regisseur Frank Darabont, dass es sich ausgerechnet hierbei um den einzigen Teil der Geschichte handelt, bei dem er die Vorlage vollkommen neu gestaltet hat. Man sollte also keinesfalls die Hoffnung aufgeben, dass Darabont bei seiner nächsten King-Verfilmung (sie kommt mit Sicherheit), wieder ein besseres Händchen beweist.
      • | FAZIT

      • Bei dieser mäßig gelungenen Verfilmung einer Stephen King-Geschichte weiß nur das Ende vollständig zu überzeugen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 9.0/10 (1 vote)

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