Sonntag | 27. Mai 2012 | 11:14 Uhr
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  • FILM REVIEW | The Eye
  • The Eye

    Thriller, Horror, Drama | USA 2007
  • | INHALTSANGABE

  • Sidney Wells führt ein ausgefülltes und glückliches Leben. Mit ihrer freundlichen Art ist sie bei ihren Mitmenschen sehr beliebt, sie feiert Erfolge als Violinistin und in ihrem gemütlichen Appartement fühlt sie sich sehr wohl. Auch die Tatsache, dass sie seit ihrem fünften Lebensjahr blind ist, stellt keine Minderung ihrer Lebensqualität dar, schließlich kann sie sich mit Hilfe ihrer anderen Sinne sehr gut in der Welt orientieren. Ihre Schwester wird allerdings nach wie vor vom schlechten Gewissen geplagt, Schuld an Sidneys Erblindung zu sein und überredet sie daher, eine Netzhauttransplantation durchzuführen, damit sie wieder sehen kann.

    Die Operation gelingt und schon bald kann Sidney – zunächst nur schemenhaft – die Welt um sich herum wieder über die Augen wahrnehmen. Und das was sie sieht, hält sie selbstverständlich auch für die Realität. Zum Beispiel den unheimlichen schwarzen Schatten, der ihre sterbende Bettnachbarin aus dem Zimmer führt. Doch je besser ihre neuen Augen verheilen, desto merkwürdiger und schrecklicher sind die Dinge, die sie sieht. Jede Nacht schreckt sie von grausamen Alpträumen geplagt aus dem Bett hoch, nur um sich in einer noch schlimmeren Realität wiederzufinden.

    Ihr Zimmer verändert seine Form, merkwürdige Gestalten lauern im Flur und immer wieder fühlt sie sich von den entsetzlichen schwarzen Schatten bedroht. Leider glaubt ihr Arzt Paul Faulkner nicht an ihre Visionen, sondern versucht Sidney davon zu überzeugen, dass ihre Wahrnehmungen nur auf einer Überlastung des Gehirns beruhen, das sich erst an die neuartige Informationsfülle gewöhnen müsse. Da ihr die schaurigen Geister aber immer näher kommen und sie zunehmend in Panik versetzen, sieht sich Sidney gezwungen, das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Sie versucht herauszufinden, welcher Spender hinter ihren Transplantaten steckt und stößt auf eine schreckliche Tragödie.
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      • | FILMKRITIK

      • „The Eye“ fügt sich ein in die Reihe westlicher Remakes fernöstlicher Horrorfilme. Das Original „Gin Gwai“ von Oxide Pang Chun und Danny Pang wurde dabei ganz und gar auf das US-Publikum zugeschnitten, inklusive pompös explodierender Actionszene und kitschigem Happy End. Nicht nur der ganze Film, auch die Idee ist dabei keinesfalls neu. Immerhin sind mysteriöse Auswirkungen eines Transplantats auf den neuen Träger seit Beginn der Filmgeschichte ein dankbares Thema dieses Genres, seien es nun Hände, Hirne oder – wie in diesem Fall – Augen. Da Filme zum größten Teil auf visueller Wahrnehmung beruhen, eignen sich letztere natürlich in besonderer Weise, wenn man das Potential dieser Grundidee nutzt und nicht nur mit der Sehfähigkeit der Hauptfigur, sondern auch mit derjenigen der Zuschauer spielt.

        Die unheimlichsten Szenen sind dann auch jene, in denen die Wahrnehmung der Zuschauer beschränkt ist, da er den operationsbedingt unscharfen Blick Sidneys einnimmt. Die verschwommenen Schemen, die man ausmachen kann, wirken weitaus bedrohlicher als die späteren computergenerierten Dämonen, vor denen man schon deshalb keine Angst hat, weil sie wirken, als seien sie einem Musikvideo Marylin Mansons entsprungen. Fehlende gruselige Atmosphäre versucht der Film in erster Linie durch lautes Gekreische und plötzliche Schnitte auszugleichen, die aber zumindest in der ersten Hälfte des Films immer wieder für einen ordentlichen Schrecken sorgen.

        Das erste Drittel des Films überzeugt außerdem mit einem langsamen Spannungsaufbau. Doch noch bevor die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat, flaut sie träge ab, bis sie im letzten Drittel vollständig zum Erliegen kommt. Kurz gesagt: Der Film wird langweilig. Schließlich ist auch des Rätsels Lösung allzu simpel und das Ende wirkt wie eine Notkonstruktion. Vielleicht wäre es interessanter gewesen, die Frage, ob Sidney nun tatsächlich übersinnliche Fähigkeiten besitzt oder sich diese nur einbildet, ein wenig offener zu lassen. Das hätte zumindest ihrer Figur eine weitere mögliche Ebene hinzugefügt.

        Die Rolle der bedrohten Schönen wurde in diesem Fall von Jessica Alba übernommen. Das, was diese Rolle hergibt, wird von ihr ganz passabel ausgefüllt, auch wenn man sich irgendwann ernsthaft die Frage stellt, wie schwindelig ihr wohl beim Dreh durch das ständige Hyperventilieren geworden sein mag. Wesentlich schwächer sind da die Nebenrollen, allerdings liegt das weniger an den Schauspielern, als vielmehr an der Tatsache, dass ihnen zu wenig Platz eingeräumt wird. Mit "The Eye" wird es Jessica Alba wohl nicht gelingen, sich als ernst zu nehmende Schauspielerin zu etablieren, doch zumindest ihre Fans wird das nicht weiter stören und dennoch ins Kino ziehen.
      • | FAZIT

      • Dieses schwache westliche Remake eines fernöstlichen Horrorstreifens wird wohl hauptsächlich Fans von Jessica Alba ins Kino ziehen. Alle anderen werden vermutlich enttäuscht sein.
      • | BEWERTUNG

      • Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung
      • Gesamtwertung:
      • Autor: Anke Hermann

      • | Userwertung

      Wertung: 1.0/10 (1 vote)

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