Mit Hilfe modernster Filmtechnologie, enormem Aufwand und jeder Menge Geduld sammelten die insgesamt 40 Kamerateams um Regisseur Alastair Fothergill innerhalb von fünf Produktionsjahren mehr als 1000 Stunden Filmmaterial von über 200 Drehorten aus insgesamt 60 Ländern. Herausgekommen sind dabei 90 Minuten fantastischer Aufnahmen auf der Erde, in der Luft und unter Wasser.
Die filmische Reise rund um unseren blauen Planeten beginnt in der Arktis und tastet sich immer weiter vor bis hin zum südlichsten Punkt der Erde. Der Film folgt dabei dem jahreszeitlichen Wechsel, angefangen beim Frühling, hin zu Sommer, Herbst und Winter und sammelt dabei Eindrücke von Landschaften unterschiedlichster Art, darunter auch Regenwald, Savanne oder die Tiefen des Meeres.
Im Mittelpunkt des Films stehen dabei die Tiere. Eisbären, Antilopen, Löwen, Elefanten, Wale und viele mehr. Zu sehen sind dabei einmalige Bilder von atemberaubender Schönheit, wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Zum Beispiel kann der Zuschauer einen weißen Hai dabei beobachten, wie er im Sprung eine Pelzrobbe verschlingt oder in einer spektakulären Luftaufnahme die Jagd eines Wolfes auf ein Karibukalb. Doch auch die Zeitrafferaufnahmen, die mit Hilfe neuester Technik auf die Leinwand gebannt wurden, sind eindrucksvoll, darunter auch eine Aufnahme der Erde direkt aus dem Weltraum.
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| FILMKRITIK
"Unsere Erde – Der Film" hat sich kein geringeres Ziel gesetzt, als die Vielfalt des Planeten in einer Aneinanderreihung spektakulärer Bilder in möglichst konzentrierter Form einzufangen und dem Zuschauer ganz nebenbei die Information zuzuschieben, wie labil und gefährdet diese Vielfalt ist. Aktuellen deutschen Vorlieben dürfte es dabei entgegenkommen, dass die Reise mit Eisbärenbabys beginnt, wobei es für einige ungewohnt sein dürfte, die Tiere einmal in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Kommentiert werden die Beobachtungen im Stil von Disneys "Die Wüste lebt", was wohl das größte Manko des Films darstellt. Denn auf diese Weise werden emotionalisierende und dramatisierende Geschichten auf die Bilder projiziert und die Tiere bisweilen stark vermenschlicht, was durch entsprechende Musik der Berliner Symphoniker noch verstärkt wird. Und so ist dann die Rede von verzweifelten, durstigen Elefantenbabys, todesmutigen Mandarinentenküken und einem Eisbären, der – nicht aus Hunger – sondern aus purem Frust jagt.
Wie an dieser Aufzählung schon zu erkennen sein dürfte, liegt das Augenmerk im Film besonders auf Tieren mit einem gewissen Niedlichkeits- oder Faszinationsfaktor. Tiere, die weder selten, noch spektakulär oder niedlich sind, haben kaum eine Chance auf Erwähnung. Und so ist es mit der Artenvielfalt auch nicht weit her. Eisbären, Elefanten, Löwen, Antilopen und Co erwecken den Eindruck, die Erde sei eigentlich recht überschaubar.
Auch über das tatsächliche Leben der Tiere verrät der Kommentar kaum etwas. Schließlich will er aber auch nicht belehren, sondern zeigen. Genau das unterlässt er aber immer dann, wenn es nicht um das Leben, sondern um den Tod geht. In ständiger Wiederholung werden Jäger und Gejagte gezeigt, sei es nun Gepard und Antilope, Löwen und Elefanten oder Eisbär und Walross. Dabei fließt allerdings kein Tropfen Blut. Abgeblendet wird immer dann, wenn der Jäger seine Nahrung – die hier gerne als "Opfer" bezeichnet wird – erreicht hat. Mehr als eine scheinbar zärtliche Umarmung im Todesbiss ist dann jedoch nicht zu sehen, vermutlich um den Film kindgerecht zu halten.
Ein wenig störend ist es auch, dass keine genauen Angaben darüber gemacht werden, wo auf der Erde man sich genau befindet. Informationen wie "3100 km südlich des Nordpols" tragen eher zur Verwirrung als zur Orientierung bei. Irritierend ist teilweise auch die Aneinanderreihung der Bilder. Eben noch im Regenwald, befindet man sich auch schon in der Wüste, einen roten Faden erkennt man da nicht so leicht.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die formale Ausgestaltung des Films den großartigen Aufnahmen nicht gerecht wird. Achtet man jedoch nicht auf die überbordende emotionalisierende Musik und den teilweise sogar störenden Kommentar, bietet "Unsere Erde" visuellen Filmgenuss auf höchstem Niveau.
| FAZIT
Atemberaubende Bilder, eingefangen dank modernster Technik zeigen die Schönheit der Erde. Trotz formaler Schwächen ein visueller Hochgenuss.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung