John Rambo hat sich in Thailand niedergelassen. Dort schraubt er an seinem Boot herum und lebt ein friedliches Leben als Schlangenfänger. Eines Tages schreckt ihn eine amerikanische Reisegruppe aus dem täglichen Einerlei. Die Angehörigen einer Kirche wollen medizinische Versorgung ins benachbarte Birma bringen, wo seit Jahren ein schlimmer Bürgerkrieg herrscht.
Rambo - so wurde ihnen gesagt - sei ihre einzige und letzte Hoffnung sie dorthin zu bringen. Der jedoch lehnt mehrfach ab. Sarah, einzige Frau gibt nicht auf und er gibt schließlich nach. Er setzt die Gruppe im Dschungel ab und hört von ihnen erst wieder einige Wochen später. Sie sind alle verschwunden. Der Priester der Heimatgemeinde hat all sein Geld eingesetzt und einige Söldner angeheuert. Rambo soll den Trupp an derselben Stelle aussetzen wie zuvor die Reisegruppe.Rambo weiß, dass der Haufen lose zusammenhängender Männer ohne ihn verloren sein wird. Er folgt ihnen heimlich. Ein neuer Feldzug beginnt.
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| FILMKRITIK
Dass sich im Dschungel keiner auskennt wie John Rambo, das hat er mehrfach bewiesen. In den drei Ramboteilen die zwischen 1982 und 1988 entstanden sind, kämpfte der Vietnamveteran im heimischen US-Wald um seine eigene Anerkennung. Im zweiten Teil von Rambo, wurde er zurück in den vietnamesischen Dschungel geschickt um nach verschollenen amerikanischen Soldaten zu suchen, um schließlich im dritten Teil nach seinem Vorgesetzen Colonel Trautman zu suchen, der in Afghanistan gekidnappt wurde.
Immer wieder braucht John Rambo eine starke emotionale Motivation um seine, ja Superkräfte, zum Einsatz zu bringen. Niemals kämpft er aus purer Aggression, niemals für die Aggressoren. Auch dieses Mal lässt er sich lange bitten, bis er einwilligt sich in birmesisches Bürgerkriegsgebiet zu begeben. Eine Frau ist es dieses Mal, die ihn lockt. Irgendwie scheint er verliebt in die unschuldige und fest an das Gute im Menschen glaubende Sarah. Sie kann ihn überzeugen und sie ist es auch, die ihn letztendlich wieder in den Dschungel lockt, wenn es gilt die Missionare zu retten, die loszogen um der birmesischen Bevölkerung medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Er wird wieder einmal zum Rächer der Rechtlosen, wenn er das erste Mal seinen Bogen spannt um sadistischen birmesischen Militärs den Garaus zu machen.
Rambos Motivation zu töten erläutert er einmal. Er töte nicht für sein Land, er töte für sich, das töten liege ihm im Blut. Rambo der perfekte Soldat, die Tötungsmaschine erhebt die Waffe aber nur, wenn er weiß, dass sonst die sterben werden, die er schützen will. Er wird zu einer messianischen Figur am Ende, wenn er distanziert vom Geschehen die Menschen beobachtet, denen er gerade das Leben gerettet hat. Sarah beobachtet er wehmütig, wie sie nicht seinen Namen, den ihres Retters, sondern einen anderen ruft und verzweifelt nach ihrem Freund Ausschau hält. Rambo beachtet niemand, wahrscheinlich der Wendepunkt der ihn zu dem Entschluss bringt, seinen Wurzeln nachzugehen.
Westliches Gutmenschentum wird in John Rambo wieder einmal ad absurdum geführt. Der Glaube, einfach keinen Krieg zu führen um Frieden zu schaffen, wird als naiv abgehandelt. Und tatsächlich mag diese Haltung zwar die richtige sein, und dennoch in einem Kriegsgebiet lächerlich wirken. Die birmesische Bevölkerung sucht sich ihren Krieg nicht aus, seit fast 60 Jahren lebt ein großer Teil der Zivilbevölkerung unter schrecklichen Bedingungen im Bürgerkrieg.
Die Aktion der amerikanischen Missionare erscheint komplett sinnlos. Die Gruppe versorgt einige Wunden um kurz darauf in mitten eines Gemetzels zu landen, bei dem sie selbst in Mitleidenschaft gezogen werden.
Eine seltsame schulterzuckende Moral, die dabei an den Tag gelegt wird.
Sylvester Stallone, der erst 2006 seinem Boxhelden Rocky ein letztes Comeback bescherte bringt mit John Rambo auch seinen letzten Serienhelden zu Grabe. Er lässt ihn seinen wohlverdienten Altersruhesitz einnehmen und nicht mehr durch die Wildnis ziehen. Stallone führt das erste Mal selbst Regie bei einem Rambofilm und liefert ein bildgewaltiges, aber inhaltlich nicht besonders überzeugendes Drama ab.
| FAZIT
Altersmission von John Rambo, der immer noch in Form ist und ein letztes Mal gegen Unrecht in der Welt kämpft. Für Fans ein Muss, für andere nicht unbedingt.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung