Das hätte sich Profikiller Ray (Colin Farrell) nicht träumen lassen: Sein Boss Harry (Ralph Fiennes) schickt ihn zusammen mit seinem Partner Ken (Brendan Gleeson) nach Belgien in die Kleinstadt Brügge. Ray ist von der mittelalterlichen und bürgerlichen Stadt schon nach wenigen Stunden genervt, während Ken die unverhoffte Ruhepause zum Sightseeing nutzt.
Ken schleppt Ray dabei zu allen Sehenswürdigkeiten mit, während Ray immer mehr darauf hofft, dass sich Harry mit einem Auftrag bei den beiden meldet. Von Harry kommt jedoch keine Nachricht, und so macht sich Ray auf ins „Nachtleben“ von Brügge. Er begegnet einem Filmteam, das einen surrealistischen Traum inszenieren will. Ray amüsiert sich über einen der Darsteller – einen Liliputaner (Jordan Rentice) – und begegnet der schönen Cloë, die auch irgendwie in den Filmdreh involviert zu sein scheint.
Ray schafft es, ein Date mit Cloë zu arrangieren, während Ken im Hotelzimmer bleibt, um auf Harrys Anruf zu warten. Schließlich ruft Harry tatsächlich an – mit einem Auftrag. Ken soll Ray umbringen. Wir erfahren, dass Ray in seinem letzten Job aus Versehen einen kleinen Jungen erschossen hat, jetzt soll er aus dem Weg geschafft werden. Ken steht vor einem Dilemma – soll er seinem Boss gehorchen und seinen Partner töten oder soll er Ray eine Chance geben und sein eigenes Leben riskieren?
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| FILMKRITIK
In „Brügge sehen ... und sterben?“ gibt es eine große Hauptrolle: die Stadt Brügge selbst. Mit poetisch schönen Bildern wird der Ort in zahlreichen Ansichten porträtiert. Einen Kontrast zu der mittelaterlich verklärten Idylle bildet die Handlung des Films – mit gezückten Pistolen laufen die Killer durch die Stadt.
Die Freundschaft der beiden irischen Killer Ray und Ken wird auf eine harte Probe gestellt, als Ken Ray töten soll. Es stellt sich oft die Frage, wie der sympathische Ken überhaupt zu seinem Beruf kam. Hintergründe werden uns zu den Figuren leider kaum gegeben, der sanftmütige Killer Ken erweckt allerdings einen merkwürdigen Eindruck.
Generell sind die Figuren dieser schwarzen Komödie zu unsympathisch. Ray hat gerade einen kleinen Jungen umgebracht und nichts anderes im Sinn, als mit hübschen Blondinen ins Bett zu steigen. Cloë wiederum verdient ihr Geld eigentlich nicht im Filmbusiness, sondern im Drogenhandel. Gekrönt wird das Ganze von einem Lilliputaner, der sich als skrupelloser Rassist entpuppt. Das idyllische Brügge ist hier nur Fassade für unheimliche Machenschaften. Kens Konflikt ist allerdings nicht nachvollziehbar. Ray wird von Colin Farrell als unsympathischer Macho dargestellt – am liebsten würde man als Zuschauer selbst abdrücken und Ray den Gnadenschuss geben.
Weil uns die Figuren nicht interessieren, geht zudem bald die Spannung des Films dahin. Auch eine Verfolgungsjagd durch die Stadt am Ende des Films macht diesen nicht aufregender. Ein Lichtblick ist der cholerische Gangsterboss Harry – auch wenn selbst diese Figur nur ein Abziehbild zahlreicher Vorbilder ist. Trotzdem bietet „Brügge sehen ... und sterben?“ einige komische Momente, beispielsweise wenn sich Ray mit dicken amerikanischen Touristen anlegt oder Harry einen Museumswärter zurechtweist.
Dennoch gibt es von diesen Momenten nicht genug und man hat oft eher den Eindruck, sich in einer Werbeveranstaltung des belgischen Tourismusamtes zu befinden. Ideen wie die des Filmdrehs im Film werden nicht ausgereizt, so dass „Brügge sehen ... und sterben?“ immer wieder nur an der Oberfläche kratzt. Tiefgründige und packende Momente sucht man vergebens – die Fiktion wird immer wieder gebrochen.
| FAZIT
Mäßig spannende schwarze Komödie mit schöner Kulisse.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung