Sonntag | 27. Mai 2012 | 13:36 Uhr
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  • FILM REVIEW | Outsourced - Auf Umwegen zum Glück
  • Outsourced - Auf Umwegen zum Glück

    Drama, Komödie | USA 2006
  • | INHALTSANGABE

  • Todd Anderson (Josh Hamilton) erhält von seinem Chef Dave (Matt Smith) eine schlechte Nachricht: Sein Callcenter wird ins Billiglohnland Indien verlegt. Todd soll sofort nach Indien reisen und vor Ort seinen Nachfolger als neuen Manager einweisen. Dort angekommen, findet Todd katastrophale Zustände vor: Sein Büro befindet sich in einem Rohbau im Nirgendwo und obendrein steht bei seiner Ankunft mitten im Callcenter auch noch eine Kuh.

    Nur langsam freundet sich Todd mit seinem Nachfolger Puro (Asif Basra) und den chaotischen Verhältnissen an. Durch die engagierte Mitarbeiterin Asha (Ayesha Dharker) lernt Todd, dass er sich zunächst mit den indischen Gebräuchen vertraut machen muss, um in seinem neuen Job Erfolg zu haben. Und den benötigt er dringend, denn nur nach Erfüllung einer strengen Quote ist sein Einsatz in Indien beendet.

    Nach und nach lernt Todd die indische Kultur zu schätzen, er findet sogar Spaß an Bräuchen wie dem bunten „Fest der Farben“ und gibt seinen Mitarbeitern neue Freiheiten. Asha wird von ihm befördert und als die beiden ein fehlgeleitetes Paket aus den USA von einer drei Stunden entfernten Insel abholen müssen, verbringen sie als keine Fähre mehr geht eine romantische Nacht zusammen im Hotel. Dass sich zwischen Todd und Asha eine Affäre entwickelt, darf allerdings nicht herauskommen, denn Asha ist seit ihrem vierten Lebensjahr verlobt und soll bald heiraten. Wieder muss sich Todd mit ihm unbekannten Bräuchen auseinandersetzen.
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      • | FILMKRITIK

      • Das farbenfrohe und lebhafte Indien ist ein harscher Kontrast zum sterilen und kalten Seattle, aus dem Todd kommt. „Outsourced“ zeigt jedoch auch Indiens Schattenseiten: erschütternde Armut, mit der Todd bald konfrontiert wird. Dennoch hinterlässt der Optimismus und Erfindungsreichtum der Inder bei ihm einen bleibenden Eindruck – eine Geschichte aus einer anderen Welt.

        Immer wieder kommt es zwischen Todd und seinen Gastgebern zu komischen Missverständnissen und zahlreicheichen grotesken Situationen – sei es, wenn Puro Todd auf der Autofahrt erklärt, wie sauber seine Stadt sei und währenddesen im Hintergrund ein Junge an die Hauswand pinkelt – oder, wenn Todd versucht, den indischen Callcenteragenten den Sinn der amerikanischen Produkte zu erklären, die sie verkaufen sollen. Ein Gerät um Rindersteaks mit den eigenen Initialen zu brandmarken stößt auf gänzliches Unverständnis – zumal Kühe in Indien heilig sind.

        Dennoch verfällt der Film nie gängigen Stereotypen. Auf einer Bootsfahrt entdecken Todd und Asha eine amerikanische Touristin. Asha beginnt mit amerikanischem Akzent und klischeehaftem Denken auf Todd einzureden, dieser lässt sich sogleich auf ihr Spiel ein und nimmt selbst den indischen Akzent an. Lachend lassen die beiden schließlich ihre Rollen fallen. Sie sind sich durch die spielerische Überwindung ihrer Vorurteile einen großen Schritt näher gekommen.

        Zu nahe – möchte man meinen, denn auch wenn Todd und Asha im Bett sämtliche Kamasutra-Stellungen auszuprobieren scheinen, können sie sich doch nicht über das für Asha arrangierte Hochzeitsversprechen hinwegsetzen. Trotz vieler Freiheiten ist die fremde Welt in Indien nicht perfekt – sondern oft nur anders.

        „Outsourced“ verbindet ein aktuelles politisches Thema mit einer exotischen Liebesgeschichte, gewürzt mit feinem und treffsicherem Humor. Gleichzeitig wird dabei Indien unvoreingenommen und in seiner Vielfalt porträtiert. Es ist kaum zu glauben, dass es sich um ein filmisches Debüt des Regisseurs John Jeffcoat handelt, denn „Outsourced“ beweist ein hohes Einfühlungsvermögen sowohl in das Land als auch in die liebevoll gezeichneten Figuren. Nicht zuletzt die beiden Hauptdarsteller, Josh Hamilton und Ayesha Dharker, geben dem Film als charmantes Duo eine sympathische Ausstrahlung. Asif Basra ist als Puro hingegen umwerfend komisch und ergänzt die gelungene Besetzung. Ein in allen Belangen packender Film – man kann nur sagen, mehr davon!
      • | FAZIT

      • Eine liebevolle und pointierte Komödie, die uns in eine andere Welt entführt.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Julius Pöhnert

      • | Userwertung

      Wertung: 7.5/10 (2 votes)

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