Sonntag | 27. Mai 2012 | 13:28 Uhr
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  • FILM REVIEW | Die Schwester der Königin
  • Die Schwester der Königin

    Drama, Biografie, Historie | Großbritannien / USA 2008
  • | INHALTSANGABE

  • England im 16. Jahrhundert: König Heinrich VIII. bekommt von seiner Frau, Katharina von Aragon, keinen männlichen Thronfolger geschenkt. Sein Vertrauter, der Herzog von Norfolk, überlegt, wie er seinen eigenen Einfluss am Hof mehren kann. Er überzeugt seinen Schwager, seine junge Tochter Anne Boleyn mit dem König bekannt zu machen – damit sie seine Geliebte wird. Die Boleyns laden den König zur Jagd aufs Land ein, wo die wilde Anne allerdings einen Reitunfall des Königs provoziert. Ihre sanftmütige jüngere Schwester Mary pflegt den Monarchen, der sich prompt in die verheiratete Frau verliebt.

    Heinrich VIII. ruft Mary als Hofdame der Königin an seinen Hof. Marys Vater und Onkel drängen die widerstrebende junge Frau, die Mätresse des Königs zu werden. Mary verliebt sich in den König. Doch während ihrer Schwangerschaft, die sie ans Bett fesselt, sorgen Vater und Onkel dafür, dass der König sich mit einer Frau aus der Familie trösten kann. Sie lassen Anne Boleyn kommen, und diesmal verdreht sie dem Monarchen den Kopf. Sie verlangt, dass der König Mary fallen lässt, sich von der Königin scheiden lässt und sie zur Frau nimmt. Heinrich VIII. riskiert den Bruch mit der katholischen Kirche.
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      • | FILMKRITIK

      • Dass die zweite Frau von Heinrich VIII., Anne Boleyn, eine Schwester hatte, die ebenfalls intime Beziehungen zum Monarchen pflegte, ist kaum bekannt. „Die Schwester der Königin“, Justin Chadwicks Regiedebüt in einem Kinofilm, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Philippa Gregory und stellt die Rivalität der ungleichen Schwestern in den Mittelpunkt eines spannenden Kostümdramas. Natalie Portman und Scarlett Johansson verleihen ihren Figuren Anne und Mary Boleyn emotionalen Reichtum und lebendige Glaubwürdigkeit.

        In opulenten Bildern zeichnet Chadwick das Leben am Hofe des Königs als einen von Intrigen geprägten Ort, an dem die Gunst des Monarchen über Leben und Tod entschied, über Reichtum oder Verbannung, Ansehen oder Ohnmacht. Hatte eine Familie junge Töchter wie die Boleyns, so brachte sie diese nach Möglichkeit wie Schachfiguren ins Spiel. Anne Boleyn ist auch sofort damit einverstanden, die Mätresse des verheirateten Königs zu werden, denn der Vater stellt ihr in Aussicht, dass sie als solche, wenn der König später sein Interesse verliert, einen hohen Adeligen heiraten kann.

        Der Film ist voller unerwarteter Wendungen, die mal die eine, dann die andere Schwester in der Gunst des Königs vorne sehen, und die die Beziehung von Anne und Mary immer neu auf die Probe stellen. Besonders hübsch ist der Einfall, die widerwillige Mary Gefallen an den Nächten mit Heinrich VIII. finden zu lassen. Scarlett Johansson und Eric Bana als junger, leidenschaftlicher Mann haben ein paar durchaus keusche, aber vor Erotik knisternde Schlafzimmerszenen. Die nächste Wendung bringt den Konkurrenzkampf der Schwestern zum Sieden, wenn Anne und der König vor dem Zimmer turteln, in dem Mary in den Wehen liegt.

        Natalie Portman spielt zunächst sehr lebhaft die scharfzüngige Verführerin, die sich dem König intellektuell ebenbürtig zeigt. In ihren sehr blauen, sehr grünen Kleidern ist sie ein schillernder Blickfang am Hof, der es genießt, die eigene Schwester aus dem Feld zu schlagen und den König zappeln zu lassen. Dann aber bittet sie Mary, ihr bei Hof beizustehen, und die schwesterliche Beziehung erreicht eine neue Ebene.

        Die siegesgewohnte Anne lehnt sich zunehmend an die warmherzige Mary an, während es in ihrer jungen Ehe kriselt. Nach der Geburt ihrer Tochter Elizabeth beginnt sie, die alles auf eine Karte setzte, um ihr Leben zu fürchten. Sowohl Natalie Portman, als auch Scarlett Johansson, die ihre mütterliche Seite entfaltet, fesseln durchgehend mit ihrem kontrastreichen Beziehungsspiel.
      • | FAZIT

      • Natalie Portman und Scarlett Johansson sorgen als rivalisierende Schwestern Boleyn für spannendes Kinovergnügen.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Bianka Piringer

      • | Userwertung

      Wertung: 7.7/10 (3 votes)

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