Der 15jährige David Rice lebt als ganz normaler Jugendlicher in einer tristen Vorstadt. Seine Tage sind damit angefüllt, sich von seinem gewalttätigen Vater fernzuhalten und sich seinem Schwarm Millie möglichst anzunähern. Sein Leben ändert sich radikal, als er in einen zugeeisten Fluss fällt und zu ertrinken droht. Doch anstatt zu sterben, landet David plötzlich mitten in der städtischen Bibliothek. Es dauert noch einen Moment, bis er die Tragweite seiner plötzlich offenbarten übermenschlichen Fähigkeit realisiert, dann allerdings kehrt er der Kleinstadt den Rücken, um fortan ein Leben als "Jumper" zu führen.
Und dieses Leben hat es in sich. Denn David kommt schnell dahinter, dass er sich an jeden Ort der Welt teleportieren kann. Und so springt er kurzerhand in die nächste Bank und stiehlt sich ein paar hunderttausend Dollar. Es dauert nicht lange, und David ist auf der ganzen Welt zuhause: Frühstücken auf der Sphinx, Surfen in Australien und Flirten in London – und das alles an einem Vormittag.
Acht Jahre später hat sich David derart sorglos in der Welt eingerichtet, dass es ihn eiskalt erwischt, als plötzlich der mysteriöse Agent Roland in seinem Penthouse auftaucht. Scheinbar weiß Roland sehr genau, über welche mysteriöse Begabung David verfügt und auch, wie er ihn daran hindern kann, sie auszuführen.
Im letzten Moment gelingt David die Flucht vor Roland. Er landet in der Stadt seiner Kindheit und trifft erneut auf seine Jugendliebe Millie. Er kann sie überreden, ihn auf eine Reise nach Rom zu begleiten – mit dem Flugzeug. Millie ahnt zwar, dass mit David irgendetwas nicht stimmt, doch sie stellt zunächst keine Fragen. Anfänglich kann David sein Doppelleben noch gut vor ihr verbergen, dann wird er allerdings von zwei Gehilfen Rolands angegriffen.
Erneut gelingt ihm die Flucht, diesmal mit Hilfe von Griffin, einem weiteren Jumper, der ihn darüber aufklärt, dass Roland und seine Männer zu den "Paladine" gehören, deren Aufgabe es schon seit vielen Jahrhunderten ist, die "Jumper" auszurotten. Griffin erzählt ihm allerdings auch, dass nicht nur Davids Leben in Gefahr ist, sondern auch das von seiner Familie und von Millie. Spätestens da weiß David, dass er sich mitten in einem Krieg befindet, den er nur gewinnen kann, wenn er den Anführer der "Paladine" loswird: Roland.
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| FILMKRITIK
Bereits die Vorstellung, man könne sich an jeden Ort der Welt teleportieren, ist ungeheuer faszinierend. So faszinierend, dass sie aus dem Science-Fiction-Universum nicht mehr wegzudenken ist. Und so faszinierend, dass man es automatisch für eine wirklich gute Idee hält, dieser übermenschlichen Fähigkeit einen eigenen Film zu widmen. Immerhin hat allein der Grundgedanke, auf der Welt gäbe es "Jumper" und sie bekämpfende "Paladine" ausreichend Potential für Spannung und Action.
Wie also konnte es passieren, dass dieser Film so derart unspektakulär ist? Nun, bis zu einem gewissen Grad liegt es auch an Hauptdarsteller Hayden Christensen, der ziemlich nichtssagend über den Erdball springt. Einen ernsthaften Vorwurf kann man ihm dabei aber nicht machen, er kann schließlich nichts dafür, dass er falsch gecastet wurde. Denn der Hollywood-Schönling mit dem Engelsgesicht soll ganz offensichtlich einen positiv besetzten Helden spielen. Genau das ist er aber ganz und gar nicht, schließlich verwendet er seine übermenschliche Fähigkeit nur aus rein egoistischen Motiven heraus. Eventuelle negative Konsequenzen sieht er ebenso wenig wie die Möglichkeit, das "jumpen" sinnvoll einzusetzen.
Im Mittelpunkt steht demnach keine "Gewissensfrage", sondern die Fähigkeit an sich. Und genau deshalb wirkt die Idee schon nach der Hälfte des Films derart ausgelutscht, dass man sich zu langweilen beginnt. Den Vorgang des "Jumpens" findet man zunächst spektakulär, aber irgendwann kennt man ihn und man beginnt, eine ordentliche Handlung zu vermissen.
Was diese Handlung betrifft, gibt es so einige Ungereimtheiten über die man sich als Zuschauer ärgern kann. Wer oder was sind eigentlich die "Paladine" fragt man sich. Wie gelingt es ihnen, die Jumper zu verfolgen und warum tun sie das überhaupt? Der einzige genannte Grund ist religiös motiviert und reichlich fadenscheinig. (Nur Gott darf das Recht haben, an allen Orten gleichzeitig zu sein.) Überhaupt hat die ganze Hintergrundgeschichte einen derart oberflächlichen Alibi-Charakter, dass sie keiner näheren Befragung standhält.
Am weitaus ärgerlichsten ist jedoch der Handlungsstrang, der David und seine Mutter betrifft. Spätestens hier wird dem Zuschauer klar, dass "Jumper" nur als Auftakt einer ganzen Serie geplant wurde, da wesentlich mehr Fragen gestellt als beantwortet werden. Bleibt zu hoffen, dass bei einem eventuellen zweiten Teil ein besseres Drehbuch entwickelt wird.
Die Spezialeffekte – die sicherlich den größten Teil an Geld, Mühe und Aufmerksamkeit gekostet haben – können sich sehen lassen. Nie kann der Zuschauer wissen, wo die Jumper als nächstes landen werden und eine Verfolgungsjagd erstreckt sich gerne auch über mehrere Kontinente. Die Kamera fängt dieses Gefühl ständiger Überraschung ein, indem sie sich immer wieder unberechenbar verhält, wackelt, umschwenkt und kippt.
Was das Schauspielensemble angeht ist Jamie Bell der alleinige Lichtblick. Der ehemalige Billy-Elliot-Star verkörpert den einzigen wirklich interessanten Charakter des Films, wobei man das Gefühl nicht loswird, dass es nur dem Talent dieses Schauspielers zu verdanken ist, dass zumindest die Szenen, in denen er mitspielt nicht so farblos und oberflächlich sind wie der ganze Rest. Sogar Samuel L. Jackson wirkt blass, was aber auch an seiner nur schlecht definierten Rolle liegen dürfte.
"Jumper" kann im Endeffekt nicht das halten was er verspricht. Viel wird dadurch verschenkt, dass das Potential der Grundidee nicht ausgeschöpft wird und viele wichtige und grundsätzliche Fragen nicht beantwortet werden. Das Augenmerk liegt viel zu sehr in actionreichen Spezialeffekten und vernachlässigt darüber die Handlung. Natürlich kann man auch mit "Jumper" eine ganz nette Zeit verbringen, aber vom Hocker wird man wegen dieses Films kaum fallen.
| FAZIT
Ein Film der viel verspricht und wenig hält. Was ihm an Handlung fehlt wird in actionreiche Spezialeffekte gesteckt. Die Unterhaltung bleibt dabei irgendwann auf der Strecke.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung