Eigentlich haben sie nichts gemeinsam: Carter, Zeit seines Lebens Automechaniker, mehrfacher Vater und Großvater, und Cole, Chef eines Milliardenkonzerns ohne Freunde, ohne Liebe, dafür mit ’ner Menge Geld. Aber: Beide haben Krebs, beide haben nur noch wenige Monate zu leben, beide freunden sich im gemeinsamen Krankenzimmer an. Und beide beginnen, eine Liste abzuarbeiten mit Dingen, die sie in ihrem Leben noch tun wollten: ein Fallschirmsprung, ein Tattoo, Reisen zu den schönsten Orten der Welt. So werden für beide die letzten Wochen die besten ihres Lebens.
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| FILMKRITIK
Sie müssen ja beide nichts mehr beweisen: Morgan Freeman, ein Vielspieler, der mit fast allen großen Regisseuren gearbeitet hat (und auch in ein paar Mistfilmen mitgespielt hat), und Jack Nicholson, der sich seine Projekte aussuchen kann, der auch – oft genug zum Missfallen seiner Regisseure, aber doch zum Wohle des Films – seine Rollen gerne eigenmächtig ändert und umbaut – allein schon seine Teilnahme sichert die Qualität des Films. Beide stehen nun erstmals vor der Kamera, als Fremde, die durch ihre Krankheit zusammengeschweißt werden. Regie führte Rob Reiner, ein Routinier, der Komödie und Drama perfekt verknüpft, ohne auf herzzerreißendes Sentiment zu setzen.
Der Film setzt zurecht ganz auf seine beiden Hauptdarsteller; und die marginale Nebengeschichte von Cole und seiner Tochter, die ihn hasst und verstoßen hat, wirkt auch tatsächlich eher als Pflichtübung zur schärferen Charakterisierung denn als organisch den Figuren und der Handlung entwachsen. Nicholson und Freeman aber: da stimmt die Chemie, sie spielen sich die Bälle zu, da gibt es weder übertriebene Gesten noch fehlendes Miteinander; die beiden reißen einfach mit.
Cole ist millionenschwerer Finanzhai, der die Namen seiner Mitmenschen nach Gutdünken ändert, der Krankenhäuser privatisiert und rationalisiert – wenn er auch von seinem Adlatus mit kulinarischen Köstlichkeiten statt der schlechten Krankenhaus-Erbsensuppe verwöhnt wird, darf er nun doch selbst den billigen Service eines Zweibettzimmers erleben. Darin, zu seinem Unmut, Carter, der zwar wenig Geld, dafür eine Familie hat und sowieso bei „Jeopardy“ im Fernsehen jede Antwort weiß. Das gemeinsame Schicksal lässt sie zusammenwachsen; und sie springen gemeinsam von Stufe 1 der fünf Sterbephasen – nicht wahrhaben wollen – direkt auf Stufe 5: Akzeptieren des Schicksals – und die Sau rauslassen.
Über die Komödie, die sich nun entspinnt – Spaß für die Protagonisten wie für die Zuschauer – legt Reiner immer das unentrinnbare Schicksal, Reflexionen über den Tod und das Leben. Das eine – das Drama – bedingt das andere – die Komödie, und umgekehrt. Diese Mischung ging in der Filmhistorie oft genug schief, versank schon häufig in Sentimentalitäten oder in überdrehtem Slapstick. Hier aber funktioniert die Verbindung, die geradlinige Geschichte, die gut aufgelegten Darsteller, die einfachen, nicht sehr tiefgründigen, aber im besten Sinne volkstümlichen Ansichten über Glaube, Liebe, Hoffnung helfen. Kein Filmklassiker, aber einer, in dem alle Beteiligten eben doch noch einmal ihr Können bewiesen haben.
| FAZIT
Komödie über das intensive Leben im Angesicht des nahenden Todes – professionell inszeniert treffen zwei Stars aufeinander.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung