Irgendwo in den eisigen Bergen einer frühgeschichtlichen Vergangenheit, 12.000 Jahre vor unserer Zeit, lebt der junge D`Leh (Steven Strait) mit seinem Stamm von Mammutjägern. Die Welt befindet sich im Umbruch: Eine Eiszeit geht ihrem Ende entgegen, und die mächtigen Tiere – die von D`Leh und seinen Leuten gejagt, aber ebenso verehrt werden – ziehen nicht mehr regelmäßig durch das Gebiet der Menschen.
Von Hunger geplagt, empfängt die spirituelle Führerin des Stammes, Alte Mutter (Mona Hammond), in einer Vision eine Prophezeiung: Ein junger Jäger wird den Weißen Speer erben, das Symbol des Anführers, und sein Volk in ein neues Land führen. Alte Mutter ist davon überzeugt, dass das Mädchen Evolet (Camilla Belle), die einzige Überlebende eines Überfalls der mysteriösen vierbeinigen Dämonen, untrennbar mit dieser Prophezeiung verbunden ist.
Evolet ist kein Mitglied des Stammes, sondern eine Außenseiterin, ganz wie D`Leh. Früher trug sein Vater den Weißen Speer, doch eines Tages verließ er das Dorf aus ungeklärten Gründen und gilt seitdem als Verräter.
Über die Jahre wächst die Liebe zwischen den beiden. Als der erfahrene Jäger Tic`Tic (Cliff Curtis) eines Tages den Weißen Speer demjenigen verspricht, der in der kommenden Jagd das Mammut zur Strecke bringt, weiß D`Leh, dass er erfolgreich sein muss. Denn es geht nicht nur um den Speer – der neue Anführer des Stammes soll auch Evolet zur Frau nehmen.
D`Leh erlegt das Mammut und gewinnt Evolet. Den Weißen Speer jedoch lehnt er ab, da er davon überzeugt ist, dass er bei der Jagd nur Glück hatte.
Doch das Glück verlässt ihn schnell wieder, als die vierbeinigen Dämonen – berittene Sklavenjäger – das Dorf überfallen und viele verschleppen. Darunter Evolet.
D`Leh macht sich auf, die Angreifer zu verfolgen und Evolet zu befreien – auch wenn er dazu bis ans Ende der Welt gehen muss. Wie schon sein Vater lässt er das Dorf und alles, was er kennt, hinter sich. Eine Reise ins Ungewisse beginnt.
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| FILMKRITIK
Ja, Bombastkino kann er, der Herr Emmerich. Nach „Independence Day“, „Godzilla“, „The Patriot“ und „The Day After Tomorrow“ läuft am 6. März der neue Film des Schwaben in den Kinos an. Wieder geht es um einen aussichtslosen Kampf, um Heldenmut und eine große Liebe, wieder eine Menge Pathos, wieder Masseninszenierungen und Spezialeffekte – Roland Emmerich tut eben, was er kann. Und er kann das ziemlich gut.
Mit „10.000 BC“ geht es diesmal zurück in eine fiktive frühgeschichtliche Vergangenheit. Wohlgemerkt fiktiv, der Film hat keinerlei dokumentarische Ambitionen und behauptet nie, eine historisch korrekte Abbildung dieser längst vergangenen Ära zu sein. Das ist auch gut so, denn dadurch lassen sich die Macher alle nur erdenkliche Freiheit in der Gestaltung des Szenarios.
Genau hier liegt dann auch die große Stärke des Films. Die abenteuerliche Reise von D`Leh ist ausgesprochen abwechslungsreich und immer überraschend. Den Zuschauern geht es ähnlich wie den Protagonisten des Films: Sie wissen zu keiner Zeit, was sie als nächstes erwartet.
So gelingt Roland Emmerich wieder einmal das, was seine Filme für gewöhnlich auszeichnet: sie sind kurzweilig, spannend und geprägt von imposanten Bildern.
Nach den Schauplätzen für seinen neuen Film musste der Regisseur auf zwei Kontinenten suchen. Fündig wurde er in Neuseeland, Südafrika und Namibia, wo er unter anderem vor der Kulisse der Spitzkoppe drehte – wie schon Stanley Kubrick, der hier die Hintergrundbilder für die Affensequenz am Anfang von „2001 – Odyssee im Weltraum“ photographierte.
Ebenso international ist die Besetzung, die Schauspieler kommen unter anderem aus Asien, Südamerika, Indien und Afrika. Die Hauptrollen D`Leh und Evolet hat Emmerich mit erfreulich frischen Gesichtern besetzt, in der Rolle des Baku gibt der britische Newcomer Nathanael Baring sogar sein Filmdebüt, und andererseits steht mit Cliff Curtis als Tic`Tic einer der renommiertesten neuseeländischen Akteure vor der Kamera. Als Erzählerstimme schließlich konnte die Leinwand-Legende Omar Sharif verpflichtet werden.
Vor diesem Hintergrund ist ein interessantes, unverbrauchtes Filmerlebnis entstanden, in dem ägyptische Mythologie auf afrikanische Stammesrituale und indisch anmutende Kostüme trifft, wo urzeitliche Tiere vor seltsam vertraut wirkenden Kulissen zu sehen sind, und wo man sich an einer Stelle fragt, ob Roland Emmerich jetzt auch noch das Genre wechselt und damit endgültig alle Erwartungen über den Haufen wirft.
Dass die computeranimierten Mammuts oder Säbelzahntiger in der einen oder anderen Einstellung ein wenig zu künstlich wirken, ist bestenfalls eine Randnotiz. Ansonsten macht „10.00 BC“ fast alles richtig.
Fast. Denn wenn man sich erstmal satt gestaunt hat an dem außergewöhnlichen Szenario und den beeindruckenden Bildern und Gelegenheit bekommt, über den Film nachzudenken, dann stellt man fest, dass die Story, die „10.000 BC“ erzählt, so ziemlich das Gegenteil von unverbraucht ist. Die Geschichte vom Helden wider Willen, der während seiner Reise über sich hinauswächst, der angedeutete Konflikt zwischen Vater und Sohn, die große Liebe, für die alles geopfert wird – das hat man schon x-Mal gesehen. Zum Beispiel in „The Patriot“. Wie gesagt: Roland Emmerich tut, was er kann, und das ziemlich gut – mehr aber auch diesmal nicht.
| FAZIT
Ein echter Emmerich – im Guten wie im Schlechten.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung