Der geniale Erfinder Tony Stark ist ein wirklich außergewöhnlicher Kotzbrocken, da sind sich alle einig. In der Rüstungsbranche hat er es mit seiner Firma Stark Industries zu großem Ruhm und großem Reichtum gebracht, seine Feinde fürchten ihn, die amerikanische Regierung liebt ihn. Denn wo die Bomben Tony Starks fallen, wächst kein Gras mehr. Dafür wird er bewundert und gehasst, was ihm in seiner unvergleichlichen Arroganz letztlich egal ist. Neue Superwaffen konstruiert er eher nebenher. Seine Tage verbringt er lieber in Spielkasinos, seine Nächte mit One-Night-Stands.
Dass die Realität auch ein bisschen anders aussehen kann, wird ihm bewusst, als er nach einem Testlauf in der afghanischen Wüste von Terroristen entführt wird. Dabei wird er durch Granatsplitter lebensbedrohlich verletzt. Doch die Rebellen sorgen dafür, dass er überlebt, schließlich brauchen sie Starks Genialität. Er soll sie mit der neuesten Technologie versorgen und seine aktuelle Superwaffe für sie bauen. Natürlich denkt er nicht daran, das zu tun. Stattdessen nutzt Stark das Material, das ihm zur Verfügung gestellt wird, um für sich eine eiserne, bewaffnete Rüstung zu bauen, mit deren Hilfe ihm die Flucht gelingt.
Zurück in den USA weiß Tony, dass er seinem Leben und vor allem seiner Firma Stark Industries eine neue Richtung geben muss. Er weigert sich, weiterhin Waffen zu konstruieren, von denen er weiß, dass auch Terroristen sie nutzen. Stattdessen verwendet er nun all seine Zeit darauf, die Idee einer perfekten Rüstung zu verwirklichen. Seine Entdeckung einer neuen Energiequelle sorgt dafür, dass er mit dieser Rüstung nicht nur über eine geballte Kampfkraft verfügt, sondern auch fliegen kann. Vor lauter Begeisterung und Eitelkeit entgeht ihm, dass die mächtige Energiequelle auch seine Feinde interessiert. Dass es katastrophale Folgen hätte, würde seine neueste Erfindung in die falschen Hände gelangen, wird ihm erst klar, als es schon zu spät ist.
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| FILMKRITIK
Würde Iron Man seinen heldenhaften Kollegen begegnen, sie würden sich vermutlich nicht besonders gut verstehen. Denn wenn Tony Stark fliegen will, dann kann er das auch ohne biologische Mutationen, über so etwas wie einen Spinnenbiss oder außerirdische Herkunft würde er nur müde lächeln. Und genau das ist es auch, das ihn am stärksten von den Superhelden unterscheidet, die sonst noch auf den Filmleinwänden herumschwirren. Denn alles was Tony Stark kann, das hat er selbst erfunden, seine Superkräfte, die ihm sein Leben erleichtern – und oft genug retten – hat er mit eigenen Händen erschaffen. Schon allein aus diesem Grund gönnt man ihm seine Arroganz.
Ein weiterer Unterschied: Tony Stark ist kein Held. Er baut sich seine mit allen Schikanen ausgestattete Rüstung nicht, um Menschen zu retten. Eigentlich baut er sie zunächst nur, weil sie toll aussieht und er damit tolle Sachen machen kann. Bezeichnenderweise sind seine einzigen Freunde Roboter – die er selbst gebaut hat. An andere Menschen denkt er erst, als es schon fast zu spät ist und auch dann verteidigt er vielmehr seine Erfindung als ihr Leben. Diese Ignoranz gegenüber anderen ist dabei keinesfalls böse gemeint. Er bemerkt sie ganz einfach nicht, weil ihn seine Begeisterung für die eigene Schaffenskraft viel zu sehr ablenkt.
Warum aber schließt man Tony Stark trotz seiner Fehler sofort ins Herz? Vielleicht weil er von Robert Downey Jr. gespielt wird und ziemlich coole Sprüche auf Lager hat. Oder weil man endlich mal wieder einem Helden mit ausgeprägten Charakterschwächen begegnet. Im Endeffekt spielt wohl all das eine Rolle. Fest steht aber, dass Jon Favreau hier eine Comicfigur zum Leben erweckt hat, der man gerne zusieht. Und man wird ihr, so wie es aussieht, noch häufiger zusehen können. Denn nicht nur zufällig wirkt der Film wie der Auftakt zu einer ganzen Serie. Im Vordergrund steht die allmähliche Verwandlung Tony Starks in den Iron Man. Daher finden sich Actionszenen auch hauptsächlich im letzten Drittel des Films. Der Zuschauer muss also ziemlich lange warten, bis es die ersten techniküberladenen Schlachten auf die Leinwand schaffen.
Dank trockenen Humors und hochkarätiger Darsteller ist aber auch diese Wartezeit durchaus unterhaltsam. Robert Downey Jr. passt erstaunlich gut in die Rolle, auch wenn man ihm den egozentrischen Playboy viel eher abnimmt als den reuigen Sünder. Auch die Nebenrollen sind mit Gwyneth Paltrow, Jeff Bridges und Terrence Howard glänzend besetzt. Zudem besitzt auch das langsame Entdecken der eigenen Superkräfte – und das grandiose Scheitern bei erstmaliger Benutzung – das gewohnte komische Potential. Zum Helden wird man bekanntlich gemacht und das ist im Falle Tony Starks zunächst einmal schmerzhaft. Zur Technik braucht man eigentlich nur zu sagen, dass sich in ihr das Budget des Films definitiv widerspiegelt. Die Effekte sind makellos, der "Iron Man" sieht nicht nur stylish und unglaublich cool aus, er verfügt auch über eine Hot Rod-rote Lackierung und einen sexy Hüftschwung. Mehr kann man von einer Rüstung nun wirklich nicht erwarten. Und mehr kann man vom ersten Teil einer "Iron Man"-Saga auch nicht verlangen.
| FAZIT
Der unterhaltsame und gelungene Auftakt der "Iron Man"-Serie überzeugt durch gelungene Effekte und einen ungewöhnlichen Superhelden.
| BEWERTUNG
Dieser Film erreichte auf einer Skala von 0 - 5 Punkten (5 = sehr gut) folgende Wertung