Thriller,
Drama
| Deutschland / Großbritannien / Spanien 2008
| INHALTSANGABE
Das amerikanische Ehepaar Roy und Jessie befindet sich auf dem Heimweg von einer Charity-Aktion für chinesische Kinder in Peking. Um den Weg zurück in die USA ein wenig abenteuerlicher zu gestalten, beschließen sie, bis nach Moskau mit der transsibirischen Eisenbahn zu fahren. Die Fortbewegung ist allerdings weder so luxuriös noch so romantisch wie sie sich das vorgestellt haben. Noch angespannter ist die Situation dadurch, dass es zwischen den beiden immer wieder heftig kriselt.
Da ist es eine ganz angenehme Ablenkung, als sie ihre Abteil-Mitbewohner kennenlernen, den lebenslustigen Spanier Carlos und seine zwar wortkarge, aber interessante Freundin Abby. Carlos scheint sich sehr für Jessie zu interessieren, er nutzt jede Minute, die er allein mit ihr verbringen kann und zeigt ihr dabei auch seine Sammlung an Matrjoschkas, die er an amerikanische Touristen verkaufen will.
Jessie sind Carlos Annäherungsversuche unangenehm. Noch prekärer wird ihre Lage, als Roy bei einem Zwischenaufenthalt den Zug verpasst und Jessie am nächsten Bahnhof auf ihn warten muss. Carlos und Abby bestehen darauf, ihr dabei Gesellschaft zu leisten. Da der nächstmögliche Zug mit Roy an Bord erst am nächsten Tag kommt, beschließen Jessie und Carlos einen Ausflug zu machen, um die Wartezeit zu überbrücken.
Doch aus dem Spaziergang wird eine Katastrophe. Carlos wird zudringlich, Jessie wehrt sich und plötzlich liegt Carlos tot vor ihr. Panisch verscharrt sie die Leiche und kehrt zum Bahnhof zurück. Bald darauf kann sie ihre Reise fortsetzen, mit dem neuen Zug und mit Roy. Doch ihr Alptraum beginnt gerade erst. Denn ihr neuer Reisebegleiter ist ein gewisser Inspektor Grinko, ein Drogenfahnder.
Von ihm erfährt Jessie, dass es unter Dealern gängige Praxis ist, in einem bestimmten Verfahren aus den Drogen Gegenstände zu pressen, zum Beispiel Matrjoschkas. Sofort ist ihr klar, dass auch Carlos ein solcher Dealer gewesen sein muss. Wie groß ist da ihr Entsetzen, als sie entdeckt, dass Carlos ihr die Matrjoschkas ins Gepäck geschmuggelt hat. Solange der Zug rollt, findet Jessie keine Möglichkeit die Drogen loszuwerden, zusätzlich legt Inspektor Grinko eine immer bedrohlichere Neugier an den Tag. Vor allem das merkwürdige Verschwinden von Carlos scheint ihn zu interessieren… .
WERBUNG
| FILMKRITIK
Die Grundidee ist altbekannt: Ein Thriller in dem beengten Raum einer Eisenbahn. Das verspricht Spannung, da sowohl dem Täter als auch den Opfern keine Möglichkeit zur Flucht oder des Ausweichens bleibt, ohne sich in noch größere Gefahr zu begeben. Denn in diesem Fall bewegt sich der Zug durch die menschenleere und lebensfeindliche Einöde Sibiriens, da wäre auch Abspringen keine gute Idee.
Bedrohlich erscheinen auch – ganz dem Klischee entsprechend – die wortkargen, unfreundlichen Russen, die hinter jeder Ecke lauern und den freundlichen, hilfsbereiten Amerikanern an die Gurgel wollen. Diese sind auf der Suche nach ein bisschen wohldosiertem Abenteuer und finden sich plötzlich in einer Situation wieder, aus der ihnen auch die Tatsache, dass sie Amerikaner sind, nicht heraushilft.
Drogenschmuggel, Russenmafia und Ben Kingsley als geheimnisvoll bedrohlicher Gegenspieler. Das verspricht in der Fantasie viel, hält aber in der Realität wenig. Der Plot des Films ist nicht gerade plausibel und leider auch nicht besonders spannend. Alles Rätselhafte wird schnell aufgelöst, die Handlung dümpelt eher unspektakulär vor sich hin. Gleichzeitig werden die seelischen Abgründe der Figuren nur grob skizziert, auch wenn entsprechendes Potential aus schauspielerischer Sicht vorhanden gewesen wäre.
Fast scheint es so, als könne der Film sich nicht entscheiden, ob er lieber Thriller oder tiefgründiges Psychogramm sein will, woraufhin er im Endeffekt von beidem ein bisschen und von keinem genug ist. Immerhin, das muss man dem Film zugestehen, ist die rein visuelle Umsetzung gelungen. Das war es dann aber auch.
| FAZIT
Ein unspektakulärer, wenig spannender Thriller mit arg klischeehaft geratenen Figuren, der nur durch seine visuelle Umsetzung punkten kann.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung