Sonntag | 27. Mai 2012 | 11:07 Uhr
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  • FILM REVIEW | You Kill Me
  • You Kill Me

    Thriller, Komödie | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Schon das Frühstück Frank Falenczyks besteht aus Vodka. Alkohol ist genau genommen auch der einzige Grund den Frank noch hat, morgens aufzustehen und die immer gleichen Tage in Buffalo einigermaßen zu überstehen. Doch was seine Arbeit betrifft, ist genau dieses Suchtproblem ein Störfaktor, den sein Boss Roman nicht mehr länger hinnehmen will. Denn Frank ist Auftragskiller und im volltrunkenen Zustand nicht mehr in der Lage, seine Jobs zufriedenstellend zu erledigen.

    Als er dann ausgerechnet die Liquidierung des irischen Gangsterbosses Edward O'Leary verschläft, weil er einmal mehr zu tief in die Flasche geschaut hat, versteht sein Boss eindeutig keinen Spaß mehr. Da der aber gleichzeitig auch Franks Onkel ist, bekommt Frank noch eine letzte Chance. Anstatt ihn auf der Stelle zu erschießen wird ihm ein Kuraufenthalt in San Franzisco verordnet, wo er den Anonymen Alkoholikern beizutreten hat bis er sich und seine Sucht im Griff hat und er wieder ordentliche Arbeit leisten kann.

    Unterstützt und beobachtet wird er dabei von Dave, einem Immobilienmakler und Freund von Roman. Damit Franks Weg zurück in die Mitte der Gesellschaft möglichst schnell vonstatten geht, wird ihm von Dave außerdem ein Job als Einbalsamierer in einem Beerdigungsinstitut vermittelt. Für Frank kein Problem, schließlich versteht er sich mit Toten ziemlich gut. Weit schwieriger gestalten sich dagegen die Treffen der Anonymen Alkoholiker.

    Die ungewohnte Offenheit der anderen Teilnehmer ist ihm zu Beginn äußerst unangenehm. Doch da ihm nichts anderes übrig bleibt, fügt sich Frank in sein Schicksal und spricht sich immer beherzter sein Leid von der Seele. Beim Durchwandern seines persönlichen Jammertals trifft er eines Tages auf Laurel, die sich zwar eigentlich einen jüngeren Mann wünscht, sich aber mangels Alternativen mit ihm einlässt. Schnell entsteht eine enge Beziehung zwischen ihnen, die jedoch zu zerbrechen droht, als ausgerechnet Franks letzter verpatzter Job zur großen Gefahr für seinen Clan wird und Frank von Schuldgefühlen geplagt erneut zur Flasche greift.
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      • | FILMKRITIK

      • Wäre Frank nicht Alkoholiker und Alkoholismus nicht eine ernst zu nehmende Krankheit, man würde wohl seine Methode Schnee zu schippen als die ideale bezeichnen. Man trinke einen beherzten Schluck Vodka, werfe die Flasche einige Meter vor sich in den Schnee, schippe bis zur Flasche, nehme einen Schluck und so weiter. Mit dieser Szene beginnt der Film "You kill me" und sie genügt bereits, um festzustellen, dass Ben Kingsley in guter Form ist und den Zuschauer viele unterhaltsame Filmminuten bevorstehen.

        Kingsley ist – trotz starbesetzter Nebenrollen – Dreh- und Angelpunkt dieser staubtrockenen Komödie. Neben ihm wurden alle weiteren Figuren in ihrem Handlungsspielraum so weit eingeschränkt, dass sich das schauspielerische und vor allem das komödiantische Talent Ben Kingsleys frei entfalten kann. Ihn umgebende Schauspieler – etwa Luke Wilson oder Bill Pullman – fungieren ausschließlich als Stichwortgeber für Franks großartig lakonische Dialogzeilen. Einzig Téa Leonie als Freundin Laurel erhält von Regisseur John Dahl ein wenig mehr Spielraum und ebenfalls einige äußerst unterhaltsame Auftritte.

        Die Figur des alkoholkranken Killers ist derart raumfüllend, dass die eigentliche Handlung des Films darüber in den Hintergrund gedrängt wird. Das ist vermutlich auch gut so, denn bei genauerer Betrachtung gibt diese nicht allzu viel her. Die Machtkämpfe der Gangsterbosse sind bloße Staffage, die Liebesgeschichte nettes Beiwerk und der Kampf des Alkoholikers gegen seine Sucht keinesfalls ernst zu nehmen. Der Film ist sehr schlicht konstruiert, was dem schwarzen, trockenen Humor andererseits jede Menge Platz lässt, sich auszubreiten. Und so ist "You kill me" zwar kein Film der lange nachhallen wird, aber mit Sicherheit einer der unterhaltsamsten der letzten Zeit.
      • | FAZIT

      • Zwar fehlt eine umwerfende Handlung, doch staubtrockener Humor und ein großartiger Ben Kingsley sorgen für ein durchweg unterhaltsames Filmerlebnis.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

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              • 1 User hat den Film gesehen
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