Jigsaw (Tobin Bell) ist tot. Nach allen Regeln der Gründlichkeit wird sein Körper Stück für Stück seziert, in seinem Magen findet sich ein Tonband. In einer aufgezeichneten Nachricht droht Jigsaw an, dass seine Spiele gerade erst begonnen hätten – auch in SAW 4 werden wir mit seinen arglistigen Fallen konfrontiert.
Im Vordergrund steht dabei freilich die Frage, wer das Werk des toten Jigsaw und seiner ebenfalls umgekommenen Helferin Amanda fortsetzt. Die FBI-Agenten Strahm (Scott Patterson) und Perez (Athena Karkanis) vermuten einen Sympathisanten sogar in den Reihen der Polizei und werden Detective Hoffman (Costas Mandylor) zur Seite gestellt. Doch auch Jigsaws Exfrau Jill (Betsy Russell) kommt in Frage – obwohl diese bereits hinter Gittern sitzt, scheint sie wichtige Informationen zu verheimlichen.
Während der laufenden Ermittlungen wird Commander Rigg (Lyriq Bent) zum nächsten Opfer des Killers. Rigg soll sich seinen eigenen Dämonen stellen, als er auf eine Odyssee quer durch die Stadt getrieben wird. Jigsaw bietet ihm die Möglichkeit, seinen überlebenden Kollegen Eric Mathews (Donnie Wahlberg) sowie den inzwischen Entführten Detective Hoffmann aus einer Falle zu retten – auch, wenn er dabei über Leichen gehen muss.
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| FILMKRITIK
SAW 4 eröffnet mit der Zerlegung von John Kramers Körper. Fein säuberlich wird die Schädeldecke abgetrennt, das Gehirn entnommen, der Brustkorb geöffnet und sämtliche Innereien untersucht. Im Magen des Killers findet sich eine Botschaft – leider nicht die letzte.
Sowie Jigsaws Körper Anfangs detailgenau obduziert wird, so wird auch dessen Vergangenheit im vierten Teil der SAW-Reihe ausführlich untersucht. Seine Exfrau Jill plaudert im Verhörzimmer über dessen Vergangenheit und gibt Indizien dazu, wie John Kramer zu Jigsaw wurde.
Leider trägt das immer wieder aufgegriffene Verhör nur wenig zur Handlung bei, sondern unterfüttert das Charakterprofil des Killers nur mit flachen psychologischen Beweggründen. SAW 4 beantwortet Fragen, die uns nie interessiert haben und – was viel schlimmer ist – entmystifiziert Jigsaw endgültig. Tobin Bells Figur sieht nun beinahe so Platt wie das restliche Cast aus. Wir sollen „sehen, was er sieht“, „fühlen, was er fühlt“ ... leider ist das bei dem hier stereotypisierten Jigsaw kaum möglich.
Meist begleiten wir den größtenteils eigenschaftslosen SWAT Commander Rigg von Falle zu Falle und müssen mit ansehen, wie er einen Fehler nach dem anderen begeht. Da er als Figur allerdings nie interessant aufgebaut wird, ist es uns eigentlich auch egal, was mit ihm passiert und das Mitfiebern wird uns verdorben. Durch die Ausweitung des Schlachtfeldes verliert SAW 4 endgültig den Kammerspielartigen Charakter, der besonders den ersten Teil am stärksten auszeichnet – der Film verkommt zu einem gewöhnlichen Horrorthriller.
Auch Jigsaws Fallen sind weniger raffiniert als in den vorangehenden Teilen. Gleichermaßen zu hektisch und zu einfallslos sind die „Prüfungen“ inszeniert. Zwar sorgt der Schnitt für gelungene Szenenübergänge und einige packende Schocker, kann aber letztlich in der wirren Handlung nicht verhindern, dass das Interesse an dieser bald verloren geht. Was bleibt sind immerhin atmosphärische Bilder, deren Aussehen an die filmischen Vorgänger anschließt. Schmutzige Settings in unangenehmen Farben bleiben der SAW-Reihe erhalten – leider ist dieser Look fast das Einzige, was noch an Teil 1 erinnert.
| FAZIT
Routinierte Fortsetzung der erfolgreichen SAW-Reihe – ein typisches Sequel: weniger Spannung, weniger Ideen und irgendwie auch nur halb so viel Spaß. Nur für hartgesottene Fans zu empfehlen.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung