Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) erhält einen Anruf von der US-Militärpolizei. Sein vor vier Tagen aus dem Irakkrieg zurückgekehrter Sohn Mike gilt als verschollen. Deerfield, Offizier im Ruhestand, setzt sich kurzerhand ins Auto und macht sich auf zur Basis, in der sein Sohn stationiert sein sollte.
Vor Ort finden sich zunächst nur wenige Hinweise auf den Verschwundenen, so dass der Vater selbst Untersuchungen anstellt. Schließlich entdecken Polizisten unweit einer Landstraße verkokelte Leichenteile, die anschließend als die Überreste von Deerfields Sohn identifiziert werden.
Die örtliche Polizei sowie auch die Militärpolizei können jedoch den Tod nicht zufrieden stellend aufklären. Immer wieder werden Zuständigkeiten hin und her geschoben und Ermittlungsfehler begangen. Im Laufe der Ermittlungen schlägt sich allerdings Detective Sanders (Charlize Theron) an Deerfields Seite. Die beiden versuchen gemeinsam, den mysteriösen Todesfall aufzuklären.
Häufig werden die beiden jedoch von bürokratischen Barrieren aufgehalten; zudem gibt es keine wirklichen Verdächtigen, kaum Fakten und keine Motive für einen Mord. Hank Deerfield gibt jedoch nicht auf, mit kühner Unnachgiebigkeit dringt er bis zum Kern der erschreckenden Ereignisse vor.
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| FILMKRITIK
Nach dem Verschwinden seines Sohnes untersucht Hank Deerfield dessen Unterkunft in der Militärbasis. Es scheint alles in bester Ordnung: Die Schuhe stehen wohlgeordnet vor seinem Bett, die Kleidung liegt bestens im Schrank sortiert – Mike ist offenbar ein vorbildlicher Soldat. In dessen Handy findet Deerfield einige Videoclips, aufgenommen im Irakkrieg. Die Clips dokumentieren auf fragmentarische Weise Mikes Einsatz und kontrastieren gleichermaßen die vorgefundene oberflächliche Ordnung, denn im Irak hingegen herrscht pures Chaos. Anhand weniger Indizien begibt sich Deerfield auf die Suche nach Ursachen für den Tod seines Sohnes und entdeckt dabei auch, welches Chaos der Krieg selbst in Mike und seinen Kameraden angerichtet hat.
Immer wieder scheinen die Bewohner des Landstriches um die Militärbasis unter der emotionalen Belastung zurückgekehrter Soldaten in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Für Detective Emily Sanders sind Fälle von häuslicher Gewalt zum Alltag geworden. Das System in dem sie arbeitet ist zudem abgestumpft und menschenfeindlich, der Fall Deerfield weckt jedoch Sanders Interesse und gibt ihr zudem die Chance, sich vor ihren männlichen Kollegen zu beweisen.
Detective Sanders und Hank Deerfield ermitteln anhand von Indizien und müssen mit zahlreichen Hindernissen kämpfen. Dennoch wird ihr Kampf nicht heroisiert. „Im Tal von Elah“ erzählt einen kleine Geschichte, wie sie sich dutzendfach überall ereignen könnte. Es gibt keine Verschwörung, kein hohes Ziel und es kann auch Niemand gerettet werden. Der Film ist eine Bestandsaufnahme der Lage in den USA und versucht die Stimmung im Militär und bei dessen Angehörigen zu vermitteln.
Regisseur Paul Haggis bedient sich hierfür farblos kalter Bilder und erzählt meist mit emotionaler Distanz, die dennoch eine innere Unruhe aufkommen lässt. Er porträtiert eine traumatisierte und desillusionierte Gesellschaft. Anfangs lernen wir Deerfield als stolzen und patriotischen Bürger kennen. Letztlich sehen wir, wie er das zerfetzte Sternenbanner seines Sohnes verkehrt herum aufhängt – ein Land im Notstand, wie er erklärt. Haggis verwendet drastische Mittel, um die Lage der Nation zu Schildern. Das US-Militär wird als seelenlose Institution bloßgestellt, der es nicht zu gelingen scheint, Ordnung ins Chaos zu bringen.
Tommy Lee Jones Schauspielstil kontrastiert das heruntergekommene Umfeld, in dem sich seine Figur bewegt. Die Rolle ist perfekt auf ihn zugeschnitten. Mit kühler Härte, aber dennoch nie mit emotionaler Gleichgültigkeit geht Deerfield einen Schritt nach dem anderen, stets sein Ziel im Auge. Der ehemalige Offizier ist ein Kontrast zu den verkommenen Verhältnissen der jungen Soldaten. Nur beiläufig wird erwähnt, dass das Militär jetzt fast Jeden nehme. Dass die Zustände jedoch einmal besser waren, dass kann auch „In the Valley of Elah“ nicht beweisen. Im der hier geschilderten Situation scheint den Figuren jedoch eines stets gemein zu sein: Gleichgültigkeit und Perspektivlosigkeit. Kritischer war das amerikanische Kino seltener.
| FAZIT
Kühler und spannender Thriller um das Verschwinden eines Soldaten nach seiner Rückkehr aus dem Irakkrieg.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung